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Grimma Trebsener Schlossherr bringt seinen Festsaal in Schuss und will Hotelzimmer schaffen
Region Grimma Trebsener Schlossherr bringt seinen Festsaal in Schuss und will Hotelzimmer schaffen
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00:19 20.05.2017
Eine einzige Baustelle ist der Festsaal. Er wird ein ganz anderes Erscheinungsbild haben, wenn die Wände verputzt sind. Quelle: Thomas Kube
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Trebsen

Highland-Games, Firebirds-Festival, Pfingst-Ritterspiele und Weihnachtsmarkt, über das Jahr hinweg zieht es mehrmals Heerscharen von Besuchern zum Trebsener Schloss. Und über die Jahre hinweg stoßen sie auf ein immer schöneres Ambiente. Derzeit wird der Festsaal im Westflügel und ein weiteres Stück der Schlossmauer saniert.

Nur noch wenige dürften sich daran erinnern, wie es einmal um den Festsaal bestellt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ostflügel hergerichtet, um dort Flüchtlinge unterbringen zu können. Das erforderliche Material entnahmen die Bauherren aus dem Westflügel. „Im Festsaal gab es kein Dach mehr, die Wände waren über die DDR-Zeit dem Verfall preisgegeben“, schildert Jochen Rockstroh, der das Schloss für 99 Jahre von der Stadt Trebsen erbgepachtet hat.

Der Festsaal mit der markanten Mittelsäule. In zwei bis drei Monaten soll er in neuem Glanz erstrahlen. Quelle: Thomas Kube

Sein Vorgänger, Uwe Bielefeld, ließ eine Betondecke und einen Betonboden mit Fußbodenheizung einziehen. Nun müssen dort die Brandschutzbestimmungen umgesetzt werden. „Um mit 200 Leuten hier feiern zu können, brauchen wir Fluchtwege und eine Notbeleuchtung“, erläutert Rockstroh. Momentan wird die neue Elektrik installiert, hinterher sollen alle Wände verputzt werden. „Ich denke, in zwei bis drei Monaten sind wir durch“, schätzt der 56-jährige Schlossherr, der das alles selbst finanziert.

Gefeiert werden kann auch in diesem urigen Raum, der 70 Personen Platz bietet. Quelle: Thomas Kube

Vorstellen kann er sich im Saal nicht nur öffentliche Konzerte und Kabarettveranstaltungen, sondern auch Familienfeiern. Größere Hochzeitsgesellschaften könnten ihn nutzen nach der Eheschließung im Erdgeschoss. Schon jetzt gibt es für Runden von bis zu 70 Personen eine urige Kapelle, außerdem ein Damen- und ein Herrenzimmer.

Das Herrenzimmer besticht durch diesen runden Tisch. Quelle: Thomas Kube

Im endgültigen Konzept stellt der Festsaal also einen wichtigen Baustein dar, wenngleich noch nicht den letzten. Die vollkommene Synergie ergibt sich erst, wenn das Schoss auch genügend Übernachtungsbetten anbieten kann. „Perspektivisch werden wir das Hotel angehen“, kündigt Rockstroh an. „Wir haben 25 barocke Räume im Süd- und Ostflügel, die zurzeit leerstehen; diese wollen wir mit Bädern ausstatten. Außerdem müssen neue Fenster eingebaut werden.“ Wie überall in der historischen Bausubstanz gilt es auch dort alle denkmalpflegerischen und brandschutztechnischen Belange zu beachten.

In diesem Raum können Ehen geschlossen werden. Er gehört zum Standesamtsbezirk Grimma. Quelle: Thomas Kube

Damit das, was im Inneren entsteht, künftig gut geschützt ist, wird momentan die Schlossmauer saniert. „Sie hat 500 bis 600 Jahre gehalten“, sagt Rockstroh. „Doch die beiden Rekordfluten von 2002 und ’13 setzten ihr mächtig zu.“ Das Wasser der Mulde spülte Fugen aus, schuf Hohlräume, die jetzt mit Spezialputz zugesetzt werden. Zum Fluss hin wurden Erdanker eingebracht. Am Ende erhalten die Natursteine einen leichten Putz, der im Laufe der Zeit verwittern soll, damit die Wand in 20 bis 30 Jahren wieder so aussieht, als hätte schon ewig der Zahn der Zeit an ihr genagt.

Die Schlossmauer schützt das Gebäudeensemble vor den Fluten der Mulde. Quelle: Thomas Kube

„Die knappe Hälfte der Mauer haben wir geschafft“, bilanziert Rockstroh. „In drei bis vier Wochen wollen wir mit der Nordwand fertig sein. Dann werden wir nachrechnen, wie viel Geld noch da ist. Vielleicht schaffen wir es komplett rundherum.“ Finanziell abgedeckt werden die Arbeiten weitgehend über das Programm der Freistaates zur Beseitigung von Hochwasserschäden, 20 Prozent muss die Stadt aufbringen.

Von Frank Pfeifer

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