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Grimma Von Weidenplantage bis Windkraft
Region Grimma Von Weidenplantage bis Windkraft
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05:00 06.09.2011
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. „Wegen mir hätte es ruhig fünf Grad kühler sein können", schmunzelte der Mitarbeiter des Regionalmanagements Leipziger Muldenland.

„Wir wollen diese Touren auch dazu nutzen, den Bürgern die regenerativen Energien näherzubringen", so Sven Hofmayer. Diesmal war die Gemeinde Colditz dran. Zwölf Radler hatten sich dafür am Bahnhof in Tanndorf getroffen. „Wir hatten auch schon mehr Teilnehmer, aber so ist alles schön übersichtlich", sagte er und fuhr, angetan mit einer orangefarbenen Weste, vorne weg.

Die erste Etappe ging bergauf. Vom Tanndorfer Bahnhof bis zu den Windkraftanlagen in Bockwitz. Einige Teilnehmer aus Colditz waren auch dabei, Gerd Kästner kam sogar an seinem ehemaligen Arbeitsplatz vorbei. „Am Tagebau Meuselwitz wurde früher Ton gefördert und auch in den keramischen Werken in Colditz verarbeitet", erzählte er. Nur drei Kilometer weiter dann die erste Station: In Bockwitz werden Pappeln und Weiden zur Energieerzeugung angebaut. „Damit können wir das gesamte Gemeindezentrum inklusive Schule, Sporthalle und Gaststätte versorgen", erklärte Jan Gumpert von der Bauernhof GmbH Meuselwitz. „Jedes Jahr häckseln wir gut drei Hektar", fügte er hinzu. Die so genannte Kurzumtriebplantage ist eine von dreien in der Gemeinde. Gumpert hofft, sie noch 20 bis 25 Jahre bewirtschaften zu können. „Wir brauchen hier keinen Einsatz von mineralischen Düngern. Dazu haben wir einen festen Liefervertrag mit der Gemeinde."

An der nächsten Station, den Windkraftanlagen, wartete schon der nächste Ansprechpartner. Bürgermeister Matthias Schmiedel hatte sich für den Termin selbst aufs Rad gesetzt und war von Hausdorf herübergekommen. „Ich würde Ihnen ja gern das Windrad von innen zeigen, aber ich habe den Schlüssel leider nicht", entschuldigte er sich schon im Vorfeld. Statt dessen gab es einen Rück- und einen Ausblick des Gemeindeoberhaupts in Sachen Windkraft: „Uns wurde in der Gemeinde Zschadraß schon 1996 die Beteiligung an Windkraftanlagen angeboten. Damals war ich aber noch skeptisch. Heute sind diese Anlagen natürlich goldene Esel." Zschadraß stieg im Jahr 2000 ein. Schmiedel kann sich durchaus vorstellen, noch mehr Anlagen zu bauen. „Windräder sind längst nicht so gefährlich wie Atomkraftwerke und auch schneller wieder abgebaut."

Über einen Feldweg ging es dann gemeinsam zum Biomassehof nach Raschütz. „Ein Schüttguthof mitten in der Stadt war für uns nicht möglich. So haben wir das Gelände der Agrargesellschaft Methau abgekauft und trocknen nun die Biomasse hier ohne Energieeinsatz." Als Anschubenergie reiche dabei die Wärme, wenn das Holz auf den Haufen geschreddert wird, sagt er. Der Biomassehof in Raschütz sei sogar interessant für Studenten. „Es sind oft welche von der TU Dresden hier."

Letzte Station war die Holzhackschnitzelanlage in Zschadraß. Dort gab es für die Teilnehmer auch „Mittag aus dem Rucksack", wie es Sven Hofmayer nannte. Nicht nur Renate Jonas fand die Tour toll. „Mit unserer Gruppe fahren wir pro Monat einmal Rad. Das sind dann meist 30 bis 35 Kilometer", so die Klingaerin. „Die Energie-Radtour habe ich nun das zweite Mal mitgemacht."

Robin Seidler

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