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Trebsen in der Hand der Rittersleut’: Pfingstspektakel lockt an die Mulde

Mittelalterliches Treiben Trebsen in der Hand der Rittersleut’: Pfingstspektakel lockt an die Mulde

Schwertkämpfe und mittelalterliche Musik: Wer zu Pfingsten nach Trebsen kam, sah ich um Jahrhunderte rückversetzt in eine aufregende Zeit. Schloss und Park verwandelten sich in eine gut besuchte Arena der Ritter, Spielleute und Scharlatane.

Mit mittelalterlicher Musik erfreuen Komödianten und Spielleute die Besucher.
 

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Für drei Tage fest in den Händen von raubeinigen Rittern und liebreizenden Burgfräuleins, von zwielichtigen Scharlatanen und Gauklern war die sonst beschauliche Muldestadt Trebsen dank des Historienveranstalters Heureka. Es waren jene, die sich irgendwie der Epoche zwischen Antike und Neuzeit zugehörig und verpflichtet fühlen und sich bei den Pfingst-Ritter-Spielen und dem Gaudium der Spielleute in Schloss und Park zu Trebezin ein Stelldichein gaben. Freilich geschah dies mehr oder auch weniger authentisch.

Doch mit dieser Relativierung wäre es nicht wirklich gerechtfertigt, dem einen oder anderen Protagonisten des schon traditionellen Pfingstspektakels auf den Schlips beziehungsweise auf die Schleppe zu treten. Denn was die Ritter und Knappen in der Arena und im Heerlager an Kampfeskunst aufblitzen ließen, nötigte den Neuzeitlingen ebenso großen Respekt und Handgeklapper ab wie die mannigfaltig dargebotene Handwerks- und Unterhaltungskunst aus der Zunft fiktiver fahrender Kauf- und Spielleute. Aber vom Veranstalter war es ja extra so gewollt, sich dem Publikum mit einem in jeder Hinsicht augenzwinkernden Mittelalter zu präsentieren.

Und so ließen nicht nur hitzige Ritterturniere mit spitzen Schwertern so manchen Atem stocken, auch mit ebenso spitzer Zunge und auf die Neuzeit gemünzte witzige Wortgefechte zwischen Vertretern der Kurie und des Adelstandes wurden zur allgemeinen Erheiterung ausgetragen. Und wenn ein Komödiant hier oder ein Ritter da mit dem Handy am Ohr anzutreffen war, entlockte das dem Beobachter allenfalls ein Lächeln oder es kam insgeheim der Gedanke auf: „Von wegen, ja so warn’s, die alten Rittersleut’.“

Schwertkämpfe und mittelalterliche Musik: Wer zu Pfingsten nach Trebsen kam, sah ich um Jahrhunderte rückversetzt in eine aufregende Zeit. Schloss und Park verwandelten sich in eine gut besuchte Arena der Ritter, Spielleute und Scharlatane.

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Doch dem wahren Nimbus dieser Rittersleut’ wurden solche Akteure gerecht, die mit beneidenswerter Körperbeherrschung die Klingen zu kreuzen verstanden, ohne dass Blut floss. „Das mittelalterliche Leben darzustellen, ist eine Wissenschaft für sich“, sagte der erst 15-jährige Stefan Knauer aus Pegau im Stand eines Fahnenjunkers. „Klar, der Schwertkampf spielt im Leben der Ritter eine große Rolle. Aber sich mal für ein ganzes Wochenende der Hierarchie des Mittelalters zu unterwerfen, ist für mich ein Stück weit Lebensschule.“ Sein Gegenüber, der vom 23-jährigen Paul Müller aus Chemnitz gemimte Ordensritter, ergänzte: „So etwas will gelernt und trainiert sein und verlangte eiserne Disziplin.“ Genau das erklärte, warum die Veranstalter vom Ludus Magnus sprachen, was lateinisch ist und Große Schule heißt. Das traf auch für jene Zunft zu, die Beate Vetters mit ihrer filigranen Brettchenweberei verkörperte. „Diese Webtechnik benötigt man zur Herstellung von textilen Bändern und Borten. Das sieht zwar sehr mühsam aus, ist es aber nicht, wenn man etwa Geduld aufbringt“, sagte die fingerfertige Marktfrau.

Eine Tugend, von der vor allem Kinder nichts wissen wollten. Deren Interesse galt den speziell auf sie zugeschnittenen Mitmachangeboten. Besonders das Kinderritterturnier lockte die Knirpse als Akteure und Zuschauer gleichermaßen an. Einem anderen Kampf sah sich der Kletterdrache Fridolin ausgesetzt. Obgleich er sagenumwoben übermächtig war und optisch so wirkte, war er gegen die Übermacht der spielenden Kinder chancenlos. Und weil die Geschwister Sabrina (8) und Johannes (11) unter anderem auch noch in das von Hand betriebene Riesenrad wollten, hatten Mama und Papa, Heike und Alexander Rößler aus Leipzig, keine andere Wahl: „Wir haben uns getrennt und teilen uns in der Beaufsichtigung unserer Kinder rein. Sonst geht wohl der Großteil des Geschehens an uns vorbei.“

Von Frank Schmidt

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