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Verrückte Viecher aus Weizenähren

Verrückte Viecher aus Weizenähren

"Verrückte Viecher" lautete der Titel einer Ausstellung, zu der in der jüngsten Vergangenheit das Naunhofer Turmuhrenmuseum eingeladen hatte. Nicht minder verrückt sind jene tierischen Exponate, die seit Sonntag in der kleinen Einrichtung an der Ungibauerstraße zu sehen sind.

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Weizen-Vieh: Manfred und Elvira Fischer zeigen der Vorsitzende des Museums-Vereins, Helga Schnabel (r.), ein Schwein.

Quelle: Roger Dietze

Naunhof. Manfred Fischer aus Thallwitz frönt seit gut 15 Jahren einem besonderen Hobby. Er schnitzt aus dem Dämmstoff Styrodur die Körper vorzugsweise von Tieren, um diese dann in mühevoller Handarbeit mit Weizenähren zu bekleben. "Ich gewinne die Ähren frisch aus dem Halm, schneide sie dann auseinander und lasse sie im Gewächshaus trocknen, damit sie schön weiß werden", so der 80-Jährige, der in der Anfangszeit seines Hobbys einiges an Lehrgeld zahlen musste.

"Ich hatte den Fehler gemacht, reifes Getreide zu nutzen, im darauffolgenden Jahr konnte ich mich vor Motten nicht retten", blickt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen zurück. Jetzt, da er die handwerklichen Schritte seines Hobbys aus dem Effeff beherrscht, kann sich der rüstige Senior auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich auf die Motivwahl.

Und so ziert seine Sammlung, von der er im Turmuhrenmuseum bis in den November hinein gut die Hälfte ausstellt, mittlerweile ein Biber, der sich an einem original von einem Vertreter der Gattung Castoridae angenagten Stamm zu schaffen macht, ebenso wie eine alte Frau, die einen mit Kartoffeln gefüllten Wagen hinter sich herzieht. "Als Vorlage für dieses Motiv diente mir ein altes Foto, das meine Großmutter zeigt", so Fischer, der sich nach eigener Aussage im Zusammenhang mit seinem ausgefallenen Hobby hin und wieder als Ein-Euro-Jobber betätigt.

"Vor einiger Zeit wollte ein Pferdefan unbedingt ein Pferd von mir haben, und weil das Ergebnis unbezahlbar geworden wäre, habe ich als Stundenlohn einen Euro angesetzt", meint der 80-Jährige augenzwinkernd. Für den Kunden bedeutete dies letztlich, Manfred Fischer mit 70 Euro zu entlohnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2013

Dietze, Roger

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