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Vertrag zum gegenseitigen Vorteil in Klinga

Vertrag zum gegenseitigen Vorteil in Klinga

Eine alte Verpflichtung, die vor Jahren die Kommune mit der Kirchgemeinde eingegangen ist, setzt sie jetzt um. Sie lässt die Mauer des Friedhofs in Stand setzen.

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Schuften unter sengender Sonne: (v.l.) Reinhard Frieß, Ronny Kanitz und Gerd Lohse befreien die Friedhofsmauer vom Wildwuchs.

Quelle: Frank Pfeifer

Parthenstein/Klinga. Vorbereitend entfernt der Bauhof zunächst den Wildwuchs, der ihr arg zugesetzt hat.

Dass sich die politische Gemeinde um die Mauer kümmert, hat mit der ehemaligen Dorfschule zu tun, die ursprünglich, wie seinerzeit weithin üblich, zunächst die Kirche im Dorf installierte. Anfang des 20. Jahrhunderts, so Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos), übernahm der Staat - wie anderswo auch - in Klinga das Gebäude. Allerdings durfte die Kirche eine Wohnung behalten, ins Grundbuch wurde ihr dafür ein Belegungsrecht eingetragen, das über Jahrzehnte hinweg Bestand hatte.

In neuerer Zeit jedoch sollte das Gebäude, das mittlerweile Kirchschullehen genannt wurde, abgerissen werden. An seiner Stelle wollte die Kommune die Kindertagesstätte Gänseblümchen errichten. In Verhandlungen mit der Kirchgemeinde einigte sie sich darauf, dass sie die Sanierung der Friedhofsmauer und die Löschung im Grundbuch bezahlt, wenn die Kirche auf ihr Belegungsrecht im Kichschullehen verzichtet. Die Sache mit dem Gebäude ist längst erledigt, an seiner Stelle steht der Kindergarten. Nun also muss die Kommune noch dafür sorgen, dass die Friedhofsmauer komplett in Schuss gebracht wird. Ein Teil war schon vor Jahren saniert worden, jetzt geht es um den Abschnitt an der Straße und an der Südseite des Friedhofs, insgesamt 144 Meter.

"Die Kirche hat die denkmalschutzrechtliche Genehmigung eingeholt", erläutert Kretschel. "Und wir haben das Architekturbüro Kayser aus Grimma beauftragt, eine Ausschreibung vorzubereiten, damit zur konstituierenden Gemeinderatssitzung am 14. August in Pomßen der Vergabebeschluss gefasst werden kann."

Entlang der Straße muss nach Kretschels Worten die Mauer nur frisch verputzt werden. Aufwendiger würden die Arbeiten an der Südseite. Dort hat die Witterung die Bruchsteinmauer stark in Mitleidenschaft gezogen, Efeu, wilder Wein und andere Pflanzen umwucherten sie, was den Verfallsprozess beschleunigte. Zum Teil ist sie komplett zusammengefallen.

Reinhard Frieß, Ronny Kanitz und Gerd Lohse vom Parthensteiner Bauhof waren in den vergangenen Tagen damit befasst, die Massen an Wildwuchs zu entfernen - eine schweißtreibende Arbeit unter sengender Sonne. Dabei mussten sie darauf achten, die Grabstätten entlang der Mauer nicht zu beschädigen. "Der Nachbar", so Kretschel, "erlaubte zum Glück, dass sie dessen Grundstück betreten durften."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2014
Pfeifer, Frank

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