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Vom Markt in die Kirche: Hitze verhilft zu besserer Akustik

Vom Markt in die Kirche: Hitze verhilft zu besserer Akustik

Keine Frage, dass angesichts der extremen Hitzegrade auch der vierte Muldentaler Chorwettbewerb ein paar Abstriche am Programm hinnehmen musste. Denn das eigentlich auf dem Naunhofer Markt geplante Kanon-Singen wurde wegen der sengenden Sonne in die kühlere Stadtkirche verlegt.

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Gut gefüllt war die Naunhofer Stadtkirche, in die der Wettbewerb kurzerhand verlegt worden war.

Quelle: Bert Endruszeit

Naunhof. Künstlerisch war das jedoch durchaus ein Gewinn, denn die Akustik war selbstverständlich im Gotteshaus besser als auf dem weitläufigen Markt.

Unter den insgesamt 15 Chören war der 1998 gegründete Jazz-Chor "Chornfeld" aus Leipzig. Die 35 Sängerinnen und Sänger treffen sich jeden Montag ab 19.30 Uhr in der HTWK Leipzig in der Kochstraße. "Wir sind deutlich mehr Frauen und suchen deshalb vor allem noch Tenöre und Bässe", berichtete Chorsängerin Carmen Schöniger. Am Muldentaler Chorwettbewerb schätzte sie vor allem den Austausch mit anderen Ensembles. "Es ist gut, auch mal die anderen zu hören, da weiß man gleich, wo man steht." Zudem sorge die Jury für konstruktive Kritik und ein professionelles Feedback. "Schließlich gibt es immer auch ein Auswertungsgespräch."

Und so ein Wettbewerb sei gleichzeitig eine gute Gelegenheit, alle mühevoll einstudierten Lieder auch mal einem größeren Publikum vortragen zu können, so Maria Fleischhack. "Denn unsere Proben sind sehr intensiv, da steckt viel Kleinarbeit drin." Ganz wichtig für die Chorarbeit sei, dass die Gruppe ein gutes Miteinander pflege. "Wir funktionieren auch als soziale Gruppe sehr gut", betonte Fleischhack. Längst komme auch die musikalische Leistung gut an. "Bei einem Wettbewerb voriges Jahr in Zwickau haben wir einen Sonderpreis bekommen und den zweiten Platz der Punktwertung."

Ganz spontan taten sich die Sängerinnen und Sänger von "Chornfeld" mit den Akteuren des Berliner Ensembles "Moving Colours" für ein gemeinsames Lied zusammen. Nicht ganz zufällig, schließlich ist das Repertoire der beiden Chöre durchaus "passfähig". Als Pop-Jazz-Chor könne man auch etliche ganz aktuelle Stücke vortragen. "Einfach so aus Im-Radio-hören und dann nachsingen ist aber nicht drin, dafür braucht man schon einen Chorsatz, es soll ja anspruchsvoll sein", erklärte der Berliner Thomas Drauschke. Auch für ihn sei ein solcher Wettbewerb wichtig, um den "Blick von außen" zu bekommen. Allerdings habe das auch seine Tücken, wie Chorsänger Klaus-Jürgen Blom betonte: "Es ist durchaus irritierend, wenn niemand klatschen darf. Da weiß man nie, wie gut man war." Doch wegen der Gleichbehandlung aller Chöre sei das wichtig.

Julia Gürke, die als Organsiationsleiterin der Veranstaltung fungierte, zog ein positives Fazit. "Wir haben hier in Naunhof den größten Schatz, den wir finden konnten", sagte sie mit Blick auf die Verantwortlichen aus der Naunhofer Kulturwerkstatt, die viele Strippen zogen. "Hier ist alles auf kurzem Wege erreichbar, wir mussten uns hier um nichts kümmern, das ist einfach eine tolle Zusammenarbeit." Insgesamt waren rund 500 Sängerinnen und Sänger in Naunhof zu Gast, kurzfristig abgesagt hatte lediglich der Männerchor Naunhof.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.07.2015
Bert Endruszeit

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