Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Trebsen lehnt Gesteinsabbau im Alten Tausend erneut ab

Stellungnahme Trebsen lehnt Gesteinsabbau im Alten Tausend erneut ab

Mittendrin in der Erklärung steht der entscheidende Satz: „Der Stadtrat der Stadt Trebsen lehnt auch weiterhin die Erschließung des Steinbruchs Altes Tausend zur Gewinnung von Gestein ab.“ Die Kommune sollte zum Vorhaben eine Stellungnahme abgeben und redete Klartext. Alle weiteren Begründungen sind eher eine Folge der grundsätzlichen Einstellung.

Ein Kipper im Abbaugebiet Klengelsberg. Wie hier soll auch im Alten Tausend Quarzporphyr gewonnen werden.

Quelle: Archiv Haig Latchinian

Trebsen. Mittendrin in der Erklärung steht der entscheidende Satz: „Der Stadtrat der Stadt Trebsen lehnt auch weiterhin die Erschließung des Steinbruchs Altes Tausend zur Gewinnung von Gestein ab.“ Die Kommune sollte zum Vorhaben, das immer mal wieder aktuell wird, eine Stellungnahme abgeben und redete erneut Klartext. Alle weiteren Begründungen sind eher eine Folge der grundsätzlichen Einstellung.

In Form der dritten Ergänzung zum Rahmenbetriebsplan landete das Thema diesmal auf dem Tisch des Parlaments. Das Rohr, das vom Alten Tausend zum Kranichbach führen soll, um das Wasser aus dem Steinbruch abzuführen, ist laut Schotter- und Splittwerk Altenhain (Susa) zu lang. Das Unternehmen beantragte deshalb eine kürzere Strecke und damit einen anderen Einleitpunkt in den Bach.

Verlegt werden soll eine reichlich 20 Zentimeter starke Leitung. Das Susa will damit das Niederschlagswasser während des Aufschlusses des Steinbruchs und während dessen Regelbetriebs abtransportieren. Auch das Sümpfungswasser der beiden ehemaligen kleineren Steinbrüche, die im neuen Vorhabengebiet liegen und vollgelaufen sind, soll durch das Rohr ablaufen. Nicht zuletzt ist geplant, das Grundwasser während des Quarzrporphyr-Abbaus zum Kranichbach zu leiten, der im weiteren Verlauf Seelingstädt und Trebsen durchfließt, bis er in die Mulde mündet.

Einstimmig stemmt sich der Stadtrat gegen dieses Unterfangen. Ab 1965 ließen die damaligen polychemischen Betriebe von Böhlen Fässer mit Schadstoffen in die Löcher der beiden Altsteinbrüche kippen, von denen heute niemand weiß, was in welcher Menge abgelagert wurde. Genaue Aufklärung könnten Unterlagen der Nachfolgebetriebe Dow Chemical bringen, die allerdings im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens von den Entscheidungsträgern nicht angefordert worden seien, erläuterte Bauamtleiterin Marika Haupt.

Eine Aussage der Susa, durch die Einleitung des Sümpfungswassers in den Kranichbach würde sich dessen Wasserqualität sogar verbessern, da er durch die intensive Landwirtschaft der Umgebung stark belastet wäre, sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, erklärt der Stadtrat weiter. Er weißt darauf hin, dass der Bach mehrere Angelgewässer durchfließt und an seinen Ufern Biber leben.

Während die ehemaligen Tagebaulöcher trockengelegt werden, muss laut Susa weitaus mehr Flüssigkeit als im Regelbetrieb abgeleitet werden, denn das Sümpfungswasser addiert sich zum Niederschlagswasser. Das Unternehmen rechnet mit 20 Litern pro Sekunde, die dann durch das Rohr fließen. Für den Stadtrat ergäbe sich daraus aber ein um 22 Zentimeter höherer Wasserstand im Kranichbach, was im Widerspruch zu geplanten Baumaßnahmen des Hochwasserschutzes stehe. Deshalb dürften zehn Liter pro Sekunde als Einleitung in den Bach niemals überschritten werden, wobei auch alle anderen zusätzlichen Einleiter wie die Tank- und Raststätte Muldental an der Autobahn 14 mit zu berücksichtigen seien.

Manfred Maucher, stellvertretender Geschäftsführer des Unternehmens Susa, das am benachbarten Klengelsberg Quarzporphyr abbaut, bedauerte den Beschluss des Stadtrats. „Es ist traurig, dass Gewerbetreibende beiseite geschoben werden und nicht anerkannt wird, dass sie Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen“, sagte er der LVZ. Am Vorhaben, im Alten Tausend Rohstoffe zu gewinnen, will er festhalten. Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. „Am Ende wird das Oberbergamt Freiberg entscheiden, ob es genehmigungsfähig ist“, erklärte er.

Von Frank Pfeifer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma
Grimma in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

Luftbildaufnahme des Zentrums von Grimma.
Ein Spaziergang durch die Region Grimma
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

14.12.2017 - 15:21 Uhr

Nachwuchsfußball auf Landesebene: Schenkenberg verlässt die Abstiegsplätze

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr