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Trebsen lässt Wall durch den Schlosspark im Juni sanieren

Hochwasserschutz Trebsen lässt Wall durch den Schlosspark im Juni sanieren

Am Ende setzte sich der Wille der Stadt durch. Der Hochwasserdeich im Schlosspark Trebsen wurde entwidmet und gilt damit nicht mehr als offizielle Schutzanlage vor dem Wasser der Mulde. Nun soll der Wall, wie das Bauwerk jetzt heißt, so schnell wie möglich saniert werden. Allerdings wird das teurer, als ursprünglich geplant.

Die Hochzeitsbrücke im Trebsener Schlosspark. Von hier aus soll der Wall auf einer Länge von zwei Kilometern saniert werden.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen. Am Ende setzte sich der Wille der Stadt durch. Der Hochwasserdeich im Schlosspark Trebsen wurde entwidmet und gilt damit nicht mehr als offizielle Schutzanlage vor dem Wasser der Mulde. Nun soll der Wall, wie das Bauwerk jetzt heißt, so schnell wie möglich saniert werden. Allerdings wird das teurer, als ursprünglich geplant.

2013 hatte die Juniflut große Schäden im Damm hinterlassen. Eine regelgerechte Sicherung hätte bedeutet, auf einer Breite von bis zu 30 Metern die Bäume im Schlosspark zu fällen. Für den Stadtrat ein unverhältnismäßiger Eingriff, er beschloss bereits anderthalb Monate nach dem Hochwasser, den zwei Kilometer langen Deich von der Hochzeitsbrücke flussabwärts bis zum Ende der Lindenallee als Wall widerherzustellen. Im Jahr darauf vergab er den Auftrag dafür.

Die Arbeiten konnten aber nicht ausgeführt werden, weil noch das Entwidmungsverfahren lief, das die Landestalsperrenverwaltung bei der Landesdirektion Sachsen (LD) beantragt hatte. Die Behörde befragte die unmittelbar betroffenen Grundstückseigentümer. Drei von ihnen reichten Widersprüche ein, weil sie befürchteten, ihre Felder könnten nicht mehr genügend vor Hochwassern geschützt sein. Einer von ihnen zog später sein Veto zurück, die beiden anderen bedachte die LD mit Bescheiden, in denen ihre Einwände zurückgewiesen wurden. Da sie dagegen keine Klage erhoben, ist die Entwidmung nun durch.

Seit die Kommune den Auftrag zur Instandsetzung des Walls erteilt hat, vergingen drei Jahre, in denen die Baukosten erheblich stiegen. Außerdem stellte sich heraus, dass Fluthelfer 2013 angespülte Sedimente auf den Wall kippten, die laut einer Laboruntersuchung Schwermetalle enthalten. Sie dürfen nicht liegen bleiben, sondern müssen entsorgt werden. So kommen Mehrausgaben von 55 193 Euro zusammen, die Gesamtsumme für die Sanierung beläuft sich inklusive aller Baunebenkosten auf 138 994 Euro.

Aus dem Topf des Freistaats für die Flutschadensbeseitigung stehen allerdings nur noch 90 679 Euro zur Verfügung. Bauamtsleiterin Marika Haupt rechnet damit, dass das Land auch den Fehlbetrag bezahlt, weil bislang alle anderen Trebsener Maßnahmen der Flutschadensbeseitigung billiger als gedacht geworden sind. In Zukunft steht die Kommune jedoch allein in der Pflicht, wenn die Mulde wieder einmal den Wall durchbricht – das Land ist raus aus der Verantwortung.

„Wir appellieren an die Stadt, ihr Versprechen einzulösen, die Schäden am Wall zügig zu beseitigen“, sagt Lothar Eckhardt, einer der Beschwerdeführer aus Walzig. Laut Haupt sollen die Arbeiten, die der Stadtrat am Montagabend einstimmig an die Grimmaer Straßenbaufirma Kunze vergab, am kommenden Dienstag beginnen und bis zum Firebirds-Festival Ende Juni abgeschlossen sein. Da Erosionsmatten aufgebracht werden, würde die Ansaat schnell anwachsen, so dass der Wall im September zu den Highland-Games wahrscheinlich grünt. Bodo Herzog (CDU) bat aber, ihn dann trotzdem abzuriegeln, damit Schaulustige die junge Grasnarbe nicht beschädigen. Haupt will ein Absperrband ziehen und Schilder aufstellen lassen, die das Betreten verbieten.

Von Frank Pfeifer

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