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Grimma Uraufführung im Naunhofer Brandcontainer
Region Grimma Uraufführung im Naunhofer Brandcontainer
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00:26 07.06.2018
Alexander Hecking, Martin Kern und René Tischer (von links) nach ihrem Einsatz im Brandcontainer. Quelle: Bert Endruszeit
Naunhof

So etwas hatte Naunhof noch nicht gesehen: Zum Florianstag wurde erstmals ein Brandcontainer der Öffentlichkeit präsentiert. Das Übungsmodul erlebte am Sonnabend gewissermaßen seine Uraufführung, denn erst am 9. Juni wird es beim Mölbiser Dorffest offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Anlage stößt auf bundesweiteres Interesse

Amtlich heißen die beiden schwarzen Container „mobile feststoffbetriebene Brandcontaineranlage“, erklärte Silvio Röser von der Firma Atemschutz Röser aus Oelzschau. „In die Anlage haben wir fast zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit gesteckt. Jetzt ist sie gerade fertig geworden.“ Brandneu sei hier genau der richtige Begriff. Längst haben Feuerwehren aus ganz Deutschland Interesse angemeldet, die können die beiden Container je nach Bedarf für ihre Ausbildung anmieten.

Test fürs eigene Erleben

Was steckt eigentlich in der Anlage? „Im ersten Container ist eine zweigeschossige und zwölf Meter lange Kriechstrecke aus Gitterboxen, im zweiten wird dann ein Feuer bekämpft.“ Mit dem entsprechenden Atemschutz versehen können Feuerwehrleute dann selbst erleben, was Brandbekämpfung in engen, dunklen und extrem heißen Räumen bedeutet. „Hier kann man sich selbst mal austesten und erleben, das nur Wasser drauf gar nichts bringt. Denn dann entstehen sofort Unmengen an Wasserdampf, und das in einem so kleinen Raum.“ Angesichts der großen Hitze von etwa 400 Grad komme jeder schnell an seine physischen und psychischen Grenzen. „Und die Aufmerksamkeit lässt dann auch schnell nach“, weiß Röser, der selbst in der Feuerwehr aktiv ist. „Die Türen bleiben ja geschlossen, die Wärme kann nicht weg, und die Sichtbehinderung ist enorm. Das muss man einfach selbst erleben.“

Brandcontainer ist sinnvoll

Der Naunhofer René Tischer gehörte zu den Feuerwehrleuten, die unter den neugierigen Blicken vieler Besucher in den Brandcontainer stiegen. „Das ist eine sehr sinnvolle Sache, denn solche Brandeinsätze werden immer weniger. Ich bin seit 25 Jahren bei der Feuerwehr, und da habe ich vielleicht zwei oder drei solche Innenangriffe erlebt.“ Gerade deshalb sei es für den Fall der Fälle wichtig zu wissen, wie solche Einsätze wirklich sind. „Es ist gut, wenn unsere Kameraden auf diese Weise an solche Aufgaben herangeführt werden.“

Besonderes Bonbon für Gäste

Der Naunhofer Wehrleiter Thomas Conrath bezeichnete es als „Glücksfall“, das gerade seine Wehr die nagelneue Anlage zuerst testen durfte. „Wir arbeiten gut mit Silvio Röser zusammen und haben gemeinsam schon viele Ideen entwickelt.“ Solche Übungen fänden sonst meist im Verborgenen statt, nun könne man den vielen Gästen ein besonderes Bonbon präsentieren.

Seine gute Laune hat Conrath auch aus einem anderen Grund: Die Naunhofer Freiwillige Feuerwehr verfügt derzeit über knapp 50 aktive Mitglieder, über 16 Mitstreiter in der Alters- und Ehrenabteilung sowie über eine 18-köpfige Jugendwehr. „Das sind sehr gute Zahlen, in den letzten Jahren hat es sich positiv entwickelt. Es kommen immer wieder neue Leute zu uns. Wir haben keinen Grund zur Verzweiflung.“

Junge gehen weg – Quereinsteiger in der Feuerwehr

Einiges habe sich aber geändert. In früheren Jahren sei in erster Linie die Jugendfeuerwehr der Nachwuchspool für die aktive Truppe gewesen. „Doch mittlerweile schwärmen die jungen Leute in die ganze Welt aus und fehlen uns dann. Wir brauchen deshalb auch Quereinsteiger.“ Das funktioniere durchaus, längst locken Mitglieder der Jugendwehr ihre Eltern zur Feuerwehr. „Da bringt der Sohn plötzlich seinen Vater mit. Gerade hat ein Sechzigjähriger bei uns seinen Grundlehrgang absolviert“, nennt Conrath ein Beispiel.

Von Bert Endruszeit

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