Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Unterirdische Trinkwasserspeicher der OEWA werden geschrubbt
Region Grimma Unterirdische Trinkwasserspeicher der OEWA werden geschrubbt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:47 25.10.2009
Anzeige
Grimma

Im Bereich der Niederlassung Grimma sind davon acht Speicher an vier Standorten betroffen. Und zwar in Nerchau und Waldbardau sowie in Grimma am Kalkberg und auf dem Gelände des Wasserwerkes in Grimma-Süd. Mitnichten können alle Speicher auf einmal gereinigt werden, wenn die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet sein soll, machte Reinhold Scheible deutlich. Der stellvertretene OEWA-Stützpunktleiter hat die Regie der etwas anderen Putzaktion in den Händen, die in den so genannten Erdhochbehältern stattfindet.

Das Fassungsvermögen der einzelnen Speicher schwankt enorm. Mit je 2,8 Millionen Litern befinden sich beiden größten in Grimma am Kalkberg. Die kleinsten Speicher mit etwa nur halb so viel Inhalt, nämlich jeweils 150 Kubikmeter Wasser, stehen in Nerchau. Die zwei Speicher im Wasserwerk fassen je 1150 Kubikmeter.

Gestern stiegen Juliane Heller und Marko Ulbricht, in weiße Schutzanzüge gekleidet, mit ihren Gummistiefeln erst durch ein Desinfektionsbad, dann die Edelstahlleiter hinab in einen der zwei 470 Kubikmeter großen Speicher in Waldbardau. „Zuvor haben wir den Sauerstoffgehalt im Behälter gemessen“, macht OEWA Mitarbeiter Jürgen Grabow auf die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen aufmerksam. Er sichert an der Speicherluke in der Höhe mit Martin Lehmann die Arbeiten in der Tiefe. Also gleich zwei Mann – das sei Vorschrift.

Im Behälter selbst sieht es anders als erwartet aus. Statt Edelstahl- oder Kunststoffwände ein aus Ziegelsteinen hochgezogenes Mauerwerk mit Putz dran. Die Decke wird von Säulen gestützt, die mit gewölbten Bögen verbunden sind, ebenfalls aus Ziegel gemauert. Eigentlich völlig unspektakulär, wohl aber spannend. Da mag man es gar nicht glauben, dass darin glasklares Wasser – „wir reden hier von Trinkwasser“, betonte Scheible immer wieder – gespeichert wird. „Deshalb wird für diese alljährliche Reinigung auch nur Trinkwasser verwendet, um diverse darin vorkommende Ablagerungen wie Eisen zu entfernen. Natürlich ohne jegliche Zusatzstoffe, und mit Chemie gleich gar nicht“, erklärte der Wasserfachmann weiter. Lediglich eine abschließende Desinfektion mit Chlorbleichlauge, die nach dem Putzen nebelartig versprüht wird, komme zum Einsatz.

Danach wird der Behälter wieder befüllt. Allerdings nur teils, weil der Speicher erst beprobt werden muss, bevor er wieder für die Trinkwasserversorgung frei gegeben wird. Zwar steht der OEWA dafür ein zertifiziertes Labor in Leipzig zur Verfügung, das auch zur „Eigenkontrolle“ genutzt werde. Doch für diese Art der Probe lässt man dem Gesundheitsamt im Landkreis den Vorzug. Wenn das keine Einwände erhebt, sprudelt das kostbare Lebenselixier wieder.

Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Konjunkturpaket II hat mit der Abwrackprämie nicht nur zu einer Verjüngung der privaten Pkw-Flotte, sondern auch der Technik im öffentlichen Bereich geführt.

25.10.2009

Mitten in der Altstadt von Grimma, nämlich im Stadtgut, nahm der dort beheimatete Geschichts- und Altertumsvereins zu Grimma die Besucher mit auf eine landwirtschaftliche Zeitreise.

25.10.2009

Mitten in der Wirtschaftskrise investiert ein Grimmaer Unternehmer rund 200 000 Euro, um für seinen mittelständischen Betrieb, die Firma Drechsler Anlagentechnik, eine neue Werkhalle zu bauen.

25.10.2009
Anzeige