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Grimma Übergangslösung in Sicht
Region Grimma Übergangslösung in Sicht
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16:35 19.05.2015
Hinter den Kulissen: Die Seume-Bibliothek ist noch nicht wieder für die Leser zugänglich. Katrin Örtl und ihr Team arbeiten an einer Übergangslösung. Quelle: Andreas Röse

"Wir hatten mit 1,50 Meter nicht gerechnet", sagte die Diplom-Bibliothekarin, die in Leipzig wohnt. Allerdings habe das Bibliotheksteam die Hochwasseransagen ernst genommen, "Noch am 1. Juni räumten wir die Stühle, das Sofa und 10 000 Bücher Belletristik in die oberen Etagen", erzählte die Bibliothekschefin. "Es war eine Schufterei. Als die Entwarnung abends am 1. Juni kam, dachten wir schon, dass alles umsonst war. Doch es kam schlimmer, als gedacht", erinnerte sie sich. Heute ist sie froh, dass es gemeinsam gelungen ist, die Bücher zu retten. "Nur die Regale konnten wir nicht transportieren. Darin stand das Wasser bis zur vierten Regalreihe", ist die Leipzigerin noch heute erstaunt darüber. In dieser Woche nun sind die vier Mitarbeiterinnen mit Unterstützung von vielen fleißigen Helfern dabei, die Bücher aus dem Erdgeschoss, in den oberen Etagen unterzubringen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Übergangslösung, damit wir noch in diesem Jahr die oberen Etagen wieder öffnen können. Denn die Sanierung des gesamten Hauses wird nicht zu schaffen sein", sagte sie. "Wir müssen jedes Buch in die Hand nehmen, um es zu registrieren, damit wir den Lesern genau sagen können, wo es steht, und ob es ausgeliehen ist", erklärte die 48-Jährige. Dabei verschwieg sie auch nicht, dass das Aufarbeiten des 50 000 Medien umfassenden Bestandes auch dazu genutzt wird, um sich von einigen Stücken zu trennen. "Uns wird es nicht gelingen, in den uns verbliebenen zwei Etagen, alle Bücher aufzustellen. Ein Teil muss auch auf den Boden", sagte sie. Da die Theke im Eingangsbereich den Fluten zum Opfer fiel, ist bereits eine Ersatzlösung in der ersten Etage aufgestellt. "Dazu haben wir die Computerarbeitsplätze unserer Leser nutzen müssen", sagte sie. Allerdings wird es trotzdem einen wieder geben. Von seitens des Bibliotheksteam wäre es zu schaffen, Ende Juli die Medien wieder in dem Zustand zu haben, dass sie ausgeliehen werden können. Denn selbst von der Stadtbibliothek Leipzig bekamen sie Amtshilfe. Michael Gädicke brachte Stapelkisten vorbei, die dringend zum Transport der Bücher benötigt wurden. "Die Eröffnung der oberen Etagen hängt nicht allein von uns ab. Die Bauleute müssen den Eingangsbereich so auf Vordermann bringen, dass die Bürger diesen ohne Gefahr betreten können", erklärte sie. Deshalb könne sie keinen verbindlichen Termin nennen, an dem die Leser die Seume-Bibliothek besuchen können. Sie bat um Verständnis und Geduld und verwies gleichzeitig auf die geöffneten Außenstellen der Bibliothek "Alle Leihfristen werden automatisch verlängert. Es entstehen keine Mahn- und Versäumnisgebühren", erklärte sie. Gleichzeitig warb sie um Verständnis, dass es ihr derzeit nicht möglich ist, alle E-Mails zu beantworten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Cornelia Braun

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