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Trebsener Papierfabrik soll Aufbereitungsanlage für Biogas erhalten

Stadtrat einig Trebsener Papierfabrik soll Aufbereitungsanlage für Biogas erhalten

Einstimmig befürwortete der Trebsener Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung den Bau einer Biogasaufbereitungsanlage auf dem Gelände der Papierfabrik „Julius Schulte“. Bedenken, die noch im Technischen Ausschuss hinsichtlich einer Belastung des näheren Wohnumfelds geäußert worden sind, konnten ausgeräumt werden.

Den Schalt- und Überwachungsraum der Blockheizkraftwerke schauten sich im Mai Betriebsleiter Maik Nürnberger, Landrat Henry Graichen, der geschäftsführender Gesellschafter Jörg Kober und Bürgermeister Stefan Müller (vorn v.l.) bei einem Rundgang an. Die Technik soll bald ausgedient haben, denn die Papierfabrik plant eine Biogasaufbereitungsanlage.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Einstimmig befürwortete der Trebsener Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung den Bau einer Biogasaufbereitungsanlage auf dem Gelände der Papierfabrik „Julius Schulte“. Bedenken, die noch im Technischen Ausschuss hinsichtlich einer Belastung des näheren Wohnumfelds geäußert worden sind, konnten ausgeräumt werden.

Wie Elmar Fischer, Leiter des Bereichs Umwelttechnik der Papierfabrik, den Abgeordneten erläuterte, entwickelt sich das Unternehmen an der Mulde positiv. Im Oktober vergangenen Jahres genehmigte die Landesdirektion Sachsen eine Produktionserweiterung, weshalb derzeit der Ausstoß an Verpackungsrohpapieren schrittweise erhöht wird. Eine Bedingung für die Genehmigung war jedoch, neue Technik für den Umgang mit dem Biogas anzuschaffen, das in der Kläranlage entsteht, in der das Abwasser aus der Produktion gereinigt wird.

Bisher verbrennt es der Betrieb in den beiden Blockheizkraftwerken. Ihre Wirkungsgrade entsprechen aber nicht mehr den heutigen Standards. Außerdem sind sie angesichts der gestiegenen Produktion mittlerweile zu klein, so dass ein Teil des Gases abgefackelt werden muss. Alles in allem wenig effizient und nicht im Sinne der Umwelt.

So kam die Überlegung zur kompletten Umrüstung auf. Die Blockheizkraftwerke, so Fischer, sollen außer Betrieb genommen und durch die Biogasaufbereitungsanlage ersetzt werden, in die das Rohbiogas aus der Kläranlage künftig strömen wird. In einer wässrigen Lösung werden dort das Kohlendioxid, das den Hauptteil ausmacht, und andere Bestandteile wie Ammoniak und Stickstoff – zusammen weniger als ein Prozent – ausgewaschen. Übrig bleibt Methan, das über eine noch zu errichtende Station ins Erdgasnetz eingespeist werden soll. So lässt sich das gesamte Biogas nutzen.

Das Unternehmen Schulte wird die Anlage weder bauen noch betreiben. „Dafür haben wir mit der Revis Bioenergy GmbH aus Münster einen Partner gefunden“, sagte Fischer im Stadtrat und erklärte im Nachgang gegenüber der LVZ: „Für beide Seiten bringt die Anlage einen wirtschaftlichen Gewinn.“

Im Technischen Ausschuss hatten Abgeordnete Aussagen über Abstandsflächen zur Wohnbebauung in Trebsen und insbesondere in Pauschwitz gefordert. Elmar Fischer verwies nun auf ein angefertigtes Lärmschutzgutachten, das auf der Basis von neun Messpunkten in der Umgebung erstellt wurde. Daraus gehe hervor, dass die zu erwartenden Belastungen unter der gesetzlichen Schwelle liegen und keine Verschlechterung der Situation in den Wohngebieten eintritt. „Da in den Messungen die Blockheizkraftwerke noch drin sind, die dann wegfallen, nimmt der Lärm gegenüber dem heutigen Wert sogar noch etwas ab“, so der Unternehmensvertreter. Auch mit einer Mehrbelastung an Gerüchen müssten die Anwohner nicht rechnen.

Der Stadtrat glaubte es und erteilte sein Einvernehmen zum Bau der Aufbereitungsanlage – vorbehaltlich der Zustimmung anderer Behörden. Die Abgeordnete Silke Starke (Gemeinsame Zukunft Trebsen/Altenhain/Neichen/Seelingstädt) wollte nur noch wissen, warum es vor allem nachts zu störenden Pfeifgeräuschen in der Papierfabrik kam. Laut Fischer handelte es sich um ein Überdruckventil, das ausgelöst habe. Es sei inzwischen gewartet worden, so dass das Problem nicht mehr auftreten dürfte.

Von Frank Pfeifer

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