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Trebsens Oberschule erhält Bestandsschutz und hofft auf Erfüllung eines Wunsches

Bestätigung Trebsens Oberschule erhält Bestandsschutz und hofft auf Erfüllung eines Wunsches

Eine Bestandssicherheit der Oberschule für die nächsten zehn Jahre bestätigte das Kultusministerium der Stadt Trebsen. Das weckt die Hoffnung, einen langgehegten Investitionswunsch umsetzen zu können.

Die barackenähnlichen Nebengebäude der Trebsener Oberschule. Gern würde sie die Stadt abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen. Freude im Trebsener Rathaus. Schriftlich bestätigte das Kultusministerium der Stadt eine Bestandssicherheit der Oberschule für die nächsten zehn Jahre. Das weckt die Hoffnung, einen langgehegten Wunsch umsetzen zu können, nämlich die alten Nebengelasse durch einen Neubau zu ersetzen. Den endgültigen Durchbruch bedeutet die Nachricht allerdings noch nicht.

Eine geförderte Investition in einen Schulstandort bedürfe in jedem Fall der Zusage einer Bestandssicherheit, teilte Helge Paulig, Referent im sächsischen Kultusministerium, der Kommune mit. Und im nächsten Satz bestätigte er diese Garantie für die nächsten zehn Jahre. „In diesem Zeitraum wird von einer dreizügigen Führung der Schule ausgegangen“ begründete er.

„Für uns ein positives Signal“, kommentiert Hauptamtsleiterin Romy Sperling. „Das ist ein erster Schritt. Nun geht es darum, ein Projekt für den Neubau zu erarbeiten.“ So sieht es auch Bürgermeister Stefan Müller (CDU), der die Hoffnung hegt, noch dieses Jahr mit den Planungen beginnen zu können. Daran gebunden sind nach seinen Worten jedoch einige Voraussetzungen. „Die Kosten für die Planungen müssen wir in den diesjährigen Haushalt einstellen. Den Etat können wir aber nur beschließen, wenn die Eröffnungsbilanz fürs doppische Haushaltswesen steht. Mein Ziel ist es, sie bis zum 31. März hinzubekommen“, erläutert er.

Aufs Tempo drücken einige Stadträte. „Es rächt sich jedes Jahr, das wir später mit dem Ersatzneubau fertig werden“, mahnt Steffen Slowik (CDU). „Wir sollten die Planung anschieben, um dann Fördermittel beantragen zu können“, rät Volker Killisch (Freie Wählergemeinschaft Altenhain). Und Markus Praprotnik (CDU) meint: „Wenn das Programm ,Brücken in die Zukunft’ fortgesetzt wird, wovon ich ausgehe, sollten wir eine Planung in der Schublade haben.“

Sicher ist es allerdings noch nicht, ob das Investitionskraftprogramm tatsächlich eine Neuauflage erfährt. Laut Kultusministerium befindet sich noch vieles in der Abstimmungsphase, verschiedene Fragen zum Verfahren und zu den Förderbedingungen ließen sich noch nicht endgültig klären. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, könne ein formales Gesetzgebungsverfahren folgen. Am Ende stehe aber die Entscheidung vor Ort, welche konkreten Investitionsvorhaben gefördert werden, da voraussichtlich die Erfüllung aller Wünsche nicht möglich sein wird.

Genau daran war schon einmal das Oberschulprojekt gescheitert. Als sich das erste Investkraftpaket „Brücken in die Zukunft“ anbahnte, schwebten der Stadt 2016 drei Großvorhaben vor: ein Ersatzneubau für die Nebengebäude der Oberschule, ein Erweiterungsbau für die Grundschule sowie der Abriss und Neubau des Kindergartens Seelingstädt. Nichts von alledem ließ sich mit dem Geld realisieren, weil das Landratsamt forderte, während der damals noch laufenden Haushaltskonsolidierung kleinere Brötchen zu backen. So verwendete die Stadt das Geld, um an der Grundschule einen zweiten Rettungsweg zu schaffen, Straßenbeleuchtungen auf LED-Technik umzustellen und ein Spielgerät für die Kindertagesstätte Trebsen zu kaufen.

Falls nun ein zweiter Teil von „Brücken in die Zukunft“ zustande kommt, aber Trebsen wieder kein Geld aus dem Topf für den Ersatzneubau an der Oberschule erhält, macht das Kultusministerium Hoffnung auf eine Alternative. Möglich seien dann Hilfen über die Fachförderung. Dafür müsste die Stadt bis spätestens 1. September einen Antrag bei der Sächsischen Aufbaubank stellen.

Schulleiter Detlef Hörig hält einen Ersatzneubau der Nebengelasse für erforderlich. Schon zweimal führte er die Stadträte durch die Räume, um auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen. Das Sammelsurium aus alten Häusern und Anbauten ist nicht wärmegedämmt, die Heizung stammt aus DDR-Zeiten. Im Speiseraum riecht es muffig, in der ehemaligen Küche lagern Schulbücher. Die Fenster sind klapprig oder, wie im Schulclub, verfault, weshalb sie zugeschraubt wurden. Für das Schleifen der maroden Bausubstanz und die Errichtung eines neuen Hauses rechnet Bauamtsleiterin Marika Haupt mit Kosten von mindestens 1,5 Millionen Euro.

Von Frank Pfeifer

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