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Verwaltungsgemeinschaft Naunhof: Sand im Getriebe

Verwaltungsgemeinschaft Naunhof: Sand im Getriebe

Naunhof/Parthenstein/Belgershain. Groß waren die Erwartungen, die Naunhofs Partner innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft mit der Bürgermeisterwahl in der Parthestadt hegten.

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Kaum noch Leben: Schrittweise werden Arbeitsplätze im Parthensteiner Rathaus abgebaut und nach Naunhof verlegt. Nur zwei Leute sollen übrig bleiben.

Quelle: Andreas Röse

Die Stadt- und Gemeindechefs kommen jetzt persönlich sicherlich besser miteinander aus. Doch der größte Wunsch von Belgershain, die Fusion mit Großpösna, ging bislang nicht in Erfüllung. Und aktuell brodelt es in Parthenstein.

Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) sieht sich als Getriebener. "Seit ich im Amt bin, hat man nicht mit Auflagen gegeizt", kritisiert er. Erst forderte das Landratsamt neue Verträge fürs Freie Gymnasium, dann die Haushaltskonsolidierung. Und nach einer Aufforderung durch das Rechnungsprüfungsamt Wurzen drängte die Kreisbehörde auch noch auf eine Neuordnung in der Verwaltung.

Konkret betrifft sie das Parthensteiner Rathaus, das bisher, wie Zocher erklärt, viele Funktionen eines Gemeindeamts wahrnahm. Laut dem Gesetz über kommunale Zusammenarbeit sei das in einer Verwaltungsgemeinschaft unzulässig, hieß es plötzlich - obwohl dieser Zustand seit zehn Jahren anhält, in denen keine Behörde eine Änderung durchsetzte. Wie auch immer, Zocher sollte es mal eben richten.

Neue Freunde konnte er sich damit nicht machen, denn es ging ans Eingemachte. Von den acht Mitarbeitern im Parthensteiner Rathaus sollen am Ende zwei übrigbleiben: Außenstellenleiter und Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) sowie Sylvia Schindler. Entlassungen sind aber nicht vorgesehen.

Die Arbeitsplätze von zwei Mitarbeiterinnen wurden bereits ins Naunhofer Rathaus verlegt. Die von zwei weiteren sollen folgen. Eine 58-jährige Angestellte kündigte, was Zocher bedauert; ihre Aufgaben soll die Naunhofer Finanzverwaltung mit übernehmen. Und der Parthensteiner Bauamtsleiter Gerd Welker schied kurzfristig auf eigenen Wunsch hin aus, um eine neue Stelle in Kohren-Sahlis antreten zu können. Sein Tätigkeitsfeld will sich Kretschel auf den Tisch ziehen, wenn er nach monatelanger Krankheit nun wieder seinen Dienst antritt. Glücklich ist er über all das nicht. Gegenüber der Presse möchte er sich aber erst äußern, wenn er mit dem Gemeinderat über die jüngsten Entwicklungen gesprochen hat.

Wird der Plan komplett umgesetzt, dann bleibt neben ihm nur Sylvia Schindler als Ansprechpartnerin für alle Dinge im Parthensteiner Rathaus. Die Konstellation käme dann der im Belgershainer Rathaus gleich, nur dass sie dort schon seit zehn Jahren so besteht. Die anderen vier Parthensteiner Mitarbeiterinnen wären in Naunhof tätig, und zwar, wie Bürgermeister Zocher betont, "mit dem gleichen Arbeitsumfang wie bisher".

Gern hätte er eine solche Hauruck-Aktion vermieden und den Wandel längerfristig vollzogen. Die Umstellung auf neue EDV-Systeme, die mit der Einführung des doppischen Haushaltswesens erforderlich sind, erforderte aber eine zügige Lösung. "Wir kriegen keine Standleitung nach Großsteinberg hin. Das heißt, alle Computer-Arbeitsplätze müssen zu uns", erklärt Zocher. Parthenstein bleibe trotzdem eine eigenständige Gemeinde mit einem eigenen Gemeinderat, der über deren Haushalt das Sagen hat.

Noch eine Portion mehr Selbstständigkeit hatte sich Belgershain durch den Wechsel an der Naunhofer Rathausspitze erhofft. Die Gemeinde wollte zum Jahresende die Verwaltungsgemeinschaft verlassen, um zum 1. Januar eine Ehe mit Großpösna einzugehen. Doch die Stadt und Parthenstein sagten Nein. Auch der Landkreis scheint sich querzustellen. Belgershain hat inzwischen ein Anwaltsbüro eingeschaltet. "Wir bleiben bei unserem Wunsch, der Eingemeindung nach Großpösna", sagt Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2013
Pfeifer, Frank

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