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Grimma Unsere Schule wird bunt – Projekt setzt Fokus auf Migration
Region Grimma Unsere Schule wird bunt – Projekt setzt Fokus auf Migration
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00:19 26.06.2017
Experimentelle Integration: Seline Anja-Kaniuth und Julia Richter bereiten für die Kinder einer DaZ-Klasse einen Versuch mit Wasser vor. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma

Die sogenannte Rote Schule in Grimma mit ihrem Fachbereich Wirtschaft/Soziales als Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) hat sich mit einem Schülerprojekt jenen Menschen gewidmet, die als Migranten hier eine neue Heimat gefunden haben und sich gemeinsam mit deutschen Gleichaltrigen auf das Berufsleben vorbereiten. Mit „Unsere Schule wird bunt“ ist eine ganze Projektwoche überschrieben, die jedoch mit einem Untertitel versehen worden ist, um so den diesjährigen Schwerpunkt offenkundig zu machen. „Sommer, Sonne, wir tun kund – Rote Schule kunterbunt“. Mit diesem Projekt formen die Azubis und Ausbilder ein Puzzelteil für den angestrebten Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Themenaufhänger sei die Tatsache, so erklärte Fachschulausbilderin Evelyn Aresin, dass es seit über einem Jahr an der Roten Schule eine ganze Klasse mit Migranten gibt, in der 28 junge Frauen und Männer aus Afghanistan, Pakistan, Iran und Irak sowie aus Eritrea, Syrien Somalia und Jemen Deutsch lernen. Deshalb habe sich schon im vergangenen Jahr ein multikultureller Faden durch die Projektwoche gezogen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, wie Aresin des Weiteren erklärte. „Der eigentliche Sinn der Projektwoche ist, unsere Schule in der Öffentlichkeit als Bildungsstätte für angehende Sozialassistenten und Erzieher darzustellen. Und für diesen Zweck haben wir uns Kindereinrichtungen für eine Zusammenarbeit gesucht. Drei Kitas und ein Hort. Was in den ersten Projekttagen vorbereitet wurde, nahmen die Azubis mit in die Kindereinrichtungen, unter anderem auch in DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache), um ihre Projekte mit den Kindern umzusetzen. Dafür orientierten sich die Azubis und ihre Ausbilder an den Wünschen der Kindereinrichtungen und thematisierte Hygiene, Umwelt und Natur, was auch mit kleinen Experimenten veranschaulicht wurde. Und am letzten Projekttag gab es in der Aula der Roten Schule eine Präsentation, um die verschiedenen Projekte vorzustellen und zu erläutern.

Dokumentiert wird das Ganze von einer Pressegruppe, die von Antonio Salvator-Nguenha geleitet wurde. Von dem 20-Jährigen mit deutschen und mosambikanischen Wurzeln wird dokumentiert, sowohl mit Texten, Fotos und Filmen, wie die Gruppen auf ihre Ideen gekommen sind und wie sie umgesetzt werden. Die Herausforderung gesteht darin, den Überblick über alle Gruppen zu wahren. Doch ein Vorteil sei, „dass man Einblicke in alle Projekte bekommt“, sagte Salvator-Nguenha. Für die angehende Erzieherin Marie-Luiese Fischer im ersten Lehrjahr ist der Umgang mit Kindern freilich keine Besonderheit, wohl aber mit Kindern in einer DaZ-Klasse, die sie mit ihrem Team und dem Projekt „Pitsch-Patsch, Wasser macht Spaß“ besuchte. „Aber da wir in unserer Klasse mit Esmail Ansari auch einen Migranten haben, läuft es schon ganz gut.“ Jedoch mit persönlichen Einschränkungen für den 18-Jährigen aus Afghanistan, der seit einem Jahr in Deutschland ist und noch keine Anerkennung als Flüchtling hat. „Das belastet ihn sehr“, sagte seine Ausbilderin.

Von Frank Schmidt

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