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Grimma Trebsener Flachlandtiroler auf Höhenflug
Region Grimma Trebsener Flachlandtiroler auf Höhenflug
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05:00 07.01.2010
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Trebsen

Monika Schulz von den Trebsener Skihasen: „Das ist schon ein bisschen verkehrte Welt. Wir Flachlandtiroler freuen uns über die weiße Pracht, und die Bergziegen stehen womöglich im Regen. Hoffentlich schneit es nun auch noch im Gebirge!“ Andernfalls gehe die Welt auch nicht unter. „Dann machen wir eben Stocktraining“, so die Sprecherin der Abteilung Ski des SV Trebsen.

Die insgesamt 28 Trebsener Wintersportler brauchen eigentlich gar keinen Schnee, um Erfolge zu feiern. Die 30-jährige Cindy Kießig schaffte im Vorjahr auf Rollski einen hervorragenden siebten Platz im Gesamtweltcup. Ob unten in Italien oder oben in Skandinavien – bei der Deutschen Meisterin rollt es immer besser. Doch auch Rollskifahrer Peter Richter, einer der Trebsener Oldies, steht bei Deutschen Titelkämpfen regelmäßig auf dem Podest.

Die erfahrenen Übungsleiter Rolf Möritz und Heiner Wetzig können aber auch auf den Nachwuchs stolz sein. So schaffte die noch junge Anna Rockstroh bei den Rollski-Sachsenmeisterschaften den Sprung aufs Podium. Radsportler Gregor Schulz, inzwischen 17, siegte 2009 beim Audi-Cup in Leipzig und konnte auch zwei Straßenrennen in Brandenburg für sich entscheiden. „Obwohl der Gregor beim SC DHfK trainiert, ist er doch immer noch Mitglied unserer Trebsener Skiabteilung“, sagt Sprecherin und Mutti Moni Schulz: „Ende Januar vertritt er uns Trebsener auch bei den Regionalmeisterschaften in Johanngeorgenstadt.“ Und dann ist da noch der erst 16-jährige Tony Gentzsch. Der Neichener wurde in der vorigen Saison Deutscher Rollski-Jugendmeister. Damit nicht genug: Bei den Sachsenmeisterschaften in Klingenthal zeigte es der Flachlandtiroler den „Bergziegen“ sogar auf Schnee. Im Freistil wurde er sensationeller Dritter und verfehlte das Siegerpodest im klassischen Stil als Vierter nur denkbar knapp. Seine Freunde beschreiben ihn als ehrgeizigen Sportverrückten. „Der Tony demmelt auch außerhalb der Trainingszeiten und bei zweistelligen Minusgraden. Er steht sogar auf der Matte, wenn er Schnupfen hat. Als es zu Silvester so stark schneite, kam er von Neichen aus mit seinem Rad angegurkt!“ Die Nachwuchshoffnung stellt sich hohe Ziele: „Ich will in den A-Kader des Junioren-Nationalteams“, sagt der Rollski fahrende Gymnasiast aus Neichen.

Die Trebsener Wintersportler um Uwe Kupfer, Jens Schulz und die Familie Mann wollen sich im bevorstehenden Trainingslager nicht zuletzt auch für die anstehende Deutsche Skilanglaufserie fit machen. Ob Erzgebirgsmarathon in Oberwiesenthal, Kammlauf in Klingenthal oder König-Ludwig-Lauf in Oberammergau: Überall soll das Muldental mitmischen. Der absolute Höhepunkt folgt aber erst im nächsten Jahr. Dann begehen die Trebsener Wintersportler ihr 50-jähriges Jubiläum.

Heinz Schramm, Rolf Möritz, Fritz Maltitz, Herbert Barth, Gerhard Heinrich und viele andere gehörten zu den Gründungsvätern. Sie bauten die Skihütte und auch die legendäre Schanze. Jeden Sonnabend und Sonntag waren sie draußen und klotzten ran. Die Fabrik half mit Holzresten und Fahrzeugen. Heinz Schramm: „Da gerade die Autobahn gebaut wurde, konnten wir auch eine Raupe mit nutzen. Aber deren Kette huppte beizeiten runter und so mussten wir weiter mit Hacke und Schippe arbeiten.“ Es ist schon so: Was den Norwegern ihr Holmenkollen, ist den Trebsenern ihr Wedniger Collm.

Haig Latchinian

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