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Übernachtung einmal anders – Rittergut Trebsen eröffnet Herberge

Gotische Betten Übernachtung einmal anders – Rittergut Trebsen eröffnet Herberge

Rustikale Möbel und Betten mit Dächern – wer im Rittergut Trebsen übernachtet, findet ein außergewöhnliches Ambiente vor. Der Verein, der das historische Ensemble unter seine Fittiche genommen hat und sich jetzt einen anderen Namen zulegte, eröffnete in diesem Monat seine Herberge. Damit trägt er zugleich seiner Neuausrichtung Rechnung.

Auf alt getrimmt sind die Gästezimmer der neuen Herberge. Der Förderverein Rittergut Trebsen hat unter Leitung von Uwe Bielefeld über ein Jahr lang an ihnen gearbeitet.

Quelle: Andreas Döring

Trebsen. Rustikale Möbel und hölzerne Betten mit Dächern – wer im Rittergut Trebsen übernachtet, findet ein recht außergewöhnliches Ambiente vor. Der Verein, der das historische Ensemble unter seine Fittiche genommen hat und sich jetzt einen anderen Namen zulegte, eröffnete in diesem Monat eine Herberge. Damit trägt er zugleich seiner Neuausrichtung Rechnung.

Bisher hatte sich die engagierte Truppe um Uwe Bielefeld als Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege – Rittergut Trebsen unter anderem für die Weiterbildung von Stuckateuren, Malern, Maurern, Tischlern, Zimmerern und Steinmetzen stark gemacht. Weil dieser Daseinszweig nach knapp 25 Jahren wegbrach, mussten neue Wege fürs Überleben gefunden werden. Einer davon ist die Schaffung der Herberge mit fünf Doppel- und zwei Einbett-Zimmern.

Der Förderverein Rittergut Trebsen, wie er jetzt heißt, sanierte über ein Jahr lang die Räume des ehemaligen Inspektorenhauses, in denen früher Meister und Gesellen nächtigten, die die Lehrgänge besuchten. Viel geschah dabei in Eigenleistung, manche Überraschung ergab sich erst in der Bauphase. „So ist das nun einmal, wenn man in eine historische Bausubstanz hineinreißt“, kommentiert Vereinchef Bielefeld.

Etliche Veränderungen waren im Laufe der Geschichte vorgenommen worden, die den heutigen Normen qualitativ nicht entsprechen. Als die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft zu DDR-Zeiten das Anwesen nutzte, wurde zum Beispiel eine Wand eingezogen, ohne sie zu verankern. Im Treppenhaus fand der Verein Verblendungen vor, hinter denen Bauschutt aufgefüllt worden war. Es gab aber auch positive Entdeckungen. Ein Brunnen kam im Keller zum Vorschein, er liefert jetzt das Wasser für den Rittergutsgarten.

Mit großem Aufwand mussten rechtliche Auflagen umgesetzt werden. Die 200 Jahre alten Holztüren der Herbergszimmer waren so aufzuarbeiten und brandschutzgerecht zu sanieren, dass sie jetzt rauchdicht sind. „Eine echte Herausforderung“, blickt Bielefeld zurück.

Es hat sich gelohnt, sich ihr zu stellen. Denn der Übernachtungsgast trifft auf eine Herberge, die er in vergleichbarer Form nicht so schnell woanders finden wird. Die Schränke wurden, als sich der Verein noch dem Handwerk widmete, aus alten Türblättern und Beschlägen gefertigt. Die überdachten Kastenbetten entstanden damals nach gotischem Vorbild und wurden nur in der Größe den heutigen Menschen angepasst. Das einzige, was wirklich neu wirkt, sind die Waschbecken in den Zimmern sowie die Duschen und Toiletten auf den Fluren.

„Im Vergleich zur Hotellerie sind unsere Preise günstig“, schätzt Uwe Bielefeld ein. „Wir wollen damit gewährleisten, dass auch Schüler und Studenten bei uns übernachten können.“ Kommen größere Gruppen zusammen, ließen sich im Garten Zelte aufstellen. Die Wochenenden seien schon ganz gut gebucht. An Werktagen bestehe eher noch Luft, dann könnten zum Beispiel auch Monteure die Zimmer beziehen.

Nach Ansicht von Bielefeld bietet die Herberge auch eine gute Voraussetzung für die enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Trebsener Schloss. „Solange dort bei Veranstaltungen und Privatfeiern keine Kapazität besteht, die Gäste unterzubringen, können sie bei uns schlafen“, sagt er. Als Quartier komme das Rittergut ebenso für Besucher der eigenen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Bluesnächte in Frage. Außerdem biete es sich für Wasserwanderer auf der Mulde oder Radler auf dem Muldental- und Muldenbahnradweg als Zwischenstopp an. Sogar private Feiern seien jetzt im Inspektorenhaus möglich.

Zwar können sich die Gäste beköstigen lassen, grundsätzlich tendiert der Verein aber zur Selbstversorgung. Dafür gibt es Küchen auf jeder der beiden Etagen, einen Gemeinschaftsraum sowie hinterm Haus einen großen Grill und Biertischgarnituren.

„Wir denken, dass wir mit der Herberge eine weitere wirtschaftliche Basis für unseren Verein geschaffen haben“, meint Uwe Bielefeld. Für Einnahmen, mit denen das Rittergut erhalten und umgestaltet werden soll, sorgen außerdem die Blueskonzerte, die Reihe „Land und Leute“ sowie das Folkcafé. Zu den etablierten Highland Games soll nächstes Jahr eine neue Großveranstaltung hinzukommen: das erste Nordlandfestival Trebsen vom 10. bis 12. Februar.

Von Frank Pfeifer

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