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Trebsener Karnevalisten schreiten in der Bütt zur „Entzensierung“

Närrisches Vergnügen Trebsener Karnevalisten schreiten in der Bütt zur „Entzensierung“

Die Trebsener Karnevalisten ließen es am Wochenende bei der legendären Sackfete so richtig krachen. Ein Thema: Die umstrittenen Fensterbilder, die nach Prüfung des Jugendamtes entfernt werden sollen. Die Mitglieder des TCC fanden ihre ganz eigene Lösung.

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Körperkontakt ausdrücklich erlaubt: Saskia und Emil gaben sich den traditionellen Fünkchen-Kuss.

Quelle: Roger Dietze

Trebsen. Mit dem G 7-Gipfel können es die Närrinnen und Narren des Trebsener Carneval Clubs (TCC) allemal aufnehmen! Denn hoher politischer Besuch hatte sich auch bei der zweiten Sackfete angesagt, die am Sonnabendabend im Rahmen der 42. TCC-Session in der Sport- und Kulturstätte „Johannes Wiede“ über die Bühne ging. Und so hatten der Muldestadt neben Gästen aus der Unterhaltungsbranche wie die Kabarettistin Katrin Weber und die schleswig-holsteinische Band „Santiano“ auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der gemeinhin mächtigste Mann der Welt, Barack Obama, ihre Aufwartung gemacht. Ganz im Sinne des Sackfeten-Programms, das seit dem 11. November vergangenen Jahres unter dem Motto „Norden, Süden, Osten, Westen, bei den Säcken feiert man am Besten!” steht.

Und vom Feiern ließen sich die Trebsener Närrinnen und Narren auch trotz des Umstands nicht abhalten, dass ihre traditionelle Saalgestaltung in den vergangenen Wochen zum Teil der Zensur des Jugendamtes zum Opfer gefallen war. Wie berichtet, hatte der Verein vom Landratsamt die Auflage erhalten, einige der etwas anzüglichen Bilder abzunehmen. Der TCC war dem nachgekommen, indem er vorgestern wie bereits bei der Sackfetenpremiere vor Wochenfrist bestimmte der auf den Bildern abgebildeten menschlichen Körperteile den Blicken insbesondere der jüngeren Sackfetengäste mit Überklebungen entzogen hatte. Logisch, dass die (Provinz-)Posse vom Vereinsvorsitzenden Andreas Julius in seiner Büttenrede aufgegriffen und – nach Auszug der Fünkchen und der übrigen minderjährigen Faschingsgäste – zum Gegenstand einer „Entzensierung“ gemacht wurde, indem die TCC-Büttel einige der umstrittenen Körperpartien den verbliebenen (erwachsenen) Sackfeten-Gästen wieder zur Ansicht brachten. Womit die TCC-Akteure keinen Zweifel daran ließen, was sie von der ganzen Aktion halten. „Die Notwendigkeit, die Bilder zu verhüllen, ist für uns schwer nachzuvollziehen“, gab sich Andreas Julius gleichwohl diplomatisch. Schwer nachzuvollziehen vor allem vor dem Hintergrund, dass sich an den Bildern in 40 langen Jahren niemand jemals gestört habe. Kein Landrat und, wie der Erschaffer des Großteils der Bilder, TCC-Mitglied Peter Dietze, anmerkte, „noch nicht einmal die Staatssicherheit“. Jetzt jedoch ist Kraft jugendamtlicher Entscheidung Schluss mit lustig, müssen sich die TCCler in ihrer 43. Session etwas Neues einfallen lassen.

Doch sich als Verein, der seinen kleinen Etat fast ausschließlich über Eintrittsgelder finanziert, etwas einfallen zu lassen, ist die eine Sache, diese zu finanzieren, eine ganz andere. „Wir können dafür nicht jeden x-beliebigen Stoff nehmen, sondern dieser muss schwer entflammbar sein, und bei den Flächen, die es zu verhüllen gilt, geht das richtig ins Geld“, erklärt TCC-Vize Thoralf Stohr. Und so gibt es mittlerweile – notgedrungener- maßen – Pläne, die Neugestaltung im Rahmen eines Schulprojektes zu realisieren. „Wir wissen allerdings nicht, ob wir uns die Entwürfe zuvor vom Landratsamt genehmigen lassen müssen“, konnte sich der TCC-Vize einen Seitenhieb nicht verkneifen

Von Roger Dietze

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