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Untersuchungen am Seilerberg

Untersuchungen am Seilerberg

Mutzschen. Was für ein Pech: Der gerade erst eingezogene Sebastian Knust wohnte nur einen einzigen Monat in der Straße der Jugend.

. Nach tagelangem Regen stürzte vor zwei Wochen der Hang direkt unter seinem Haus ab, die junge Familie musste evakuiert werden. Sobald alles abgesichert ist, wolle er unbedingt zurückkehren, so Knust.

Seit gestern suchen Spezialisten des Ingenieurbüros G.U.B. nach Ursachen für die Katastrophe am Seilerberg. Petra Mahler und Michaela Pietruschka, Bausachverständige für Gebäudeschäden, sowie die Vermesser Roland Taller und Bernd Riedel, tragen Helme und Warnwesten. „Außerdem dürfen sie sich nur zu zweit in der Gefahrenzone aufhalten", sagt Niederlassungsleiter Andreas Apelt.s„Meine Leute wurden ordentlich belehrt. Schließlich müssen wir immer mit dem Schlimmsten rechnen. Für den Fall, dass hier noch etwas nachrutscht, hat zudem jeder ein Handy am Mann."

Die auf die Straße gestürzten Trümmer der uralten Bruchsteinmauer liegen noch immer auf der Fahrbahn. Aus gutem Grund: „Solange wir nicht wissen, was hier passiert ist, bleibt alles, wie es ist. Schließlich hat der Trümmerhaufen auch eine Stützfunktion", so die Experten.

Als die Ingenieure auf der Schlossbrücke stehen und in das wildromantische, vom rauschenden Bach durchschnittene Altstadttal schauen, kommen sie sogar ins Schwärmen: „Wenn alles saniert wäre, hätte dieses Klein-Quedlinburg das Zeug zum Weltkulturerbe." Doch die Arbeit ruft: Das gesamte, weiträumig abgesperrte Gelände wird gründlich vermessen, jedes betroffene Haus auf Schäden kontrolliert, mancher Riss im Mauerwerk mit Gipsmarken versehen. „Wir verplomben die Risse gewissermaßen. Falls der Gips aufbricht, wüssten wir: Aha, das Erdreich ist in Bewegung", sagt Apelt und ergänzt: „Wir ermitteln auch, welche Last von den Gebäuden ausgeht. Natürlich können wir die Häuser nicht wiegen. Vielmehr nutzen wir die Aufmaße, um über die Volumen- und Dichteberechnung zu ergründen, welche Kräfte auf Bruchsteinmauer und darunter befindlichen Porphyrfels wirken." In den nächsten Tagen wollen die Spezialisten auch zu möglichem Altbergbau forschen.

„Ab und zu pickern Leute noch nach Mutzschener Diamanten", winkt Dieter Sonnenkalb ab. Das aber sei nicht der Grund für den Hangabgang. Er bewohnt das Haus an der altersschwachen Brücke unterhalb des Seilerberges. Als die Straße erst kürzlich als Umleitungsstrecke diente, habe das Haus bei jedem größeren Laster vibriert. Er befürchtet, dass irgendwann mal der Giebel des leer stehenden Nachbarhauses auf sein Grundstück stürzen könnte: „In den 40-er Jahren wurde das Haus der inzwischen verstorbenen Frau Jesch über Stempel abgestützt. Die sind nach Bauarbeiten verschwunden genauso wie die Ufermauer. Inzwischen fallen immer wieder Steine in den Bach. Ich fische sie heraus, damit das Wasser abfließt. Aber was, wenn es hier die nächste Flut gibt? Das Gemäuer ist marode und das Nachbarhaus steht im Dreck, hat keinen Keller?!"

Haig Latchinian

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