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Grimma VR-Bank Muldental steigert Umsatz
Region Grimma VR-Bank Muldental steigert Umsatz
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00:34 08.04.2018
Die Bank-Vorstände Carmen Ewald und Frank Seewald. Quelle: Heinrich Lillie
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Grimma

Die Bilanz von Vorstand Carmen Ewald fällt eindeutig aus: Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen sei 2017 „ein sehr gutes Jahr“ für die Volks- und Raiffeisenbank Muldental gewesen. Die Bilanzsumme kletterte zum Vorjahr um 30 Millionen auf insgesamt 468 Millionen Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um 21 Millionen auf 373 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg um knapp fünf Millionen auf 54,8 Millionen Euro.

Zahl der Kunden geht zurück

Die kleine Genossenschaftsbank, die derzeit 7500 Mitglieder und 25 000 Kunden zählt, steuert insofern erfolgreich durch die unruhige See. Das Vorstands-Duo Carmen Ewald und Frank Seewald bringt vier Punkte ins Spiel, die der Bank das Leben erschweren und zum Reagieren zwingen. Erstens sinkt im Geschäftsgebiet, dem früheren Muldentalkreis, sukzessive die Zahl der Einwohner – und damit potenzieller Kunden. Zweitens verdient die Bank durch die anhaltende Null-Zins-Politik am Kapitalmarkt nur noch mit alten Anlagen Geld. „Wir glauben nicht, dass sich in den nächsten ein bis zwei Jahren an der Politik etwas ändert“, ärgert sich Ewald über das Hauptproblem. Drittens stöhnt das kleine Geldinstitut unter der überbordenden Bankenregulierung. „Wir hatten im vorigen Jahr viele Gesetze umzusetzen – vom Verbraucherschutz bis zur Kapitalregulierung“, erläutert Seewald. Das binde Personal. „Wir werden dabei wie eine Großbank behandelt“, klagt Ewald. Insofern würden kleine Banken überproportional belastet. Und viertens führt die neue digitale Welt auch bei der Genossenschaftsbank in Grimma zu einschneidenden Änderungen.

Zwei Filialen geschlossen

„Das Kundenverhalten ändert sich“, weiß Seewald zu berichten. Die Leute kämen nur noch zum Geldabheben regelmäßig in die Filiale. Wegen des dürftigen Zinsniveaus finde Beratung nur noch begrenzt statt, junge Menschen nutzten die Apps für Zahlungsverkehr, Wertpapier-Kauf oder auch Kommunikation. In den Filialen ist das zu spüren, so dass die VR-Bank ihr Netz weiter ausgedünnt hat. Vorigen September wurde die Filiale in Colditz dicht gemacht, Mitte März folgte die in Thallwitz. Weitere Schließungen seien erst mal nicht in Sicht, beteuert Seewald. Mit Grimma, Wurzen, Brandis und Naunhof unterhält die 77-Mitarbeiter-Bank jetzt noch vier Filialen, darüber hinaus SB-Stellen in Wurzen, Falkenhain und Bennewitz. Im Gegenzug wird das seit zwei Jahren existierende Kundenservice-Center personell ständig aufgestockt. In diesem Jahr wächst es von sechs auf acht Mitarbeiter, weil immer mehr Mails oder Anrufe die Bank erreichen. „Wir müssen massiv in den digitalen Ausbau investieren“, sagt Seewald.

Positives Ergebnis

Obwohl die VR-Bank Muldental 80 Millionen Euro nicht gewinnbringend einsetzen kann und dieses Geld mit Minuszinsen bei Bundesbank und Zentralbank parkt, fällt das 2017er Ergebnis positiv aus. Ein Grund: Sie hat ihr Kreditgeschäft auf die Großstädte Leipzig und Dresden ausgedehnt. „Die Kreditnachfrage im Muldental ist viel zu gering“, verdeutlicht Ewald. Im vorigen Jahr reichte die Bank mit Sitz in Grimma insgesamt 217 Millionen Euro aus, ein Plus von zehn Millionen. Weiterer Grund: Schon 2011 stiegen die Muldentaler in einem für Banken eher untypischen Geschäft ein. „Wir haben in Leipzig für 100 Millionen Euro Immobilien erworben“, erklärt Seewald. Die elf Gebäude, überwiegend mit Gewerbe wie einem Aldi-Markt, einem Pflegeheim und Büros bestückt, werfen im Jahr Mieteinnahmen von rund fünf Millionen Euro ab.

Mit diesem Wissen lässt sich das Unterm-Strich-Ergebnis von rund 6,5 Millionen Euro – fast so hoch wie 2016 – besser einordnen. Rund zwei Millionen dieses Gewinns reicht die Bank an Steuern weiter. Allein die Kommunen im Muldental erhalten eine reichliche Million Euro. Die Bank engagiert sich auch sozial. Im vorigen Jahr erhielten Vereine, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie gemeinnützige Einrichtungen knapp 37 000 Euro. Und die Genossenschaftsmitglieder können sich für ihren Anteil auch in diesem Jahr wieder über eine Dividende von 4,5 Prozent freuen.

Von Frank Prenzel

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