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Grimma Übung bei Grimma: Feuerwehr rettet drei „Menschen“ aus Maschinenhalle
Region Grimma Übung bei Grimma: Feuerwehr rettet drei „Menschen“ aus Maschinenhalle
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10:44 11.09.2017
Die Feuerwehren aus Mutzschen, Zschoppach und Thümmlitzwalde wurden alarmiert. Ob alles reibungslos funktioniert hat, wird ein Einsatzvideo beweisen.  Quelle: Frank Schmidt
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Grimma/Pöhsig

 In einer Maschinenhalle der Ragewitzer Agrarproduktion, die sich auf dem Gelände des Betriebsstandortes in Pöhsig befindet, hat am Sonnabend ein schwerer Arbeitsunfall die Feuerwehren aus Mutzschen, Zschoppach und Thümmlitzwalde auf den Plan gerufen. Über 30 Kameraden waren im Einsatz, um drei Personen aus dieser Halle zu retten. Schnell stellte sich für alle beteiligten Einsatzkräfte heraus, dass sie unvermittelt zu einer groß angelegten Feuerwehrübung gerufen worden waren.

Nur die Wehrleiter wussten davon: Eine groß angelegte Feuerwehrübung startete am Sonnabend mit drei Ortswehren in einem Agrarbetrieb in Pöhsig bei Grimma. Es galt, zwei bewusstlose und einen eingeklemmten Arbeiter zu retten.

„Außer den drei Wehrleitern hat keiner der Kameraden davon etwas gewusst“, versicherte Rico Schneider, der nicht nur Floriansjünger ist, sondern auch in der Chefetage des Agrarbetriebes sitzt, auf deren Gelände die Übung in Szene gesetzt worden war. „In der Halle ist durch Schweißarbeiten an einem Multicar ein Feuer ausgebrochen. Dabei ist das aufgebockte Fahrzeug umgekippt und hat eine Person unter sich begraben. Zwei seiner Kollegen konnten ihm nicht helfen, sie erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden bewusstlos“, schilderte Schneider das fiktive Geschehen.

Draußen waren derweil Kameraden dabei, sich Atemschutz anzulegen, um zur Gefahrenstelle vordringen und die Bewusstlosen in Freie holen zu können. Wieder andere bereiteten die notwendige Hebe- und Bergetechnik wie Schere und Spreizer vor, mit der es galt, trotz Flammen, Rauch und Qualm in der Halle die eingeklemmte Person aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Ein weiteres Team stand Schlauch bei Fuß und hatte alle Hände voll zu tun, ein mutmaßliches Übergreifen des Feuers auf benachbarte Hallen und Gebäude zu verhindern.

Damit waren gleich mehrere Komponenten in die bewusst schwierig gestaltete Übung integriert: der Umgang mit Atemschutz, das Retten von Menschenleben, das Bergen von Unfallopfern sowie das Löschen von Feuer. Nicht zuletzt wurde das Zusammenspiel verschiedener Ortsfeuerwehren auf die Probe gestellt. Ob das alles reibungslos funktioniert hat, wird ein Einsatzvideo beweisen, das von Marko Kurschus zwecks Auswertung gedreht wurde.

„Für uns bestand die erste Schwierigkeit in der Anfahrt, da wir wegen der Sperrung der S38 über Ragewitz fahren mussten“, sagte Marcus Beiler als Wehrleiter der Mutzschener Einsatzkräfte. Des Weiteren war eine Herausforderung, „sich als ortsunkundige Kameraden mit der unklaren Lage auf dem Gelände vertraut zu machen.“ Damit verbunden seien Stresssituation für jeden einzelnen Kameraden, die auch bei einer Übung nicht ausbleiben, „da wir eine freiwillige Feuerwehr sind und so etwas nicht jeden Tag machen“. Dass die Floriansjünger „nur“ für eine Übung ihre Freizeit opfern mussten, wusste einer der Kameraden quasi im Vorbeigehen zu bewerten: „Besser so, als wirklich jetzt einen Menschen auf der Autobahn unter einem Auto vorzuziehen.“

Von Frank Schmidt

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