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Grimma Trauer im Ziegenhof – Christiane Köditz stirbt im Alter von 74 Jahren
Region Grimma Trauer im Ziegenhof – Christiane Köditz stirbt im Alter von 74 Jahren
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11:15 06.12.2016
Ein Bild aus früheren Tagen: Christiane Köditz liebte Ziegen. Sie starb jetzt im Alter von 74 Jahren. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma/Fremdiswalde

Sie hatte ein großes Herz für die Kleinen, für Tier- und Menschenkinder gleichermaßen. Auf dem Fremdiswalder Ziegenhof war „Ziegen-Christel“ in ihrem Element. An der Seite ganzer Generationen von Ferienkindern bemutterte sie dort all die gefiederten, gescheckten und irgendwo gestrandeten Außenseiter – machte sie zu Spitzenreitern: Schwan Bernhard etwa. Der wurde eines schönen Tages in Lauterbach auf einem Feld entdeckt. Weil er nicht mehr fliegen konnte, eilte „Christel“ herbei, nahm den Ärmsten auf und pflegte ihn gesund.

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gannen mit der Direktvermarktung.

Bei Ziegen sollte es nicht bleiben. Ob Tibetanische Yaks, Dahomey-Zwergrinder oder Deutsches Sattelschwein – alles, was vom Aussterben bedroht war, fühlte sich in Fremdiswalde pudelwohl. Damit sich die Ziegen bei Regen unterstellen konnten, schafften Christiane und Peter mehrere Iglus an. Sie staunten nicht schlecht, als sie wenig später ihre Enkel darin entdeckten, wie die sich im Stroh vergnügten: „Das brachte uns auf die Idee, Ferienkinder auf unseren Hof einzuladen. Von 1991 bis 2011 übernachteten um die 2000 Mädchen und Jungen in den Iglus“, erinnert sich Peter Köditz. Dank der sonntäglichen Führungen wurde der Ziegenhof zur touristischen Attraktion: Der Thomanerchor gab sich hier genauso die Ehre wie mancher Fußballer aus Chemnitz oder Politiker der Staatsregierung. Obwohl sie es nie gelernt hatte, sei seine Frau die beste Pädagogin der Welt gewesen, schwärmt Peter Köditz: „Mit welcher Begeisterung sie die Kinder an die Tiere führte – einzigartig.“ Die Kleinen durften sich die Namen für ihre tierischen Lieblinge höchst selbst ausdenken. Der weiße Zwerghase mit roten Augen wurde prompt auf Heino getauft. Heino war es auch, der bei der MDR-Sendung „Unter uns“ für Furore sorgte. Die in den Erfurter „Anger Maier“ eingeladenen Christiane und Peter Köditz konnten sich ein Lachen nicht ganz verkneifen, als der freche Heino vor laufenden Kameras doch tatsächlich das Mikrokabel anknabberte.

Zwar hält Peter Köditz in Fremdiswalde weiter die Stellung und kümmert sich auch noch um Schwan Bernhard. Den Ziegenhof aber gibt es so nicht mehr. Am Freitag, 9 Uhr, verabschiedet sich der Witwer im Bennewitzer Friedwald von seiner Frau und erfüllt ihr den letzten Wunsch: „Ich habe eine Hainbuche ausgesucht.“

Von Haig Latchinian

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