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Grimma Trebsens Feuerwehr übt Selbstkritik und Kritik an neuer Leitstelle
Region Grimma Trebsens Feuerwehr übt Selbstkritik und Kritik an neuer Leitstelle
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11:08 07.03.2018
Gelungene Überraschung: Bürgermeister Stefan Müller (M.) zieht mit der Blaulichtcard einen Motivationstrumpf aus dem Ärmel und überreicht diese an die Ortswehrleiter Christian Pfaff, Daniel Rudolph, Lutz Hoffmann und Tony Bechler (v.l.). Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Für die insgesamt 115 Floriansjünger der Stadt Trebsen sowie deren Ortsteile Altenhain, Neichen und Seelingstädt, darunter 24 Frauen, ist die Jahreshauptversammlung ein Wechselbad der Gefühle. Stadtwehrleiter Christian Pfaff wartet mit einem Rechenschaftsbericht auf, der es in sich hat, bevor Bürgermeister Stefan Müller (CDU) als Motivationsspritze die Blaulicht-Card zückt.

Ausbildungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft

Noch bevor Pfaff auf das eigentlich Wesentliche zu sprechen kommt, nämlich auf die Jahresbilanz 2017 mit 41 Einsätzen und zehn kulturellen Aktivitäten sowie Beförderungen und Ehrungen, beschwört er eindringlich den Zusammenhalt der Truppe. „Diese Veranstaltung sollte von allen Kameraden genutzt werden, nicht nur Erfolge hervorzuheben, sondern auch Probleme anzusprechen“, fordert Pfaff einleitend.

Denn es gibt seiner Einschätzung nach „Sachen, die nicht so perfekt laufen.“ Etwa in der Ausbildung, die zwar als gut einzuschätzen sei, jedoch „qualitativ verbessert werden muss.“ Pfaff ist überzeugt, „dass nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.“ Weshalb er ankündigt, „die gemeinsamen ortsübergreifenden Ausbildungen in der Praxis 2018 in den Vordergrund zu rücken.“ Denn vergangenes Jahr sei es nicht gelungen, diese regelmäßig durchzuführen.

Einsatzbereitschaft in der Woche weiter problematisch

Als eine Schwachstelle spricht Pfaff die Tageseinsatzbereitschaft an. „Speziell an Werktagen lässt sich zwischen 6 und 16 Uhr eine Gruppen- oder Staffelbesetzung nur schwer absichern“, bedauert der Stadtwehrleiter. Ein anderes Problem werde im Atemschutz deutlich. „Hier haben wir nach wie vor Handlungsbedarf.“ Umso mehr dankt er ausdrücklich jenen Atemschutzträgern, die sich neben dem regulären Feuerwehrdienst weitere Belastungen in der Ausbildung aufbürden. Positiv indes sei die intensive Ausbildung im Bereich Digitalfunk gelaufen.

Kritik übt die Wehrleitung in Trebsen auch an der neuen Leitstelle in Leipzig und untermauert diese mit konkreten Beispielen anhand verzögerter Alarmierungen. Aber: „Wir als Feuerwehr können daran nichts ändern. Hier ist die Politik gefragt“, stellt Steffen Kunze als stellvertretender Kreisbrandmeister in seinem Gastbeitrag klar. Was die materiell-technische Ausstattung angeht, strahlen bei Pfaff die Augen. Ungeachtet der Tatsache, dass Altenhain ein neues Einsatzfahrzeug benötigt und die dafür nötigen Maßnahmen angelaufen sind, sei die Feuerwehr der Stadt Trebsen insgesamt gut aufgestellt.

Blaulicht-Card als Motivation für die Kameraden

Bürgermeister Stefan Müller nutzt sein Grußwort für ein Dankeschön an die Frauen und Männer in allen Ortsfeuerwehren. „Wir leben in Zeiten, in denen sich jeder selbst der Nächste ist. Bei Ihnen ist das nicht so, denn Sie üben, trainieren und bilden sich fort, um dem Gemeinwohl zu dienen.“ Zum Dank überreichte er allen Kameraden die besagte Blaulicht-Card. Damit stehen ihnen die Schwimmhalle in Grimma und die Bibliothek in Trebsen kostenfrei zur Nutzung offen. Zudem sind Preisnachlässe für das Freizeitbad Riff in Bad Lausick drin.

Von Frank Schmidt

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