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Grimma Umleitung: Verkehr wälzt sich in Grimma durch die Beiersdorfer Straße
Region Grimma Umleitung: Verkehr wälzt sich in Grimma durch die Beiersdorfer Straße
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00:21 09.09.2017
Teils bis zur Goethestraße staut sich der Verkehr in der Beiersdorfer Straße vor der Ampel. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Wer derzeit ins Grimmaer Zentrum möchte, muss im Berufsverkehr etwas Geduld aufbringen. Denn durch die Erneuerung von Kanälen und Trinkwasserleitungen ist seit einer Woche die Wurzener Straße (B 107) und damit eine wichtige Zufahrt gekappt – voraussichtlich bis November. Obwohl die offizielle Umleitung gut ausgeschildert ist und über die Umfahrung zur Leipziger Straße führt, wälzt sich der meiste Verkehr nun durch die Beiersdorfer Straße – sehr zum Leidwesen der Anwohner.

Es ist der neuralgische Punkt: Gerade zur Hauptverkehrszeit stauen sich die Autos an der Ampel zur Straße des Friedens weit in die Beiersdorfer Straße hinein. Ohne Einweiser sei es kaum möglich, mit dem Pkw das Grundstück zu verlassen, klagt Anwohner Manfred Werner in einer Mail an die LVZ. „Und bei fließendem Verkehr? Da ist die Situation noch viel gefährlicher“, weiß er zu berichten. Bei freier Straße sei das Gaspedal eben leicht zu bewegen, „und das gilt nicht nur für Autofahrer“. Andere Bewohner bestätigen das. „Ich muss sehen, dass mir nicht der Arsch abgefahren wird“, meint ein älterer Herr mit deutlichen Worten. Anwohner Werner jedenfalls hinterfragt die Planung und Realisierung der Baustelle „an einer sensiblen Stelle der Stadt“. Er kritisiert die Ausschilderung für den Schwerverkehr genauso wie die Ampelschaltung an der Kreuzung Beiersdorfer Straße/Straße des Friedens. „Warum wird die zum besseren Abfluss nicht geändert, zumal die Baustelle mehrere Wochen dauern wird“, fragt der Grimmaer.

Das sei technisch nicht machbar, erläutert Wolfgang Möller von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt. „Das ist eine ganz alte Ampel, sie hat nur zwei Schaltungen.“ Es sei lediglich möglich, die Grünphase zwischen Straße des Friedens und Wiesenstraße zu verlängern, dann wäre der Rückstau in die Beiersdorfer aber noch größer, winkt er ab. Auch auf der Grimmaer Umfahrung ist an der Ampelschaltung nichts geändert worden. Allerdings kommt es im Berufsverkehr auch hier zum Stau, wenn die Autofahrer beim Linksabbiegen in die Beiersdorfer Straße teils mehr als fünf Minuten anstehen müssen und dabei den Geradeaus-Verkehr ausbremsen. „Würden wir eine Phase verlängern, würde die andere verkürzt“, begründet Möller, warum die Stadt keinen Handlungsbedarf sieht – zumal die offizielle Umleitung über die Leipziger Straße führt.

Bleibt die Frage nach einer temporären Geschwindigkeitsbegrenzung nebst Überwachung in der Beiersdorfer Straße, wie sie Anwohner Werner für dringend erforderlich hält. Auch das ist aber für die Straßenverkehrsbehörde keine Option, ebenso wenig eine Sperrung für den Lasterverkehr. Es sei eine ganz normale Straße, sagt Wolfgang Möller. Allerdings soll jetzt hier der Blitzer öfter aufgebaut werden. „Wir haben das Gerät einen Tag in der Woche, wann und wo geblitzt wird, legen wir im Amt fest“, erläutert Möller. Laut Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner gibt es in der Beiersdorfer Straße zwei Messstellen. Manfred Werner meint indes, dass die bisher „weit vor den wirklich gefährlichen Stellen“ vorgenommenen Geschwindigkeitskontrollen eher an die Erledigung einer lästigen Pflicht als an eine Gefahrenabwehr erinnern.

Ärger gibt es auch in der Wurzener Straße. Immer wieder donnern Laster in die als Sackgasse ausgewiesene Bundesstraße. „Mindestens zehn am Tag“, will ein 60-jähriger Anwohner beobachtet haben. Selbst ein Bus habe neulich das Schild ignoriert und plötzlich vor der Baustelle gestanden. Wenden ist hier schwierig für die Brummis, also geht es zunächst im Rückwärtsgang wieder bergauf. Manche schieben aber auch gleich mal die Sperrung beiseite und rauschen durch die Baustelle, erzählt der Anwohner. Für Grimmas Straßenverkehrsbehörde ist die Ausschilderung aber eindeutig. Wegen der Anwohner und des Lieferverkehrs müsse die Straße bis zur Baustelle offen bleiben.

Von Frank Prenzel

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