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Grimma Grimma nimmt Verkehrsströme in den Fokus
Region Grimma Grimma nimmt Verkehrsströme in den Fokus
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10:49 15.03.2019
Trotz Umgehungsstraße drängt sich reichlich Autoverkehr durch die Innenstadt von Grimma. Die Stadt lässt jetzt einen Verkehrsentwicklungsplan erarbeiten. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Die Stadt Grimma lässt einen Verkehrsentwicklungsplan erarbeiten, der in zwei Jahren vorliegen soll. Der Verwaltungsausschuss stimmte jetzt bei einer Enthaltung zu, das Angebot der VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH (VCDB) anzunehmen – nicht ohne Diskussion. Die Firma verlangt exakt 68.782 Euro für die Erarbeitung des umfangreichen Papiers. Im Preis enthalten sind zwei Bürgerbeteiligungen. Eine Haushalt-Befragung ist nicht vorgesehen.

„Wenn man die Summe sieht, erschrickt man erst mal“, stieg Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) in das Thema ein und gab unmissverständlich zu verstehen, dass er derartige Konzepte nicht unbedingt mag. Es sei aber wichtig, für ganz Grimma so eine komplexe Betrachtung anzufassen. Der Verkehrsentwicklungsplan tangiere alle Ämter.

Amtsleiterin nennt Gründe für den Auftrag

Simone Kluge als amtierende Chefin des Stadtentwicklungsamtes nannte einige Gründe, warum Grimma die Verkehrsplanung für Kernstadt und Ortsteile neu anfasst. Durch Firmen, die sich nördlich von Grimma auf dem künftigen Gewerbegebiet an der Autobahn ansiedeln, die geplante Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes oder die neue Ausrichtung des Aldi-Marktes im Zentrum „werden sich Verkehrsströme ändern“, sagte sie. Zudem solle eine Gesamtstrategie erarbeitet werden, wie der Verkehr in den nächsten Jahren zu entwickeln ist. In der Betrachtung werden nicht nur die Fahrzeugströme eine Rolle spielen. Es geht auch um den ruhenden Verkehr, um Elektromobilität, um Fußgänger und Radfahrer und natürlich um den öffentlichen Personennahverkehr. Laut Kluge wurde eine Arbeitsgruppe Verkehr gegründet, die das Projekt begleitet.

Bahnhofsvorplatz wird gesondert betrachtet

Die Stadt müsse auf Veränderungen reagieren, schlägt auch Beigeordnete Ute Kabitzsch eine Bresche für die Planung. So sei die Verkehrsführung durch den neuen Rewe-Markt noch nicht berücksichtigt, mit dem Aldi-Umbau greife die Stadt in die Weberstraße ein. Augenmerk lenkte Kabitzsch vor allem auf den Bahnhofsvorplatz, der wegen „Muldental in Fahrt“ gesondert betrachtet werde. „Dort wird sich ebenfalls einiges verändern, müssen wir Verkehrsströme anders lenken, um zum Beispiel die Bahnhofstraße zu entlasten“, sagte die Beigeordnete. Ihren Worten zufolge ist die VCDB über den Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig bereits mit dem Bahnhofsplatz befasst.

Es gebe derzeit kein Verkehrskonzept, so Kabitzsch, dass Grimma nach den Eingemeindungen ganzheitlich betrachtet. Die Achsen von den Ortsteilen würden in die Untersuchung einbezogen.

In Grimma-Nord ändern sich mit dem geplanten Gewerbegebiet die Verkehrsströme. Quelle: Thomas Kube

Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) führte die Diskussion in eine ganz andere Richtung. Er empfahl, aufgrund der Haushalt-Lage ein zweites Angebot einzuholen und auf diesem Weg zu prüfen, ob die VCDB-Summe berechtigt ist. „Wir verletzen den Grundsatz der Ausschreibung“, sagte er. Amtsleiterin Kluge gab jedoch zu bedenken, dass die Firma bereits involviert ist und für den Bahnhofsvorplatz eine Machbarkeitsstudie erarbeitet hat. Das Büro beschäftige sich speziell mit Verkehrsplanung und sei auch deshalb angefragt worden. Letztlich akzeptierten die Ausschussmitglieder diese Argumente, auch Dossin. Er mahnte jedoch an, den Stadtrat in die Pläne für den Bahnhofsvorplatz einzubeziehen.

Traktoren dürfen nicht auf die Umgehung

Mit einem spezifischen Problem meldete sich Jürgen Wick (Allianz Stadt+Land) zu Wort. Die Umgehungsstraße sei für Traktoren gesperrt. „Wir müssen mit jeder Tonne Getreide erst runter an die Mulde fahren und auf der anderen Seite den Berg wieder rauf“, beklagte der Landwirt und brachte ein Beispiel: Wer mit dem Traktor von Beiersdorf zur Baywa wolle, müsse erst in die Stadt hinein. Auch über den Bauernverband habe man sich schon ans Landesamt für Straßenbau und Verkehr gewandt – die Antwort: Abgase spielten keine Rolle, die Behinderung auf der Umgehung wäre zu groß. „In der Stadt ist sie viel größer“, ärgert sich Wick: „Ich komme da nicht weiter.“

Das zu ändern, „liegt nicht in unserer Macht“, erwiderte Beigeordnete Kabitzsch. Im Rahmen des Konzeptes könne der Planer aber Argumente liefern.

Von Frank Prenzel

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