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Von Colditz nach Peru: Landesjugendorchester Sachsen übt den musikkulturellen Austausch

Projektreise Von Colditz nach Peru: Landesjugendorchester Sachsen übt den musikkulturellen Austausch

Auch das 50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen führte das Ensemble ins Colditzer Schloss. Nur hielt sich das Ensemble diesmal nicht, wie gewohnt, ausschließlich in der dortigen Landesakademie und nebenan in der Europa-Jugendherberge auf. Nach einer Probephase stieg es ins Flugzeug.

Neben den Proben stand die gemeinsame Freizeit im Programm. So wurden Ausflüge in die Stadt und die Umgebung unternommen.

Quelle: Ulrike Kirchberg

Colditz/Trujillo. Auch das 50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen führte das Ensemble ins Colditzer Schloss. Nur hielt sich das Ensemble diesmal nicht, wie gewohnt, ausschließlich in der dortigen Landesakademie und nebenan in der Europa-Jugendherberge auf. Nach einer Probephase stieg es ins Flugzeug.

„In jeder Hinsicht war es ein besonderes Projekt“, so Ulrike Kirchberg, die es erarbeitet hatte. Während sonst das Orchester zweimal im Jahr in der Landesmusikakademie ausgiebig übt, kamen die 55 jungen Musikerinnen und Musiker im Oktober nur für vier Tage dorthin. Sie bereiteten intensiv ein abwechslungsreiches Programm vor, das sie auf eine weite Reise mitnahmen.

Diese führte sie mit dem Flugzeug von Frankfurt über Madrid nach Lima und von dort per Bus nach Trujillo, der zweitgrößten Stadt in Peru. Dort trafen sie auf das Orquesta de Barro (übersetzt Schlammorchester), das zum sozialen Musikprojekt Arpegio gehört. Mit den peruanischen Jugendlichen Musikern probten die Sachsen vier Tage lang. „Das war äußerst interessant und lehrreich für alle Beteiligten“, resümiert Projektleiterin Kirchberg, die von vielen positiven Eindrücken spricht.

„Das Zusammenspiel mit den peruanischen Musikern, die den deutschen Jugendlichen in musikalischer Hinsicht absolut auf Augenhöhe begegneten, obwohl sich ihre materielle Grundausstattung an Instrumenten in teilweise katastrophalem Zustand befand, funktionierte auf Anhieb“, schildert sie. Trotz mancher organisatorischer Probleme, die alle mit der landestypischen Gelassenheit gelöst wurden, habe eine sehr freundliche, offene Atmosphäre und ein reger Austausch zwischen den Musikern geherrscht.

Die Unterbringung der Deutschen in Gastfamilien stellte nach Kirchbergs Worten viele vor eine sprachliche Herausforderung. „Aber spätestens nach den ersten gemeinsamen Abendessen, bei denen alle kulinarischen Spezialitäten Perus vorgestellt und probiert wurden, entwickelten sich die ersten Gespräche auf Englisch, Spanisch und Deutsch“, weiß sie zu berichten.

Neben den vielen Proben blieb genügend Zeit für alle, zusammen die Stadt und die Gegend zu erkunden. Sie unternahmen unter anderem eine gemeinsame Besichtigungstour in eine antike Siedlung der Chan Chan, einen Ausflug an den Pazifikstrand von Huanchaco und einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt in Trujillo, von dem aus sowohl die Anden als auch das Meer zu sehen sind.

„Der musikkulturelle Austausch“, so Kirchberg, „wurde nach verschiedensten Workshops und kleineren Schulkonzerten, bei denen die deutschen Teilnehmer die großen gesellschaftlichen Unterschiede in den einzelnen Stadtteilen Trujillos erfahren durften, mit erfolgreichen Konzerten abgerundet. Sie liefen in Trujillo, Chimbote und Lima.“

Das Musikprojekt Arpegio Peru setzt sich seit 2004 für die soziale Integration und kulturelle Bildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Trujillo ein. Zwei ehemalige Mitspielerinnen des Landesjugendorchesters Sachsen arbeiten dort als Freiwillige. Das deutsche Bildungsministerium unterstützt Arpegio.

Von Frank Pfeifer

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