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Versicherung lässt auf sich warten

Versicherung lässt auf sich warten

Gaitzschs Familie hatte es besonders getroffen, da der Heizöltank nicht dem Muldewasser die kalte Schulter gezeigt hatte, sondern durch die Flut angehoben wurde.

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Warten auf die Versicherung: Gerhard und Ingrid Richter sitzen auf ihrem Sperrmüll. Die Versicherung will ihn sehen, doch sie war noch nicht vor Ort.

Quelle: Frank Schmidt

Dadurch zerissen die Leitungen und der Tank lief aus. "Der Geruch steckt im ganzen Haus", sagte Gaitzsch. Die untere Etage sei nicht mehr bewohnbar. Deshalb hätten die Eltern im oberen Stock ein Zimmer frei geräumt. "Geduscht wird bei Freunden, da die Heizung nicht funktioniert, und wir kein warmes Wasser haben", erzählte der Dornaer. Seiner Meinung nach habe das Alarmsystem zur Flut schlecht geklappt. "Die Hochwasserschutzsirene ging erst, als das Wasser schon hoch stand", bedauerte der 50-Jährige. "Das war zu spät", pflichtete auch Richter bei, der das Problem notiert hatte. Familie Gaitzsch bezog deshalb ihre Informationen nur aus dem Rundfunk. "Wir haben versucht, noch technische Geräte in Sicherheit zu bringen. Doch das Wasser erreichte selbst die Scheune, die höher gelegen ist", erinnerte sich Uwe Gaitzsch. Mit Sandsäcken wurden die Türen und der Keller verbarrikadiert. "Wir haben im Keller gepumpt und gepumpt, bis das Wasser zur Tür hereinkam". Dann habe es jedoch keinen Zweck mehr gehabt. "Es ist längst überfällig, dass eine Schutzmauer für Dorna gebaut wird, auch wenn es nur wenige Häuser betrifft. Eine erneute Überflutung darf es nicht geben", meinte Gaitzsch. Bisher haben seine Vorschläge nur beim Grimmaer Bürgermeister Matthias Berger (parteilos) Gehör gefunden. Er habe jedoch nicht die Verantwortungsträger für das Projekt gewinnen können.

Gerhard (73) und Ingrid Richter (72) gehören ebenso zu den Betroffenen. "Wir hatten 2002 das Pech, dass unsere Ölbehälter umkippten. Dieses Mal hielt der große Ölbehälter, der über einer Auftriebssicherung verfügt und angeschraubt ist, den Fluten stand. Ich rieche noch heute das Heizöl, was 2002 ausgelaufen ist", sagte Ingrid Richter. Sie war mit ihrem Mann in den Tagen der Flut bei ihrem Sohn in Markkleeberg untergebracht. "Wir konnten erst am 4. Juni in unser Haus. Zum Glück standen uns bei diesem schweren Gang viele Helfer zur Seite", ist die 72-Jährige voll des Dankes. Sie hatte jedoch in Markkleeberg keine Ruhe und beobachtete ständig die Pegelstände. Ihrer Enkeltochter gelang es, über das Internet aktuelle Bilder aus dem Ort Dorna zu bekommen.

Derzeit wartet das Ehepaar darauf, dass die Versicherung kommt. "Unsere Heizung hat Totalschaden. Doch auch die Eingangstüren müssen ausgewechselt werden", zählte Gerhard Richter einige Dinge auf, die keinen Aufschub dulden. "Wir sind zum Glück versichert, aber wahrscheinlich das letzte Mal", so die Richters. "Im Moment haben wir noch die Kraft, alles neu aufzubauen. Doch wie es ist, wenn es wieder eine Flut gibt", wusste Ingrid Richter nicht zu sagen. Eigentlich wollen sie ihr schönes Heim nicht verlassen. "Es ist das Haus meiner Eltern. Wir haben hier jeden Cent reingesteckt, um es in Schuss zu halten", sagte Gerhard Richter.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2013

Cornelia Braun

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