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Grimma Verteilschlüssel für dezentrale Asylbewerber-Unterbringung im Landkreis Leipzig
Region Grimma Verteilschlüssel für dezentrale Asylbewerber-Unterbringung im Landkreis Leipzig
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15:05 19.05.2015

So teilte es Landrat Gerhard Gey (CDU) auf der Kreistagssitzung in der vergangenen Woche in Borna mit. Neu ist es keineswegs, dass Asylbewerber in Wohnungen leben. Von den etwa 600 Personen mit diesem Status, die im November im Landkreis registriert waren, hatten bereits mehr als 200 eine derartige Unterkunft bezogen.

206 Asylbewerber lebten laut Aussage des Landratsamtes am Stichtag 8. November, also vor Eintreffen der neuen Flüchtlingswelle, in 72 Wohnungen, die meisten davon in Grimma: 41 Erwachsene und 29 Kinder, insgesamt 70 Personen, waren untergebracht in 22 Wohnungen. Die übrigen dezentral einquartierten Asylbewerber lebten in folgenden Orten: Borna (65 Personen in 22 Wohnungen), Markkleeberg (34/14), Pegau (7/1), Markranstädt (6/2), Geithain (6/1), Rötha (6/1), Wurzen (3/2), Frohburg (3/1), Böhlen (2/2), Groitzsch, Espenhain, Neukieritzsch, Bad Lausick (je 1).

Die Grundsatzentscheidung, auf den Bau eines neuen zentralen Heimes zusätzlich zu den vier existierenden in Bahren, Elbisbach, Thräna und Hopfgarten zu verzichten, führt dazu, dass im Landkreis für etwa 250 Asylbewerber zusätzlich Wohnungen gefunden werden müssen. Vor allem Familien und alleinstehende Frauen sollen nach Vorstellung der Kreisverwaltung aus den Heimen ausziehen. Die Städte und Gemeinden waren aufgefordert, bis zum gestrigen Montag "belastbare Wohnungsangebote" zu unterbreiten.

Es wurde auch ein Orientierungsschlüssel entwickelt, bei dem eine Verteilquote entsprechend der Einwohnerzahl ermittelt wurde. Demnach müsste beispielsweise Grimma als größte Stadt mit 11,2 Prozent der Kreisbevölkerung von den 250 Personen 28 aufnehmen. In Markkleeberg wären es 23, in Borna 19, in Wurzen 16, in Markranstädt 14 und in Frohburg zehn. Brandis, Colditz (je neun), Bad Lausick, Naunhof, Groitzsch und Zwenkau (je acht) lägen im einstelligen Bereich. Und Otterwisch sowie Elstertrebnitz hätten nur eine Person unterzubringen. Das sei allerdings lediglich eine Orientierungshilfe, erklärte Landrat Gerhard Gey (CDU). Bei der Verteilung müssten auch die jeweiligen Rahmenbedingungen in den Kommunen berücksichtigt werden und auch die Zahl der bereits dort wohnenden Asylbewerber.

Bei der Zahl der Asylbewerber insgesamt gibt es erhebliche Irritationen. Während im Landkreis Anfang November von etwa 600 Personen die Rede war, nannte das Innenministerium eine Zahl von unter 500. Bei diesen Differenzen geht es stets auch um Finanzierungsfragen. Geduldete Personen zum Beispiel - der Asylwunsch ist abgelehnt, eine Rückführung ins Heimatland aber aus verschiedensten Gründen nicht möglich - zählt Dresden offenbar nicht mit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2013
Heinrich Lillie

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