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Trebsen legtVariante für Anlegestelle fest

Trebsen legtVariante für Anlegestelle fest

"Wir befinden uns im Hamsterrad der Interessengruppen", stöhnt Bauamtsleiterin Marika Haupt. Beim geplanten Neubau der Anlegestelle für Wasserwanderer vor dem Muldewehr gehen die Wünsche auseinander.

Trebsen. Wie berichtet, hat sich der Technische Ausschuss nun auf eine Variante verständigt. Dies war Voraussetzung, um überhaupt eine wasserrechtliche Genehmigung für den Bau zu erhalten.

Die Lösung sieht nun so aus: Rund 200 Meter vom Wehr flussaufwärts wird der Ausstieg hergestellt. Weil die Böschung sehr steil ist, soll ein Teil davon entfernt und ein Podest errichtet werden, das das Verlassen der Boote bei Niedrigwasser ermöglicht. Schon bei Mittelwasser wird es überflutet, was das Aussteigen noch bequemer macht. Die Anlegestelle wird mit Flusssedimenten und Beton verfestigt.

Damit ist die andere Variante vom Tisch, die der Kanuverband forderte. Er wollte die Ausstiegsstelle näher ans Wehr heran rücken, damit die Boote nicht so weit umtragen werden müssen. Dafür hätte eine Schluppe genutzt werden können, die durch eine Gruppe von Laubbäumen zum Fluss führt. Die Naturschutzbehörde im Landratsamt hatte das aber bereits abgelehnt, weil durch das Anlegen der Kanus und Schlauchboote die sogenannte Lockströmung der neuen Fischtreppe gestört würde. Außerdem hätte die Einsatzstelle nicht befestigt werden können, wie dies am nunmehr gefundenen Standort geschehen soll. "Bei einem Hochwasser würde es die Oberschicht wegspülen, bei einem starken Hochwasser wäre alles weg", erklärte Bauamtsleiterin Haupt. Auch das sei ein Kriterium, sich gegen die Lage in der Baumgruppe zu entscheiden. Die befestigte Anlegestelle wird zwar etwas teurer, doch sie soll länger halten. Finanziert wird der Bau vom Freistaat über die Mittel zur Beseitigung von Hochwasserschäden.

Dass überhaupt eine neue Stelle für das Herausnehmen der Boote gefunden werden muss, hängt mit der Sanierung des Wehrs nach der Katastrophenflut von 2013 zusammen. In diesem Zuge wurde eine Fischtreppe angelegt, für die in der vergangenen Woche die Bauabnahme erfolgte (die LVZ berichtete). Sie erstreckt sich über das Gelände, an der sich bislang die Ausstiegsstelle befand.

Der Standort hinter dem Wehr, an dem die Boote zurück in den Fluss gesetzt werden, blieb unberührt. Er soll lediglich mit einem Gemisch aus Flusssedimenten und Beton etwas stabiler gemacht werden.

Laut Haupt bringt das Bauamt jetzt die Ausschreibung des Vorhabens auf den Weg. Danach können die Arbeiten für beide Anlegestellen vergeben werden und der Bau beginnen. Ob noch in dieser Saison Wasserwanderer die Anlegestellen nutzen können, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle ist Marika Haupt schon einmal froh, dass die Baufirma der Fischtreppe das Ufer einwandfrei hinterlassen hat, so dass der Weg für das Umtragen der Boote, der an der Mulde entlang über kommunalen Grund und Boden führt, ohne weiteres hergerichtet werden kann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2015
Frank Pfeifer

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