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Grimma Überflutungen im Muldental - Feuerwehren im Dauereinsatz
Region Grimma Überflutungen im Muldental - Feuerwehren im Dauereinsatz
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11:34 08.08.2010
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Muldental

Später musste auch die Verkehrsader Trebsen-Neichen wegen Überflutung gesperrt werden. Vielerorts wurden die Feuerwehren in Alarmbereitschaft versetzt.

In Colditz ließ Wehrleiter Steffen Schmidt seine Mannen vorsorglich Sandsäcke abfüllen, während in Sermuth die Kameraden schon richtig zu tun bekamen. Sie mussten den Damm an der Baustelle für die neue Hochwasserschutzmauer sichern. Dort befand sich zwischen dem Bauwerk und Damm ein etwa 15 Meter breiter Durchlass als Baustellenzufahrt, der mit Hilfe der Baufirma eiligst geschlossen wurde.

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„Diesen Schutzdamm haben wir mit Sandsäcken und Vlies stabilisiert, weil ein noch um mindestens ein Meter steigender Pegel erwartet wird“, sagte Steffen Kunze, Gemeindewehrleiter von Großbothen, der mit zirka 35 Kräften aus Sermuth und Schönbach stundenlang im Einsatz war. Bereist am frühen Abend stieg der Pegel in Golzern auf über vier Meter an, was der zweiten Hochwasserstufe entsprach. Der Scheitelpunkt wurde mit 4,54 Meter noch vor der dritten Warnstufe in der Nacht zum Sonntag registriert.

In dieser Zeit spielten sich dramatische Szenen in Höfgen ab. Dort stand das Abtreiben der Schiffmühle zu befürchten. „Durch Treibgut wurden zwei Halteseile gekappt“, schilderte Uwe Andrich die Geschehnisse. Der etwa 50 Tonnen gewichtige Nachbau der historischen Schiffmühle hatte sich durch die starke Strömung bedrohlich gedreht. Bei stetig steigenden Fluten kämpften die Feuerwehren aus Kaditzsch und Grimma beinahe heroisch, aber erfolgreich um die Sicherung des Baudenkmales. Dennoch schlugen sich René Reißmann und Ralph Seidel als Wachposten den Rest der Nacht um die Ohren. Bekamen aber zum Durchhalten gegen ein Uhr von Katrin Naumann einen Korb gefüllt mit Obst und vor allem mit Kaffee gebracht. Am Morgen danach stellte Andrich erleichtert fest: „Jetzt ist die Situation stabil.“ Was so viel heißt, die Jungs der Feuerwehr haben gute Arbeit geleistet.

Auch am Morgen danach erhellte eine scheinheilig hinter den Wolken vorblinzelnde Sonne das Ausmaß der in unserer Region noch relativ glimpflich verlaufenden Flut. Die Baustelle an der Pöppelmannbrücke hat nasse Füße bekommen. Zwar konnten Baufahrzeuge und Technik rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Doch die erste vormontierte Brückenhälfte ging erstmals mit dem nassen Element unfreiwillig auf Tuchfühlung. Erst im Laufe des Tages entspannte sich die Situation deutlich.

Frank Schmidt

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