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Grimma Trebsen schafft in Sport- und Kulturstätte barrierefreien Zugang zu Veranstaltungen
Region Grimma Trebsen schafft in Sport- und Kulturstätte barrierefreien Zugang zu Veranstaltungen
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16:38 12.05.2017
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Trebsen

Herzhaft lachen konnten die Besucher der Sport- und Kulturstätte Trebsen am Donnerstagabend über den Kabarettisten Stephan Bauer, der auf köstliche Weise darüber sinnierte, wie schön es sich doch vor der Ehe leben ließ. Einige der Gäste hatten sogar doppelten Grund zur Freude, denn solche Veranstaltungen waren für sie bisher nur schwer oder gar nicht zugänglich.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Der Kulturtempel am Rande der Stadt verfügt jetzt über einen Fahrstuhl, der gehbehinderte Menschen hinauf ins Hochparterre befördert. Er befindet sich hinterm Gebäude im Freien und ersetzt für Rollstuhlfahrer die vordere Treppe, die für sie fast eine unüberwindbare Hürde darstellt.

„Ich war bisher noch nie hier, weil ich nicht reinkam. Das Schloss kenne ich schon, aber die Kulturstätte blieb mir verwehrt“, sagt Elke Petsch (54) aus Taucha, eine wahre Kunstliebhaberin. „Schön, dass sich jetzt auch in kleineren Kulturstätten der Provinz etwas tut.“ Während sie ihr Mann Knut Kamann (55) mit dem Rollstuhl in den Lift schiebt, fügt er an: „In Leipzig können wir schon viel einfacher Veranstaltungsorte aufsuchen, auch wenn dort ebenfalls noch nicht alles ideal ist.“

Am 5. September vergangenen Jahres war begonnen worden, den Lift einzubauen. Nach der Abnahme am 2. November stellten sich jedoch einige Baumängel heraus, die erst in dieser Woche behoben werden konnten. So setzte Bürgermeister Stefan Müller den Fahrstuhl erst jetzt offiziell in Betrieb. „Er hat 39 194 Euro gekostet“, rechnet er vor. Davon bekamen wir dank der Hilfe von Karina Keßler, Leiterin des Sozialamtes im Landeratsamt, 25 000 Euro vom Freistaat aus dem Investitionsprogramm für barrierefreies Bauen.“ Das restliche Geld brachte die Kommune auf.

Für den Bürgermeister wurde mit dem Lift nur ein Stein aus dem Weg gerollt, der Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am öffentlichen Leben erschwert. „Mir ist bewusst, dass es auch an anderen Stellen noch Handlungsbedarf gibt“, sagt er. Cordula Garthoff (56) aus Trebsen, eine Freundin von Elke Petsch, hat da schon eine Idee: „Auch bei den Toilettenanlagen in der Kulturstätte sollte an Rollstuhlfahrer gedacht werden.“ In Abwandlung des Themas von Kabarettist Stephan Bauer könnte das Motto also lauten: Wie schön es sich doch mit einer gelungenen Inklusion leben lässt!

Von Frank Pfeifer

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