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Von der Bruchbude zum Schmuckstück: Speicher Seelingstädt ist fast fertig

Von der Bruchbude zum Schmuckstück: Speicher Seelingstädt ist fast fertig

Viele warnten vor einem Fass ohne Boden, als der Heimatverein Seelingstädt sich das Ziel setzte, den Speicher im Trebsener Ortsteil auf Vordermann zu bringen. Doch die Enthusiasten ließen sich von solchen Worten nicht abhalten.

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Der frühere Speicher in Seelingstädt wird durch den Heimatverein Seelingstädt unter Leitung von Manfred Müller zum Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen/Seelingstädt. Jetzt stehen sie kurz vor ihrem Ziel. Am 21. März soll das gewaltige Bauwerk eingeweiht werden. Firmen und Behörden werden dann geladen sein. Später soll ein Tag der offenen Tür folgen.

 

 

Noch müssen Lampen installiert werden. Der Tischler ist dabei, die Fensterbänke aufzukleben. Kamin und Bar treffen bald ein. "Ganz fertig werden wir bis zur Einweihung nicht", weiß Manfred Müller, Vorsitzender des Heimatvereins. Der Termin ließ sich aber nicht verschieben, weil schon eine Woche später der erste Geburtstag in dem historischen Gemäuer gefeiert werden soll.

 

 

Überhaupt liegen schon viele Anmeldungen für private Partys, darunter auch Hochzeiten, vor. "Gegen eine Gebühr bieten wir die Räume mit Küche und Geschirr an. Um alles andere müssen sich die Leute selber kümmern", erklärt Müller. Der Löwensaal nimmt 60 Menschen auf. Kaminzimmer mit Sitzecken, Küche mit Tresen und Toiletten können die Mieter nutzen.

 

 

Gildestube, Vereinsstube, Dusche, die Aufzählung zeigt schon, dass der Speicher weit mehr sein soll als ein Ort für private Feiern. In erster Linie ist er als zentraler Ort gedacht, an dem das gesamte Dorf zusammenkommt. Es soll öffentliche Veranstaltungen und Feste geben, Vereine können hier ein Zuhause finden, Handwerker sich treffen.

"Darüber hinaus wollen wir das anbieten, was bei uns in Seelingstädt fehlt", erläutert Müller. "Wir denken da zum Beispiel an eine Bibliothek. Älteren Menschen könnte in den Räumlichkeiten erklärt werden, wie mit einem Computer umzugehen ist. Tagesbetreuung für Senioren, Nachhilfe für Schüler und Krabbelgruppe, das alles ist möglich. Hauptsache, es handelt sich um nichtgewerbliche Dienstleistungen."

 

 

Stufe für Stufe soll sich alles aufbauen. Zwei Jahre lang fördert die Stadt Trebsen deshalb die Nebenkosten mit insgesamt 19 000 Euro. "So können wir in Ruhe die Entwicklung anlaufen lassen, damit sich unser Verein entwickelt", sagt der Vorsitzende. Gesucht würden zum Beispiel jetzt Ehrenamtliche für die Betreuung von Menschen.

Eine eher kleine Herausforderung angesichts der Aufgabe, der sich der Verein ursprünglich gestellt hatte. In den frühen 1990er Jahren begann er mit ersten Sicherungen des über 200 Jahre alten Kornspeichers, der damals nur noch einer Bruchbude glich. Das Gebäude war zwar zu DDR-Zeiten zum Schroten, als Lager und zur Tierhaltung genutzt worden. Doch irgendetwas für die Erhaltung hatte niemand getan. Nun also wurde ein Giebel, den es nach außen drückte, neu aufgesetzt. Der Heimatverein tauschte Balken der für Sachsen seltenen Schiffsdachkonstruktion aus, laut einem Gutachter ist es wahrscheinlich sogar die mit der größten Spannweite im Freistaat. Diese Information gab dem Verein den Schub, sich noch mehr zu engagieren. Am 30. November 2011 kam es schließlich zum Beschluss, dass die Sanierung über das europäische Leader-Programm förderfähig ist.

 

 

230 000 Euro sollte das Vorhaben verschlingen. Ein Viertel davon musste der Verein selbst stemmen. "Eine Hälfte erhielten wir vom Caritas-Verband Dresden-Meißen, mit dem wir für 33 Jahre einen Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen haben. Die andere Hälfte über Spenden", erklärt Müller.

 

 

Vieles wurde von Fachfirmen erledigt. Doch auch die 50 Vereinsmitglieder packten kräftig zu. "Monatelang haben wir Putz abgehackt. Leute aus dem Dorf unterstützten uns, auch Jugendliche", blickt Müller zurück. Rechnet er alle Eigenleistungen hinzu, dürften sich die Gesamtkosten auf 300 000 Euro belaufen. Heraus kam ein Schmuckstück, das nun mit Leben gefüllt werden muss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2015
Frank Pfeifer

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