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Grimma Viel Lärm um Freisitz
Region Grimma Viel Lärm um Freisitz
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05:00 11.08.2010
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. Die Anwohner Frank und Bernd Heller machten im Bauausschuss auf die ihrer Meinung nach nervtötende Lärmbelästigung aufmerksam und sprachen sich gegen das neue Hotel-Projekt aus, den Freisitz vom Markt auf die Hofseite zu verlegen.

 

 

Die Beschwerdeführer sehen nicht ein, weshalb sie nun auch noch einen Freisitz dulden sollten. Schon jetzt höre man durch das geöffnete Fenster den Koch rufen: „Wir wissen genau, wann jemand Roulade mit oder ohne Rotkraut bestellt!" Auch bekämen die Anwohner durch die unüberhörbare Fanfare mit, sobald beim Bowling jemand in die Vollen geht. Schlimm sei es beim Tanz: „Dann steht das Terrassenfenster auf und der Lärm dringt ungefiltert nach draußen."

Bauamtsleiterin Marika Haupt stellte das Projekt des Hotels vor: Wo sich bereits die Terrassentür befindet, soll ein Balkon angebaut werden. Der erhöhte Freisitz wird bis zu 20 Gästen Platz bieten und vornehmlich im Sommer von 12 bis 22 Uhr betrieben.

Stadtrat Peter Emmrich: „Vielleicht wird es ja in der Küche ruhiger, wenn künftig Gäste auch zum Hof raus sitzen." Kollege Dieter Grobe ergänzte: „Beim Tanz ist die Belüftung nicht optimal. Um nicht gar zu sehr zu schwitzen, öffnen die Gäste von ganz allein das Fenster." Ratsherr Steffen Slowik regte an, noch keinen Beschluss zu fassen: „Zwar ist das Landratsamt für die Genehmigung des Balkons zuständig, wir sollten aber noch einmal das vermittelnde Gespräch zwischen allen Beteiligten suchen." Dieser Lösung stimmten die Stadträte zu. Für den 17. August, so Bürgermeisterin Heidemarie Kolbe, sei die Unterredung angesetzt.

Schlossblick-Geschäftsführerin Kristin Bäumler hätte bereits gern an der Debatte im Rat teilgenommen: „Wir hatten aber einen Trauerfall in der Familie." Bei Außentemperaturen von 40 Grad sei die Lüftung überfordert, da müsse es gerade beim Tanz erlaubt sein, ein Fenster zu öffnen. „Vor allem ist das bis 22 Uhr zulässig. Wir haben den Lärmpegel messen lassen. Die Werte sind völlig normal." Warum ein Balkon? Der Blick zum Hof raus sei viel schöner als der auf parkende Autos. „Auch die Bedienung wird viel unkomplizierter, weil künftig auf einer Ebene. Außerdem fällt die Standgebühr weg, die wir bislang für den Freisitz auf dem Markt zahlen." Bäumler versteht nicht, warum ihr einzelne Anwohner das Leben schwer machen. Auch ein lärmgeplagter Bewohner in der viel befahrenen Hauptstraße wunderte sich über die Debatte: „Die Leute sind ja zu beneiden, wenn sie es so ruhig haben, dass sie den Koch sogar über die Straße erzählen hören."

Haig Latchinian

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