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Trebsener Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ feiert ihr 20-jähriges Bestehen

Runder Geburtstag Trebsener Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ feiert ihr 20-jähriges Bestehen

Am Anfang der Dinge stehen oft Zufälle. Ohne einen solchen würde es die Trebsener Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ wohl nicht geben. Am Mittwoch feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen, ihre Bedeutung ist noch genauso wichtig wie zum Beginn.

Brigitte Georgi, die Vorsitzende der Trebsener Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs“.

Quelle: Frank Pfeifer

Trebsen. Am Anfang der Dinge stehen oft Zufälle. Ohne einen solchen würde es die Trebsener Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ wohl nicht geben. Am Mittwoch feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen, ihre Bedeutung ist noch genauso wichtig wie zum Beginn.

„Chronische Krankheiten, Behinderungen und psychische Krisen führen häufig zu Rückzug und Isolation“, sagt Brigitte Georgi (70), Vorsitzende der Gruppe. „Ein kranker Mensch entwickelt schnell das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden oder nicht mehr in das Bild der heutigen Zeit zu passen.“ Sie selbst kennt das aus eigener Erfahrung. „Man fühlt sich wie in ein Loch geschmissen.“

In dieser Phase wollte es das Schicksal, dass ihre Tochter bei einem Klassentreffen jener von Renate Janssen (68) aus Trebsen begegnete und sich die Zwei über die Krebserkrankungen ihrer Mütter unterhielten. Die Keimzelle für die spätere Selbsthilfegruppe. Beide Frauen fanden zueinander und meinten, dass es nicht ausreicht, Fachliteratur zu verschlingen. „Wichtig ist es auch, sich auszutauschen“, erklärt Renate Janssen. „Und wir wollten das Wissen, das wir inzwischen erworben hatten, an andere Frauen weitergeben.“

Sie sprachen Betroffene an, die sie bei Bestrahlungen oder Chemotherapien kennengelernt hatten. So waren sie bei einem ersten Gruppenabend im Oktober 1997 zu neunt in der Laube von Brigitte Georgi, die damals noch in Trebsen wohnte und später nach Grimma umgezogen ist. Als Dachverband entschieden sie sich für die Sächsische Krebsgesellschaft in Zwickau, in der die Gruppe als Ganzes und die meisten der inzwischen 24 Frauen Mitglieder geworden sind.

Was sie eint, ist der Mut, sich so einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, denn an Vorurteilen mangelt es nicht. Es werde nur über Krankheiten gesprochen, heißt es da. Sogar von einer Ärztin ist zu hören, die ihrer Patientin abriet, der Gruppe beizutreten, weil es sie nur runterziehe, wenn dort plötzlich ein Stuhl frei bleibt. In der Tat verlor die Gruppe im Laufe der zwei Jahrzehnte elf liebgewonnene Mitglieder.

Und dennoch, Ina Schröter (52) bereut ihren Schritt nicht. Die Neichenerin, die in Grimma als Hortleiterin arbeitet, kam im vergangenen Jahr zur Gruppe, weil sie sich in ihr ganz anders aufgehoben fühlt. „Ich hatte gemerkt, dass ich im persönlichen Umfeld mit niemandem richtig reden kann. Die Leute meinen es gut, wenn sie mich fragen, wie es mir geht. Mitleid spielt eine große Rolle. Aber das erdrückt einen, zieht einen runter.“

Ganz anders die Atmosphäre in der Selbsthilfegruppe, deren Kontakt sie sich im Gesundheitsamt Grimma erfragt hatte. „Hier können wir die Seele baumeln lassen“, beschreibt Ina Schröter. „Und wir reden beileibe nicht nur über Krankheiten.“ Sicher werden Fachvorträge organisiert, zum Beispiel über Hilfsmittel, Rehabilitationen und neue Gesetzlichkeiten. Es geht aber auch um Familiäres, den Garten, Kommunales wie zum Beispiel Straßensperrungen, ebenso um Veranstaltungen, die gemeinsam besucht werden, und die jährlichen Ausflüge. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen; jeder entscheidet selbst, inwieweit er sich den anderen gegenüber aussprechen will.

Genauso zwanglos soll es auch zugehen, wenn die Gruppe am Mittwoch in der Tabak-Baude Rothersdorf ihren runden Geburtstag feiert. Viele Sponsoren haben das Fest ermöglicht, wofür sie sehr dankbar sind. Eingeladen sind auch die Ehemänner, denn sie tragen oft schwer an der Krankheit ihrer Frauen.

Kontakt: Telefon 03437/9 41 68 51

Von Frank Pfeifer

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