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Grimma Trebsener Oberschule fehlt Wärmedämmung – Nebengebäuden droht Abriss
Region Grimma Trebsener Oberschule fehlt Wärmedämmung – Nebengebäuden droht Abriss
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12:17 26.11.2015
Die Stadträte mit Bürgermeister Stefan Müller (links) im Werkraum. Geringe Wandstärken und Doppelfenster sind dort das Problem.  Quelle: Thomas Kube
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Trebsen

 Auch wenn sich die Trebsener Oberschule großer Beliebtheit erfreut und fast aus allen Nähten platzt, drückt Detlef Hörig an einer Stelle der Schuh. Der Leiter der Bildungsstätte würde am liebsten die Gebäude im hinteren Bereich des Geländes abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen. Die Stadträte führte er jüngst durch die Räume, um sie von der Notwendigkeit zu überzeugen.

Einen Überblick verschaffte sich der Trebsener Stadtrat über die Schäden in den Nebengebäuden der kommunalen Oberschule. In mehreren Räumen war er unterwegs.

Schon von außen grüßt das triste Fassadengrau der sozialistischen Ära. In den 1950er-Jahren entstand die erste Baracke, in den 1960ern und 1970ern folgten Erweiterungen – ein Sammelsurium aus verschiedenen Bauweisen und -stilen. Eine Gemeinsamkeit haben dennoch alle Teile: Sie verfügen über keine Wärmedämmung. „Die Heizung stammt aus DDR-Zeiten, neu sind nur die Reglungsventile“, schildert Hörig. „Wir stecken hier viel mehr Energie rein als in das Schulgebäude.“

Immer der Nase nach

Einige Räte rümpfen die Nase, als sie den ersten Raum, den Speisesaal, betreten. Es riecht muffig, doch nicht vom letzten Essen. „Ich möchte nicht wissen, wie es unter dem Parkett aussieht“, sagt der Schulleiter. Warm zu kriegen sei der Raum zwar, aber nur für viel Geld.

Die angrenzende Küche habe die Stadt in einen Zustand versetzt, der den Mindestanforderungen der Hygiene entspricht. Vor einigen Jahren seien Schimmelschäden beseitigt worden. Durch einen Raumteiler, der nicht bis zur Decke reicht, ist das Schulbucharchiv abgetrennt. In den Schränken liegen die Werke immer noch sicherer als im Keller des Haupthauses, der wegen seiner Feuchtigkeit ungeeignet wäre.

Sollen die Nebengebäude der Trebsener Oberschule saniert werden oder wäre ein Ersatzneubau besser?

Marode sind die Nebengebäude der Trebsener Oberschule. Der Stadtrat muss nun darüber entscheiden, ob sie saniert werden sollen oder ob ein Neubau günstiger wäre.

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Der Hausmeister hat einen Abstellraum, im Keller kommen ausrangierte Schulmöbel unter. Dort, wo früher im ersten Stock die Köche ihre Pausen verbrachten, befindet sich jetzt das Schularchiv. Möglich ist das nur, weil in diesem Bereich das Dach dicht hält.

Das tut es weiter hinten im Werkraum zwar auch noch. Schulleiter Hörig sieht aber die Gefahr, dass es bald reinregnet, wenn nichts getan wird. Geringe Wandstärken, klapprige Doppelfenster, hier entspricht nichts mehr modernen Anforderungen. „Die Mängel lassen sich nicht wegreden“, gesteht Bauamtsleiterin Marika Haupt, die ein Kompliment ans Personal der Bildungseinrichtung nachschiebt: „Es sieht aber alles gepflegt aus.“ Das liebevoll eingerichtete Schulmuseum wird gerade bei Klassentreffen gern genutzt.

Weit mehr besucht ist der Schulclub. dort finden die Kinder und Jugendlichen Freiräume oder warten einfach nur auf den Bus, der sie heimbringt. Die Wände haben sie selbst bemalt, optisch gibt der Raum eine Menge her. Manche Fenster lassen sich aber nicht mehr öffnen. Sie sind verfault und wurden zugeschraubt. Nach oben gibt es keine Isolierung, nur eine Schicht Steinwolle. Selbst bei voll aufgedrehter Heizung lässt sich nicht mehr als eine Temperatur von 21 Grad erreichen.

Schulleiter wünscht sich Neubau

Insgesamt also ein Ensemble, das keineswegs in die heutige Zeit passt. Hörig wünscht sich deshalb einen Ersatzneubau, der alle Funktionen in sich vereint und darüber hinaus über einen Mehrzweckraum für größere Veranstaltungen verfügt. „Man muss Visionen entwickeln“, fordert er, um danach seine Gäste gleich in die Pflicht zu nehmen: „Dafür ist der Stadtrat da.“

Der erste Vorschlag kommt von Dieter Grobe (SPD): „Man könnte beim Neubau in die Tiefe gehen, dann ließen sich gleich die Abstände zu den Nachbarn vergrößern.“ Ein unterirdisches Geschoss sei immer sehr teuer, entgegnet Bauamtsleiterin Haupt. „Lieber setze ich noch ein Stockwerk drauf.“ Im übrigen sei zu überlegen, ob die Schule vielleicht einmal vierzügig wird und deshalb noch mehr Unterrichtsräume gebraucht werden. Diese könnten dann im Neubau mit entstehen. Für Birgit Benedix-Bade (Gemeinsame Zukunft Trebsen/Altenhain/Neichen/Seelingstädt) sollte der Stadtrat zunächst darüber diskutieren, was er bereit ist auszugeben.

Von Frank Pfeifer

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