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Grimma Trebsen möchte die Ehe mit Grimma
Region Grimma Trebsen möchte die Ehe mit Grimma
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00:20 05.06.2018
In der Straße des Aufbaus in Trebsen stehen die Häuser der Wohnungsbaugenossenschaft Trebsen. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Trebsen

Im Muldentaler Wohnungssektor steht eine Fusion ins Haus. Zusammen schließen wollen sich die Wohnungsbaugenossenschaft Trebsen und die Wohnungsgenossenschaft Grimma. Die Initiative geht von der kleinen Genossenschaft in Trebsen aus, deren Mitgliederversammlung dem wegweisenden Schritt vor wenigen Tagen bereits einmütig zustimmte. Jetzt steht noch das Votum der Vertreterversammlung in Grimma aus, die am 12. Juni zusammen tritt. Nötig ist eine Drei-Viertel-Mehrheit der anwesenden Vertreter.

Personelle Gründe

61 bewegte Jahre hat das 1957 als Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft Trebsen gegründete Unternehmen hinter sich gebracht. Nun sind seine Stunden gezählt. Es begibt sich in die Hände der Wohnungsgenossenschaft Grimma. Der Grund ist vor allem personeller Natur. Noch bis 2016 führte ein dreiköpfiger ehrenamtlicher Vorstand die 126 Wohnungen und 129 Mitglieder zählende Vereinigung. Als der Tod von Eberhard Becker zu betrauern war, blieben Karin Nowina von Axt und Maritta Just übrig. Erstere ist jetzt 76, zweitere 77. Genau genommen managte Nowina von Axt, die sich seit 30 Jahren um die Mieter und Wohnungen kümmert, das Geschäft zuletzt allein. Jetzt will sie verdienter Maßen einen Schlussstrich ziehen. Jüngere hätten sich für den mit einer kleinen Vergütung versehenden Job nicht gefunden, gibt sie zu Protokoll. „Für so etwas muss man ja auch Ahnung haben“, weiß die gelernte Industriekauffrau.

Zwar ging die Führungscrew schon zu Beckers Lebzeiten mit dem Gedanken einer Fusion schwanger, doch nach seinem Ableben stellte sich die Frage drängender. Im Februar 2017 wandten sich die Trebsener erstmals an die 1550 Mitglieder starke Wohnungsgenossenschaft Grimma, die derzeit 1474 Wohnungen verwaltet. Und wurden mit offenen Armen empfangen. „Uns freut der Schritt, wir passen sehr gut zusammen“, sagt René Nauck (47), einer der zwei hauptamtlichen Vorstände in Grimma.

Mieterhöhungen seien derzeit kein Thema

Allerdings wurden in Trebsen auch Sorgen laut, als die Genossenschaftsmitglieder Mitte Januar mit den Fusionsplänen vertraut gemacht wurden. „Sie verlieren ja ein Stück Identität“, kann Nauck die Ängste nachvollziehen. Doch es sei nur der Name weg, „sie verlieren nicht ihre Heimat und nicht ihr Zuhause“. Die Mitglieder, die einen Altersschnitt von 70 Jahren aufweisen, treibt auch das Thema Miete um. Die Trebsener Genossenschaft liegt laut Nauck deutlich unter den Preisen ihres Pendants in Grimma, wo derzeit durchschnittlich 4,85 Euro Kaltmiete je Quadratmeter zu zahlen sind. Aber auch hier gibt Nauck Entwarnung, die Befürchtung einer Mieterhöhung sei unberechtigt. Wie es sich mal in fünf oder zehn Jahren entwickelt, bleibe abzuwarten. Und auch die Frage der Kontaktperson vor Ort ist ein heißes Eisen. Nowina von Axt stand praktisch sieben Tage die Woche Gewehr bei Fuß. „Sie bleibt für eine Übergangszeit als Ansprechpartner erhalten“, verdeutlich Nauck dazu. „Wir wollen uns zunächst in aller Ruhe mit den Abläufen vertraut machen. Die Grimmaer Genossenschaft will im Zuge der Fusion ihr Personal aber nicht aufstocken. Sie beschäftigt 19 Mitarbeiter.

Alle Wohnungen vermietet

„Ich möchte, dass unser Bestand ordentlich weitergeführt wird“, bekräftigt die 76-Jährige. Mit Grimma habe sie ein „gutes Gefühl“. Und Nauck betont, dass es um den Erhalt des genossenschaftlichen Wohnens in Trebsen geht. Die Genossenschaft in der Kleinstadt sei gut aufgestellt, lobt der 47-Jährige. Die Bilanzsumme lag im vorigen Jahr bei 3,8 Millionen Euro, der Jahresüberschuss bei 70 000 Euro. Und: Nicht eine einzige Wohnung des gepflegten Bestandes in der Straße des Aufbaus in Trebsen und in der Neichener Straße in Nerchau steht leer.

„Risiken sehen weder wir noch der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften“, sagt Nauck. Der Verband habe ein Gutachten zur Verschmelzung angefertigt – mit dem Fazit, dass er zur Fusion, die per 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, keine Bedenken hege. Beide Partner stünden auf soliden Füßen.

Von Frank Prenzel

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