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Verein rettet die Tafel – Grimma wird Mitglied

Konstituierende Sitzung Verein rettet die Tafel – Grimma wird Mitglied

Donnerstagabend votierte der Grimmaer Stadtrat einmütig dafür, Gründungsmitglied im Verein Muldentaler Tafel zu werden. Am Freitag wurde der Verein mit Sitz in Grimma dann aus der Taufe gehoben. Er übernimmt ab Juli die Trägerschaft für die Grimmaer Tafel, nachdem der Kreisverband Mulde-Collm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) nach 15 Jahren die Reißleine gezogen hatte.

Die Tafel hat einen neuen Träger.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Donnerstagabend votierte der Grimmaer Stadtrat einmütig dafür, Gründungsmitglied im Verein Muldentaler Tafel zu werden. Tags darauf wurde der Verein mit Sitz in Grimma dann aus der Taufe gehoben. Er übernimmt ab Juli die Trägerschaft für die Grimmaer Tafel, nachdem der Kreisverband Mulde-Collm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) nach 15 Jahren die Reißleine gezogen hatte (die LVZ berichtete). Den Vorsitz übernimmt Christian Kamprad, Geschäftsführer des Bildungs- und Sozialwerkes Muldental (BSW). Die Ausgabe der Lebensmittel geht damit nahtlos in der Gabelsbergerstraße 5 weiter.

Die Awo führte personelle Gründe ebenso ins Feld wie geänderte Rahmenbedingungen. Sie sehe sich deshalb gezwungen, die Tafel abzugeben, hatte sich Geschäftsführer Daniel Schippan im März hilfesuchend auch an die Stadt Grimma gewandt. Am Freitag nahm die langjährige Tafel-Chefin Heidrun Henze-Fleihs, die von Anfang an für die Bedürftigen-Einrichtung lebte und nicht auf die Uhr sah, Abschied. Diese Lücke zu füllen, sah sich die Awo offenbar außerstande. Aber auch die Akquise und Bindung von Freiwilligen sei schwierig und rückläufig, so Schippan im Schreiben.

Einen Verein zu gründen, habe der Landesverband der Tafel empfohlen, sagte die Leiterin des Amtes für Schulen, Soziales und Kultur, Jana Kutscher, im Stadtrat. Zu den Gründungsmitgliedern zählt das BSW, an dessen Möbelfundus am Prophetenberg die Ausgabestelle der Tafel perspektivisch ihren Platz finden soll. Wöchentlich kommen etwa 500 Menschen, um sich für wenig Geld Lebensmittel zu holen. Die Awo bleibt im Boot und will sich auch in personeller Hinsicht engagieren.

„Wir wollen, dass das System der Tafel nicht zusammenbricht“, sagte Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) zur Stadtratsdebatte. Es sei beschämend genug, dass es sie in der heutigen Zeit geben muss. Als die Awo wegen des personellen Wechsels Alarm schlug, habe die Stadt die Rolle des Zugpferdes übernommen. Auch an Wurzen, Trebsen und Colditz wandte sich Grimma wegen einer Mitgliedschaft im Verein.

Amtsleiterin Kutscher betonte, dass es keine finanziellen Gründe waren, die die Awo zur Aufgabe bewogen hätten. Das Kostenvolumen der Tafel betrage rund 100 000 Euro im Jahr. „Das war immer durchfinanziert.“ Grimma unterstütze die Tafel wie bisher mit jährlich 2600 Euro. „Darüber hinaus wollen wir keine Mehrbelastung“, sagte sie auf die Äußerung von Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma), der anzweifelt, dass es keine Geldprobleme gibt. Der Fraktionschef mahnte zudem, dass Grimma nicht federführend im Verein sein dürfe. „Das ist nicht unsere Aufgabe“, sondern die von Wohlfahrtsverbänden. Grimma sollte ein Zeichen für die Tafel setzen, erwiderte Kutscher. Deshalb habe die Stadt initiativ mit verschiedenen Trägern das Gespräch gesucht.

Es gehe nicht um eine neue Finanzierung, sondern eine neue Trägerschaft und die Organisation, wollte Thomas Zeidler (Bürger für Grimma) alle Zweifel aus dem Weg räumen. Der Ansatz, die Tafel auf breite Füße zu stellen, sei besser, als es allein zu machen. Er sehe nicht, dass Grimma mehr Geld zuschießen müsse.

Neben Kamprad bilden Joachim Rolke, Vorsitzender des Landesverbandes Sächsischer Tafeln, Grimmas Stadträtin Sabine Krahnert (Linke) und Trebsens Bürgermeister Stefan Müller den vierköpfigen Vereinsvorstand.

Von Frank Prenzel

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