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Visionen für den Brandiser Stadtpark

Visionen für den Brandiser Stadtpark

Ein Stadtpark, durch den die Brandiser lustwandeln und historische Sichtachsen genießen, in den sich aber auch neue, zum Beispiel kindgerechte Elemente harmonisch einfügen - diese Vision entwarf Landschaftsarchitekt Eric Scheil am Mittwochabend im Brandiser Stadtrat.

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Emily, Natalie und Patrick (v. re.) aus der 8b der Oberschule Brandis verbringen ihre Freizeit gern im Stadtpark. Die steinerne Vase dient als Treffpunkt.

Quelle: Thomas Kube

Brandis. Das Ingenieurbüro Seecon war von der Stadt Anfang 2014 mit dem Erstellen einer Konzeption beauftragt worden. Auf einem Bürgerforum Ende September hatte Scheil erste Vorstellungen skizziert, welche die Bürger mit Ideen ergänzten. "Das war sehr erhellend, viele Aspekte sind in den nun vorliegenden Entwurf eingeflossen", so Scheil.

 

 

Der 3,6 Hektar große Stadtpark war 1912 bis 1920 von Freiherr Gottfried von Pentz in Erweiterung des Schlossparkes angelegt worden. "Aus alten Dokumenten ließen sich die damaligen Gestaltungsgedanken sehr deutlich ablesen." Über Sichtachsen und große Wiesen sollte ein großzügiger Raumeindruck erweckt werden, ein Rondell und eine steinerne Vase boten Verweilplätze, die Alleen gaben Struktur, dichter Baumbestand markierte die Grenzen. Doch 100 Jahre sind an der grünen Oase nicht spurlos vorbeigegangen. Die Alleen haben Lücken, Wildwuchs zeigt sich in Gehölzgruppen, in denen die Gärtner einst kunstvoll mit Blattformen und -farben spielten. Das Rondell ist kaum noch erkennbar. Die östliche Wiese hat durch mangelnde Pflege verloren. "Hier sind Robinien und Pappeln gewachsen, die nicht geplant waren", sagte Scheil. Im Nordosten ist die Nutzung der Wege, unter anderem als Schulweg zur Bushaltestelle, so intensiv, dass es keinen Rasen mehr gibt.

 

 

Damit der Park auch künftig beliebter Aufenthaltsort sein kann, nannte der Fachmann Maßnahmen für die nächsten drei bis 20 Jahre, für deren Umsetzung auch "Gönner und Mithelfer außerhalb des Verwaltungshaushaltes" gefunden werden sollten. "Man sollte die gestalterischen Intentionen und vegetativen Strukturen wiedererkennen." Dazu gehöre die Alleen zu ergänzen, Wegeverbindungen zu verbessern und im Süden zu entwässern. Das Rondell soll mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und blütenreich bepflanzt werden. Anstelle der sanierungsbedürftigen Bühne ist eine mobile, bei der Stadt vorhandene vorgesehen, die bei Parkfesten und anderen Veranstaltungen auf der nordwestlichen Wiese stehen könnte. Die schönen Ensembles und Pflanzen könnten durch ein Leitsystem an den Parkeingängen sowie multimediale Infotafeln hervorgehoben werden. Im Südosten ist ein Aufenthaltsbereich mit Kletter- und Balancierelementen geplant, als Material - auch für Sitzwürfel - schlug er Beuchaer Granit vor. Räumlich gefasst werden soll der Bereich durch ein Blütenband aus Stauden und Sträuchern. "Dieses neue Angebot würde die Aufenthaltsqualität deutlich aufwerten", sagte Scheil.

 

 

Eine Ansicht, die der Stadtrat teilte. "Im Brandiser Süden gibt es keinen Spielplatz, deshalb wäre es schön, wenn wir das kurzfristig hinbekämen." In Anbetracht des Denkmalschutzstatus' des Parkes setze es "die richtigen Akzente", begrüßte Frank Mieszkalski (SPD) das Konzept. "Am Stadtrat liegt es nun, diesen Entwurf in Jahresscheiben finanziell zu hinterlegen", gab Scheil, der die Gesamtkosten auf Nachfrage von Roland Eibeck (CDU) mit "reichlich 200 000 Euro" bezifferte, den Ball weiter. Bürgermeister Arno Jesse (SPD): "Wir wollten zunächst skizzieren, wo wir hinwollen. Jetzt werden wir damit in die Ausschüsse gegen. Welche Maßnahmen wir beschleunigen können, hängt von den finanziellen Rahmenbedingungen ab."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.01.2015
Ines Alekowa

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