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Trebsener Fusionsgipfel

Trebsener Fusionsgipfel

Trebsen/Bennewitz. Zwar scheint eine Fusion zwischen Trebsen und Bennewitz in Dresden nicht erwünscht zu sein (die LVZ berichtete), doch sowohl Trebsener als auch Bennewitzer zeigen sich davon unbeeindruckt.

. Eine starke ländliche Gemeinde zwischen Grimma und Wurzen wird immer wahrscheinlicher. Die Bennewitzer Arbeitsgruppe (AG) spricht sich mehrheitlich für eine Eingemeindung nach Trebsen aus.

„Zwar könnte Bennewitz getrost noch einige Jahre selbstständig bleiben", holt der Bennewitzer Bürgermeister Matthias Spalteholz aus: „Dennoch müssen wir jetzt reagieren. Sonst gibt es später zu Wurzen keine Alternative mehr. Dann würden wir zwangseingemeindet." Die AG habe ihn beauftragt, Gespräche mit den Nachbarn zu führen, so Spalteholz. „Brandis und Machern sehen keinen Bedarf, mit uns zu fusionieren. Ebenso wenig wie wir mit Wurzen wollen." Auch das Gespräch mit den Wurzenern sei sehr sachlich verlaufen, betont Spalteholz: „Da wurde nicht etwa nachgetreten!"

Bliebe also Trebsen als möglicher Partner: „Mit der Trebsener Verwaltung arbeiten wir seit 2008 sehr gut zusammen – bei den verkehrsrechtlichen Anordnungen, im Gaststättenwesen sowie bei Feuer- und Wasserwehren", äußert sich Spalteholz lobend. Für die Bennewitzer sei es vordringlich, den ländlichen Charakter der Gemeinde weiter zu sichern: „Und das geht nur mit einem Partner auf Augenhöhe." Trebsen (35 Quadratkilometer) und Bennewitz (46) seien in etwa gleich groß, mit 4200 beziehungsweise 5200 käme man zusammen auf fast 10 000 Einwohner – eine „komfortable Größe", die auch im Jahr 2028 mit zu erwartenden 8300 Einwohnern ins noch zu beschließende Leitbild passe.

Trebsens Bürgermeisterin Heidemarie Kolbe, Sprecherin der Trebsener Arbeitsgruppe: „Beide Kommunen haben fast keine Kredite laufen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Jahresende in Trebsen auf 130 und in Bennewitz auf 139 Euro gesenkt." Während die Bennewitzer Arbeitsgruppe die Eingemeindung nach Trebsen favorisiert, prüfe die Trebsener Arbeitsgruppe, so Kolbe, noch immer zwei Varianten: „Entweder geht Trebsen nach Grimma oder Bennewitz kommt nach Trebsen." Relativ zeitnah wollen sowohl Trebsener als auch Bennewitzer die Bürger einbeziehen und dann Beschlüsse in den Parlamenten fassen. Spalteholz: „Mit Trebsen können wir viel bewegen: Planitzwald und Mulde verbinden uns. 50 ehemalige Bennewitzer Grundschüler besuchen die Mittelschule in Trebsen. Ein ortsverbindender Radweg wäre ein Ziel." Beide Rathäuser blieben erhalten.

Und das Nein aus Dresden? Trebsener und Bennewitzer verweisen auf die Freiwilligkeitsphase bis 2014. Landrat Gerhard Gey, Vorsitzender des Planungsverbandes Westsachsen, der an einer raumstrukturellen Analyse arbeitet: „Ich wünsche mir ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept. So müssen wir auch an die Stärkung des Mittelzentrums Wurzen denken. Aber es ist die Entscheidung der Verantwortungsträger vor Ort. Ich weiß, in der Trebsener AG gibt es zwei Lager. Bedenken gegenüber Bennewitz äußern Vertreter aus Seelingstädt und Altenhain. Natürlich müssen auch die Bürger gefragt werden."

Haig Latchinian

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