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Überraschung in Lindhardt - Losentscheid in Eicha

Überraschung in Lindhardt - Losentscheid in Eicha

Naunhof. Ende einer Ära in Lindhardt. Seit Mittwochabend gibt es dort, für viele überraschend, einen neuen Ortsvorsteher. Nur zwei Stunden später kam es auch an der Spitze des Ortschaftsrats Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain zu einem Wechsel - zwar erwartungsgemäß, aber auf ungewöhnliche Weise.

In Fuchshain und Ammelshain konstituieren sich die Gremien erst im September.

Spannung lag in der Luft, als der neue Rat in der Lindenklause zusammentrat. Zur Kommunalwahl hatte Uwe Kendschek von der Freien Wählervereinigung Lindhardt (FWL), der seit Gründung des Ortschaftsrats am 18. Dezember 2002 dessen Vorsteher war, nur das drittbeste Ergebnis erzielt. Würde es ausreichen, um den Posten zu behalten?

Lange Minuten verstrichen, während Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) zunächst Dieter Steinborn (FWL) verabschiedete, der dem Ortsparlament ebenfalls über all die Zeit angehört hatte und jetzt nicht wieder angetreten war. Und während Zocher die neuen Abgeordneten verpflichtete, "die Rechte der Stadt Naunhof gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern."

Als nun der Bürgermeister fragte, ob jemand einen Ortsvorsteher vorschlagen wolle, zeigte Kendschek Größe. Seine Hand schnellte nach oben. "Ich denke, dem Willen des Wählers sollte stattgegeben werden", erklärte er und sprach sich für Bernd Pohl (FWL) aus, der die meisten Stimmen zur Kommunalwahl auf sich vereint hatte. Nur eine Stimme weniger erzielte im Mai Steffen Amberger, den Kendschek als stellvertretenden Ortsvorsteher empfahl. Beide wurden daraufhin einstimmig gewählt.

"Ich klebe nicht an meinem Amt", begründete Kendschek wenig später seine Entscheidung gegenüber der LVZ.Dem neuen Chef wünsche er, "dass die gute Arbeit, die wir geleistet haben, fortgeführt werden kann." Bernd Pohl, 54-jähriger Geschäftsführer einer kleinen Firma, schloss sich dem an. "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Abgeordneten und den Einwohnern", sagte er.

Schneller Wechsel zum Dorfgemeinschaftshaus Eicha, wo sich der neue Ortschaftsrat am selben Abend zusammenfand. Die bisherige Vorsteherin Michaela Vogelsang (FDP) war bei der Kommunalwahl durchgefallen, also musste ein Nachfolger her. Im Vorfeld war durchgesickert, dass zwei Kandidaten antreten wollen. Als Zocher um Meldungen bat, hob allerdings nur Jürgen Leutbecher von der Wählervereinigung Erdmannshain (WVE) die Hand. Alle blickten fragend zu Jan-Walter Heikes (WVE), der etwas zögerte, bis auch er sich offiziell ins Spiel brachte.

In geheimer Abstimmung sprachen sich für jeden der beiden Bewerber zwei Räte aus. Ein Patt wie vor vier Jahren, als Vogelsang per Los zur Ortsvorsteherin gemacht wurde und Heikes das Nachsehen hatte. Diesmal warf Zocher eine Zwei-Euro-Münze, und der 52-jährige Kraftfahrzeugmeister Leutbecher gewann, der zur Kommunalwahl ganz vorn in der Gunst der Einwohner lag. "Ich freue mich", kommentierte er kurz. Und Heikes, der Stellvertreter bleibt, nahm es heiter: "Ich habe grundsätzlich kein Glück im Spiel. Dafür habe ich es in der Liebe, wie 33 Jahre Ehe zeigen."

Fuchshain muss sich voraussichtlich am 8. September einen neuen Ortsvorsteher geben, nachdem Erika Proschwitz freiwillig aus dem Ortschaftsrat ausgeschieden ist. Als Nachfolger wird Michael Pöhland gehandelt. In Ammelshain soll es kurz zuvor, am 2. September, zur Sache gehen. Dort ist Lutz Kadyk Ortsvorsteher in der noch alleinig vertretenen Wählervereinigung. Im neuen Parlament werden aber drei Gruppierungen sitzen, es kann also spannend werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2014
Pfeifer, Frank

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