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Von der Werkstatt zur automatisierten Produktion

Von der Werkstatt zur automatisierten Produktion

Naunhof. Von der Werkstattfertigung zur automatisierten Produktion. Wenn man die Geschichte der Naunhofer Tischlerei Springer in aller Kürze zusammenfassen müsste, dann so.

. In diesem Jahr wird das Unternehmen 50.

Für Firmeninhaber Jörg Springer ist es ein Jubiläumsjahr im Doppelpack. Auch der Chef wird einen Tag nach dem Gründungstag des Betriebes 50. – Zwei Jubiläen, die nicht voneinander zu trennen sind. Was der Zufall auf diese Weise nahelegt, ist für den Naunhofer Unternehmer Gebot der Effektivität: Gefeiert wird im September an einem Tag. Partner des Unternehmens, Freunde und Kunden werden Gelegenheit haben, bei einem Tag der offenen Tür einen Eindruck vom Wandel zu bekommen, der das Bild von einem traditionellen Handwerk in einem halben Jahrhundert völlig verändert hat. Springer junior hat den Betrieb, den einst der Vater gründete, zu einem der modernsten Unternehmen der Branche im Leipziger Raum entwickelt.

Möbeltischlermeister Gerhard Springer hatte die Tischlerei, in der er anfangs einen Mann beschäftigte, am 1. September 1961 gegründet. Unter anderem mit der Spezialisierung auf den Innenausbau stellte er von Beginn an wichtige Weichen, damit sich die Tischlerei zu einem gefragten und anerkannten Partner auch großer Industrieunternehmen profilieren konnte. Springer fertigte unter anderem Messestände für DDR-Kombinate wie Narva, Robotron oder IFA und war so schon in Vorwendejahrzehnten über Landesgrenzen hinweg mit seiner Arbeit präsent. Das ist Springer erst recht heute. „Unsere Auftragsgeber kommen aus aller Herren Länder", sagt Jörg Springer, der 1991 in den väterlichen Betrieb mit eingestiegen war und ihn 1998 ganz übernommen hat. Seitdem ist der Betrieb aus allen Nähten geplatzt.

Vater Gerhard hatte seinerzeit seine Werkstatt auf rund 140 Quadratmetern eingerichtet. Heute produziert Springer mit seiner 10-Mann-Belegschaft auf rund 1000 Quadratmetern für Kunden europaweit Ladeneinrichtungen, Messestände, Möbel, Sonderanfertigungen aller Art. Den Wandel von der Werkstatt des Vaters zur modernen, automatisierten Produktion macht vor allem die Technik sichtbar, in die Springer in den vergangenen 15 Jahren investiert hat. Herzstücke der heutigen Produktion sind die computergesteuerten Bearbeitungszentren, die mehrere Arbeitsgänge wie Fräsen, Bohren und Sägen vereinen. Ein CNC-Zentrum arbeitet auch im Zuschnitt. Kantenautomat und computergestützte Kreissäge vervollkommnen die hochmoderne technologische Strecke. Die Firmen, die im Leipziger Raum mit solcher Hightech-Ausrüstung in der Branche aufwarten können, lassen sich an einer Hand aufzählen.

Springer, Tischlermeister und ebenso gelernter Werkzeugmacher, hat in den vergangenen Jahren nicht wenig in die Zukunft investiert. Um es anschaulich zu machen holt der Chef aus einem kleinen, mit Stoff ausgelegten Kästchen, das an eine Schmuckschatulle erinnert, einen jener Diamant-Werkzeugköpfe, mit denen die CNC-Maschinen bestückt werden. „Ich habe hier 3 000 Euro in einer Hand", sagt er und legt das gute Stück vorsichtig wieder zurück. Was die moderne Technik für den Kunden bedeutet, erklärt Springer an einem Beispiel. „Früher haben wir für die Fertigung eines maßgeschneiderten Schrankes eine Woche gebraucht. Heute schaffen wir das in sechs Stunden. Oder: Wir erhalten heute per Email einen Kundenauftrag. Innerhalb von 24 Stunden können wir ausliefern."

In Zukunft investiert hat Springer, der Vizeobermeister und Lehrlingswart der Innung ist, auch auf andere Art und Weise. „Seit der Wende haben wir über 25 Lehrlinge im Betrieb ausgebildet", sagt er. Zwei Lehrlinge erlernen zurzeit bei ihm das Tischlerhandwerk, in dessen Zunftzeichen der Hobel immer noch zu finden ist. Bei Springer steht der Hobel als Museumsstück im Büro. Er erinnert daran, was 50 Jahre verändern können.

Andreas Läbe

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Von Redakteur Andreas Läbe

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