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Grimma Trebsen lehnt Gesteinsabbau im Alten Tausend erneut ab
Region Grimma Trebsen lehnt Gesteinsabbau im Alten Tausend erneut ab
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18:12 20.04.2016
Eines der beiden Löcher des Alttagebaus. Niemand weiß, welche und wie viele Schadstoffe abgelagert wurden. Die Stadt fürchtet Umweltgefahren, wenn das Wasser in den Kranichbach eingeleitet wird. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Trebsen

Mittendrin in der Erklärung steht der entscheidende Satz: „Der Stadtrat der Stadt Trebsen lehnt auch weiterhin die Erschließung des Steinbruchs Altes Tausend zur Gewinnung von Gestein ab.“ Die Kommune sollte zum Vorhaben, das immer mal wieder aktuell wird, eine Stellungnahme abgeben und redete erneut Klartext. Alle weiteren Begründungen sind eher eine Folge der grundsätzlichen Einstellung.

In Form der dritten Ergänzung zum Rahmenbetriebsplan landete das Thema diesmal auf dem Tisch des Parlaments. Das Rohr, das vom Alten Tausend zum Kranichbach führen soll, um das Wasser aus dem Steinbruch abzuführen, ist laut Schotter- und Splittwerk Altenhain (Susa) zu lang. Das Unternehmen beantragte deshalb eine kürzere Strecke und damit einen anderen Einleitpunkt in den Bach.

Verlegt werden soll eine reichlich 20 Zentimeter starke Leitung. Das Susa will damit das Niederschlagswasser während des Aufschlusses des Steinbruchs und während dessen Regelbetriebs abtransportieren. Auch das Sümpfungswasser der beiden ehemaligen kleineren Steinbrüche, die im neuen Vorhabengebiet liegen und vollgelaufen sind, soll durch das Rohr ablaufen. Nicht zuletzt ist geplant, das Grundwasser während des Quarzrporphyr-Abbaus zum Kranichbach zu leiten, der im weiteren Verlauf Seelingstädt und Trebsen durchfließt, bis er in die Mulde mündet.

Einstimmig stemmt sich der Stadtrat gegen dieses Unterfangen. Ab 1965 ließen die damaligen polychemischen Betriebe von Böhlen Fässer mit Schadstoffen in die Löcher der beiden Altsteinbrüche kippen, von denen heute niemand weiß, was in welcher Menge abgelagert wurde. Genaue Aufklärung könnten Unterlagen der Nachfolgebetriebe Dow Chemical bringen, die allerdings im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens von den Entscheidungsträgern nicht angefordert worden seien, erläuterte Bauamtleiterin Marika Haupt.

Eine Aussage der Susa, durch die Einleitung des Sümpfungswassers in den Kranichbach würde sich dessen Wasserqualität sogar verbessern, da er durch die intensive Landwirtschaft der Umgebung stark belastet wäre, sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, erklärt der Stadtrat weiter. Er weißt darauf hin, dass der Bach mehrere Angelgewässer durchfließt und an seinen Ufern Biber leben.

Während die ehemaligen Tagebaulöcher trockengelegt werden, muss laut Susa weitaus mehr Flüssigkeit als im Regelbetrieb abgeleitet werden, denn das Sümpfungswasser addiert sich zum Niederschlagswasser. Das Unternehmen rechnet mit 20 Litern pro Sekunde, die dann durch das Rohr fließen. Für den Stadtrat ergäbe sich daraus aber ein um 22 Zentimeter höherer Wasserstand im Kranichbach, was im Widerspruch zu geplanten Baumaßnahmen des Hochwasserschutzes stehe. Deshalb dürften zehn Liter pro Sekunde als Einleitung in den Bach niemals überschritten werden, wobei auch alle anderen zusätzlichen Einleiter wie die Tank- und Raststätte Muldental an der Autobahn 14 mit zu berücksichtigen seien.

Manfred Maucher, stellvertretender Geschäftsführer des Unternehmens Susa, das am benachbarten Klengelsberg Quarzporphyr abbaut, bedauerte den Beschluss des Stadtrats. „Es ist traurig, dass Gewerbetreibende beiseite geschoben werden und nicht anerkannt wird, dass sie Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen“, sagte er der LVZ. Am Vorhaben, im Alten Tausend Rohstoffe zu gewinnen, will er festhalten. Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. „Am Ende wird das Oberbergamt Freiberg entscheiden, ob es genehmigungsfähig ist“, erklärte er.

Von Frank Pfeifer

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