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Trebsener Oberschule braucht mehr Geld

Investitionsbedarf Trebsener Oberschule braucht mehr Geld

In mehrfacher Hinsicht drückt Detlef Hörig der Schuh. Der Leiter der Trebsener Oberschule sieht einen umfangreichen Investitionsbedarf für seine Bildungsstätte. Im Stadtrat, dem er traditionell gegen Ende des Jahres einen Bericht abstattet, bat er dieses Mal nicht nur um einen Ersatzneubau für die Nebengebäude.

Fritz Petsche, Max Friedrich, Lydia Hammer, Leo Trampna und Dennis Fink (v.l.) aus der Klasse 8a der Oberschule Trebsen sind nicht besonders glücklich darüber, mit veraltetem Lernmaterial arbeiten zu müssen.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. In mehrfacher Hinsicht drückt Detlef Hörig der Schuh. Der Leiter der Trebsener Oberschule sieht einen umfangreichen Investitionsbedarf für seine Bildungsstätte. Im Stadtrat, dem er traditionell gegen Ende des Jahres einen Bericht abstattet, bat er dieses Mal nicht nur um einen Ersatzneubau für die Nebengebäude.

„Wir haben jetzt die komplette Dreizügigkeit erreicht“, sagte Hörig. Für ihn ein Grund zur Freude. Doch dass die Schule aus allen Nähten platzt, führt auch zu Problemen. Der Etat für die Erneuerung des Bestands an Schulbüchern reicht nicht mehr aus, in der Regel sind sie jetzt sechs bis acht, manche sogar zehn Jahre in Benutzung. Sie verschleißen dadurch nicht nur, auch ihr Inhalt veraltet in manchen Fächern. Wenn Verlage in der Zwischenzeit Nachfolgetitel auflegen, würden in einer Klasse unterschiedliche Bücher vorliegen. Hörig: „Dann lässt sich nicht mehr unterrichten, wir müssen den gesamten Bestand austauschen.“ Er bat deshalb die Stadt um mehr Geld für diesen Posten. „Ideal wäre es, alle vier bis fünf Jahre die Bücher zu tauschen“, sagte er und räumte zugleich ein: „Das werden wir wohl nie schaffen.“

Wegen der Schulbuchbeschaffung wurden die Ausgaben für den Kauf neuer Lehrmittel nach seinen Worten stets kurz gehalten. Deshalb werde 26 Jahre nach der Wiedervereinigung im Naturkundebereich immer noch mit DDR-Beständen gearbeitet. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir uns lediglich neue Lichtmikroskope geleistet“, sagte Hörig und bat auch hier um mehr Geld.

Erforderlich ist nach seinen Worten ein zweites Computer-Kabinett. Das jetzige sei älter als zehn Jahre, manche Software laufe auf den Rechnern nicht mehr.

In den meisten der 18 Unterrichtsräume sitzen die Schüler auf Stühlen und an Tischen aus den 1990er-Jahren. „Wir brauchen auch hier systematische Investitionen, jedes Jahr sollten wir uns zwei bis drei Zimmer vornehmen“, sagte Hörig. Je Raum würden bis zu 7000 Euro anfallen plus Wandtafel für 1000 Euro.

In der Turnhalle fehlt dringend eine Alarmierungsanlage. Die Außentür im neuen Treppenhaus ist schon zweimal herausgefallen wegen der Holzschäden im Rahmen. „Für eine so stark belastete Tür sollte Metall gewählt werden“, erklärte Hörig. Kosten: 6000 Euro. Auch wenn es noch Zukunftsmusik sei, müsse schon jetzt darüber nachgedacht werden, für die Schüler Tablet-Computer anzuschaffen.

Vor einem Jahr hatte sich der Stadtrat das Baracken-Ensemble aus den 1950er- bis ’70er-Jahren im hinteren Bereich des Schulgeländes angeschaut, das unter anderem für den Werkunterricht, als Speisesaal, Museum, Schulclub und Archiv genutzt wird. Die Energiekosten sind hoch, weil keine Wand gedämmt ist. Viele Räte, die Stadtverwaltung und Hörig waren sich einig, dass ein Ersatzneubau angebracht wäre. Alle Bemühungen, eine Finanzierung dafür hinzukriegen, scheiterten jedoch. Hörig, der von einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sprach, stieß deshalb noch einmal nach: „Jetzt, da die Politik über Förderungen diskutiert, ist ein guter Zeitpunkt, das Projekt anzugehen.“

Volker Killisch (Freie Wählergemeinschaft Altenhain) nahm die letzten Worte zum Anlass für ein politisches Statement: „Seit die CDU in Sachsen an der Macht ist, wird viel über Bildung diskutiert, aber nichts getan. Das führte zu einem Investitionsstau, die Landesregierung will ihre eigenen Aufgaben auf uns als Schulträger abwälzen.“

Markus Praprotnik (CDU) reagierte prompt: „Wenn solche Aufgaben für die Schule anstehen, müssen wir im Zentrum der Stadt investieren, auch wenn manche Abgeordnete der Meinung sind, dass zu wenig Geld in die Ortsteile fließt.“ Damit meinte er unter anderem Killisch, der in der Oktober-Sitzung des Parlaments von einer ungerechten Verteilung der kommunalen Mittel gesprochen hatte.

Grundsätzlich, betonte Praprotnik, verfüge Trebsen über eine gute Bildungseinrichtung, weshalb so viele Schüler von außerhalb einpendeln. Wenn wir uns die Verhältnisse in den Großstädten anschauen, leben wir in paradiesischen Verhältnissen“, meinte er.

Was eine neue Tür im Treppenhaus betrifft, konnte Bauamtsleiterin Marika Haupt Hoffnung machen. Das Geld sei für kommendes Jahr eingeplant. Auch die Alarmierungsanlage für die Turnhalle steht auf der Agenda.

Von Frank Pfeifer

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