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Grimma Trebsener Getreide AG profitiert von E10
Region Grimma Trebsener Getreide AG profitiert von E10
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05:00 18.03.2011
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. Experten widersprachen sich von früh bis spät gegenseitig. Dabei hat der schlimme Atomunfall in Japan der ganzen Welt wieder einmal vor Augen geführt: An der Energie aus nachwachsenden Rohstoffen führt kein Weg mehr vorbei."

Scheufler ist Prokurist der Getreide- und Futtermittelhandel GmbH Sachsen mit Sitz in Trebsen. Sein 76 000 Tonnen Getreide fassendes Silo in Trebsen grüßt schon von weitem. Dabei ist es längst nicht die einzige Lagerstätte: „Zu unserem Betrieb gehören sämtliche Anlagen des ehemaligen VEB Getreidewirtschaft im Bezirk Leipzig. Egal ob in Döbeln, Oschatz, Torgau, Eilenburg, Krostitz, Groitzsch oder eben in Trebsen – die dortigen Lagerhallen sind für uns ein Vorteil: Diese garantieren einen möglichst kurzen Weg vom Feld zum Silo." Im Juli und August würden Privatbauern und Genossenschaften die Silos mit Getreide füllen. Das wiederum gelangt zu Mühlen und Mischfutterwerken sowie seit fünf Jahren auch in die Bioethanolindustrie nach Zeitz. Scheufler: „Die Nähe zum Zeitzer Werk ist für uns ein Glücksfall. Kurze Wege, niedrige Kosten. Mittlerweile macht die Bioethanol-Herstellung rund 30 Prozent unseres Getreideumsatzes aus. Das ist eine Menge", betont Scheufler. Das Zeitzer Werk werde von den Trebsenern das ganze Jahr beliefert, vorwiegend mit Weizen, aber auch mit Gerste, Mais und Triticale, einer Kreuzung aus Roggen und Weizen.

„Das Agrarland Sachsen hat eine leistungsfähige Landwirtschaft, aber wenig Verarbeitung. Umso wichtiger ist für uns das Werk in Zeitz." Scheufler ist bereits seit 49 Jahren in der Getreidebranche tätig. Er gehört zu den Befürwortern der Beimischung aus Bioethanol. „Ich kenne die sicher gut gemeinten Argumente der Kritiker. Sie befürchten explodierende Grundnahrungsmittelpreise und damit eine Hungerkatastrophe in der Dritten Welt. Die Wahrheit aber ist: Den Getreidepreis regeln längst nicht mehr nur Angebot und Nachfrage. Heutzutage wird der Preis zu etwa zwei Dritteln von der Finanzbranche diktiert, durch große Fondsgesellschaften, die in Getreide investieren und damit spekulieren. Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit des Umdenkens hin zu sauberen Energien."

Der Colditzer Amtsverweser Matthias Schmiedel, dessen Gemeinde Zschadraß 2007 und 2010 mit dem „Energy Award" ausgezeichnet wurde, gönnt den Muldentaler Landwirten das Geschäft: „Aber durch die starke Nachfrage der Industrie produzieren wir Monokulturen. Man muss auch über den Tellerrand schauen: Zuckerrohr wird aus Brasilien eingeführt. Deshalb muss Urwald abgeholzt werden, was die Kohlendioxid-Bilanz nicht gerade verbessert. Was wir brauchen, ist der gesunde Mix. Die Automobilindustrie kann der Motor dafür sein. Dem Elektroauto mit Strom aus Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie gehört die Zukunft."

Haig Latchinian

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