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Grimma Von Breitenbuch weiter an der Spitze der Christdemokraten im Landkreis Leipzig
Region Grimma Von Breitenbuch weiter an der Spitze der Christdemokraten im Landkreis Leipzig
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00:18 02.11.2017
Michael Kretschmer (r.) zu Gast beim CDU-Kreisverband in Grimma. Die Christdemokraten wählten Georg-Ludwig von Breitenbuch erneut zum Kreisvorsitzenden. Quelle: Christian Neffe
Grimma

Es werde „kein Schönreden geben“, hatte Georg-Ludwig von Breitenbuch für die Versammlung des CDU-Kreisverbandes im Landkreis Leipzig angekündigt. Der Kreisvorsitzende versprach für das Treffen im Rathaus Grimma eine „gründliche Auswertung“ des Bundestagswahlergebnisses der CDU. Die personelle Erneuerung auf allen Ebenen dürfe dabei kein Tabu sein, hatte er gefordert.

An der Kreisspitze bleibt jedoch alles beim Alten: Von Breitenbuch, seit 2005 Kreisvorsitzender, wurde erneut in seinem Amt bestätigt. Von 105 Wahlberechtigten konnte er 93 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Bei seinen vier Stellvertretern hingegen gibt es durchaus personelle Erneuerungen: Heike Helbig (Markranstädt), Christian Funke (Markleeberg) und Kay Ritter (Wurzen) arbeiten fortan mit dem wiedergewählten Gerald Lehne (Wurzen) gemeinsam als Vize-Kreisvorsitzende.

Zuvor jedoch machte von Breitenbuch seine Ankündigung einer Auswertung der Bundestagswahl wahr: Die CDU – „die letzte verbleibende Volkspartei“ – habe die Sorgen der Menschen nicht ernst genommen, stellte er fest. Für die 2019 anstehenden Kommunalwahlen müsse man zeigen, dass das „Zeichen nach Berlin“ verstanden wurde. Er forderte mehr Bürgernähe sowie eine neue Streitkultur, die Themen ländlicher Raum und Heimat müssten wieder nach vorn gerückt werden.

Dann trat Michael Kretschmer ans Pult. Der wollte die Versammelten dazu bringen, „den Modus ‚Schwierig, geht nicht, schau’n wir mal’“ hinter sich lassen, musste jedoch viel Überzeugungsarbeit leisten: Stanislaw Tillichs Rücktrittserklärung und der damit verbundene Vorschlag, Kretschmer zu seinem Nachfolger zu machen, hatte viele CDU-Mitglieder überrumpelt. „Am Ende habe ich Ja gesagt, weil wir jetzt in den Vorwärtsgang kommen müssen.“ Heißt für Kretschmer: Bildung und innere Sicherheit anpacken, Videoüberwachung stärken, Probleme im ländlichen Raum lösen. Außerdem: Breitbandausbau. „Jedes Haus und jeder Ortsteil muss mit schnellem Internet versorgt werden“ – zur Not auch mit Finanzhilfen des Landes.

Anschließend stellten sich von Breitenbuch und er den Fragen und Redebeiträgen der Mitglieder. Dabei erklang wenig Kritik an Kretschmer selbst, sondern vielmehr an Tillichs Vorstoß. Kretschmer versprach: Die für den 13. Dezember geplante Wahl des nächsten Ministerpräsidenten sei „völlig offen“.

Ansonsten dominierten zwei Themen: Flüchtlingspolitik und die AfD. Man müsse Vertrauen wiedergewinnen, um die Protestwähler zurückzuholen, so der Tenor der Versammlung.

Für den emotionalsten Moment des Abends aber sorgte der Kreis-Schatzmeister der CDU Horst Kretzschmar. Er war im September 80 Jahre alt geworden und erklärte jetzt, nach zwölf Jahren im Amt, seinen Rücktritt – reißender Beifall und Tränen inklusive.

Von Christian Neffe

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