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Grimma Verhärtete Fronten im Feuerwehr-Streit Trebsen
Region Grimma Verhärtete Fronten im Feuerwehr-Streit Trebsen
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14:27 19.05.2015

Und auch das vom Trebsener Förderverein abgesagte Maibaumsetzen werde nun doch stattfinden (LVZ berichtete).

Jedoch informierte die Stadtverwaltung nicht darüber, dass im Zusammenhang mit dem Führungswechsel dem im Februar zurückgetretenen Wehrleiter Stefan Kroschky ein Hausverbot erteilt wurde. "Mir wird im Einsatzfall verboten, Leben zu retten, weil ich nicht mehr an meine Ausrüstung komme", kritisiert nun der 37-Jährige öffentlich scharf. Und: "Gut ausgebildete Leute, für die viele Steuergelder investiert wurden, dürfen nicht mehr zum Einsatz." Das führte zur neuerlichen Eskalation. Denn der Trebsener Förderverein unter Leitung von René Faber hat das vereinseigene Equipment aus dem Gerätehaus ausgelagert. "Ja, auch den Maibaum", bestätigte Faber auf Nachfrage und kündigte an, "dass der Maibaum und anderes Material wie Sitzgarnituren definitiv nicht zur Verfügung stehen." Zur Begründung sagte Faber, "dass wir befürchten müssen, von der Verwaltung eine Kündigung für die Vereinsräume zu bekommen." Besondere Brisanz bekommt diese Aktion durch die Teilnahme von Anke Zimmermann, was sie auf konkrete LVZ-Nachfrage bestätigte. Die 40-Jährige kämpft als unabhängige Einzelbewerberin um das Amt des Bürgermeisters und hat in diesem Kontext öffentlich geäußert, den "eskalierenden Streit zwischen einem Kameraden der Feuerwehr und der Stadtverwaltung" zu bedauern. Dass sie sich offen auf die Seite des Fördervereins geschlagen hat, indem sie zum einen dessen umstrittenen offenen Brief mit unterzeichnet und sich aktiv an der Auslagerung beteiligt hat, begründete sie kurz angebunden mit ihrer Mitgliedschaft im Förderverein und verwies an Vereinschef Faber.

Der amtierende Bürgermeister Stefan Müller zeigte sich nach Bekanntwerden der Auslagerung fassungslos und sprach gar von "Sabotage in den eigenen Reihen". Rückendeckung bekommt er von Bernd Möbius. Der ehemalige langjährige Wehrleiter aus Seelingstädt beklagt "die völlig abhandengekommene Sichtweise des Fördervereins" und sieht "das Ansehen der Trebsener Feuerwehr in den Schmutz gezogen." Er mahnt einen "radikalen Neuanfang" an und sichert die Unterstützung der anderen Ortswehren zu. Indes verteidigt Vereinschef Faber die nach seinen Worten im Verein abgestimmte Flyeraktion und Auslagerung, "da seitens der Stadt Trebsen keine Konfliktlösung angestrebt wird." Er räumt zwar ein, dass man Kroschky einen "schroffen Ton vorwerfen" könne, will aber nicht verstehen, ihn aus der Feuerwehr auszuschließen und fragt nach, ob sein Rücktritt nicht schon ausreiche.

"Die Fronten sind verhärtet", konstatiert Patric Blum. Er, der auch "persönlicher Berater" von Bürgermeisterkandidatin Anke Zimmermann ist, vertritt als Rechtsanwalt Stefan Kroschky. Sein Vorschlag zur Konfliktlösung an den amtierenden Bürgermeister sei eine "Moderation" zwischen der Stadt, dem Landkreis als Rechtsaufsichtsbehörde sowie dem Kreisfeuerwehrverband. Allerdings habe Blum auf seine Initiative noch keine Antwort bekommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.04.2015
Frank Schmidt

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