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Grimma Ungewöhnliche Theater-Produktion in der Oberschule Grimma-Böhlen
Region Grimma Ungewöhnliche Theater-Produktion in der Oberschule Grimma-Böhlen
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09:03 15.09.2017
Turnhalle Böhlen: Die Schauspieler Romana Schneider und Philipp Bodner schlüpften in mehrere Rollen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Böhlen

Deutsch- oder Gemeinschaftskundeunterricht einmal anders, erlebten in dieser Woche die Schüler der Oberschule Böhlen . Dafür hatte die Schulsozialarbeiterin und die „Lokale Partnerschaft für Demokratie“ des Landkreises Leipzig gesorgt.

300 Mädchen und Jungen saßen in der Turnhalle und sahen das Stück „Wir waren mal Freunde“. Rasant und intensiv war das Spiel der Schauspieler Romana Schneider (31) und Philipp Bodner (31) vom Ensemble Radiks aus Berlin, die gleich in mehrere Rollen schlüpften. Im Theaterstück behandelten sie das brisante Thema Asyl und Migration. Es beleuchtet hierbei die Themen soziale Kompetenz, Fremdenfeindlichkeit, Gewaltprävention und unterschiedliche Lebensentwürfe junger Menschen und zeigt eindringlich die daraus resultierenden Spannungen. Die Botschaft des Stücks ist: „Respekt und Toleranz von allen und für alle“ – ein Zeichen, dass Respektlosigkeit und Gewalt nicht geduldet werden können. So wurde sehr deutlich aufgezeigt, dass wir Menschen alle aus unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft sind, und jedes Individuum seinen Traum von der Zukunft und vom persönlichen Glück lebt, der oftmals unterschiedlicher nicht sein kann.

Gespannt lauschten gestern die Fünf- bis Zehnklässler wie in einer Art dokumentarischen Krimigeschichte, ehemals vier Freunde aus der Grundschulzeit Vorurteile gegeneinander als Jugendliche aufgebaut haben und sich gegenseitig und andere anfeindeten. Wesentlicher Teil des Stückkonzeptes war es, dass die Schauspieler im Anschluss an das Stück mit dem Publikum ins Gespräch kamen. Und das wurde von den Schülern reichlich genutzt. So interessierte die Schüler, ob Joscha und seine muslimische Mitschülerin Melek noch ein Paar geworden sind oder wie die Schwester von Joscha, Marion, zu einer rechten Mitläuferin werden konnte. Das Stück von Karl Koch wird die Schüler sicherlich noch eine ganze Weile beschäftigen. „Wir werden im Deutschunterricht noch einmal dazu sprechen“, sagt die Lehrerin Ute Reinhardt, die sich gewünscht hätte, dass Murat, der Bruder von Melek nicht nur per Ton zu hören gewesen wäre, sondern auch als Person. „Unsere Schüler kommen nicht so oft in Kontakt mit anderen Religionen“, sagt sie. Romana Schneider entgegnete darauf, dass es Zweimann-Stücke seien, damit es erschwinglich, für die Schulen bleibe. Die Siebenklässlerin Emy Kaufmann hat das jedenfalls nicht gestört: „Ich fand das Stück gut. Es war meiner Meinung nach sehr lebensecht.“ Das fand auch Lehrer Jens Schiener: „Mich beeindruckte, wie gespannt, die Schüler dem Stück folgten.“ Das war der Tatsache geschuldet, dass das Stück keinen belehrte, aber viele Impulse zum Nachdenken setzte.

Von Cornelia Braun

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