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Vorfahrt für Fische - Wasserwanderer in Trebsen müssen warten

Vorfahrt für Fische - Wasserwanderer in Trebsen müssen warten

Kanu- und Schlauchbootfahrer müssen sich weiter gedulden, wenn sie das Trebsener Wehr passieren wollen. Zunächst muss die angrenzende Fischtreppe fertiggestellt sein, erst dann kann die Kommune die neuen Anlegestellen herrichten.

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Die Arbeiten an der Fischtreppe Neichen-Trebsen sollen im Laufe der Saison abgeschlossen werden.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Steffen Lämmel, Sachbearbeiter im kommunalen Bauamt, hofft, die Arbeiten noch im Laufe der Saison abschließen zu können.

Momentan scheint das Ziel erreichbar zu sein. Zwar gibt es an der Fischtreppe, die allmählich Gestalt annimmt, einige Probleme, weil wegen des hohen Pegels der Mulde Wasser in die Baustelle eingedrungen ist. Doch Maik Nürnberger, Werkleiter der Papierfabrik Julius Schulte, geht fest davon aus, das Vorhaben bis Ende Mai geschafft zu haben. "Erste Testläufe soll es im Juni geben", sagt er. Das heiße, die Fischaufstiegsanlage, wie das Bauwerk im Amtsdeutsch heißt, wird geflutet, um zu schauen, ob sich die Strömung wie erhofft verhält.

Nach dem Hochwasser vom Juni 2013, bei dem das Wehr an der Papierfabrik zum Teil weggebrochen war, musste es die Firma Schulte ertüchtigen. Eine Auflage dabei war, zusätzlich eine rund 140 Meter lange Fischtreppe zu bauen. Damit wurde im Herbst vergangenen Jahres begonnen; erste Stahlspundwände stehen schon, die das Bauwerk zur Mulde hin abgrenzen. An ihnen entlang sollen mit riesigen Granitblöcken 15 Becken geformt werden, jedes etwas höher als das vorhergehende, um Fischen den Aufstieg entgegen der Fließrichtung der Mulde zu ermöglichen.

Mit der Fließrichtung sind dagegen die Wasserwanderer unterwegs. Für sie wird auch in Zukunft das Wehr ein Hindernis darstellen, das sie nicht befahren dürfen. Die Stelle, an der sie bisher die Boote aus dem Wasser genommen haben, existiert aber nicht mehr, weil dort die Fischtreppe entsteht. Im Technischen Ausschuss wurde nun diese Woche die Ausführungsplanung beraten, die beinhaltet, wo der Ersatz geschaffen wird.

Flussaufwärts stehen einige Laubbäume, durch die eine Schluppe zum Wasser führt. "Die Naturschutzbehörde im Landratsamt sagt dazu aber Nein", erläutert Lämmel. Sollten dort Boote anlegen, würde die sogenannte Lockströmung gestört, durch die Fische zum Eingang der Treppe geführt werden sollen. Also müsse die Ausstiegsstelle noch weiter vom Wehr entfernt angelegt werden.

Für Wasserwanderer verlängert sich der Weg deshalb erheblich, den sie beim Umtragen der Boote zurücklegen müssen. "Waren es vorher 130 Meter", schätzt Lämmel, "werden es dann rund 220 Meter sein." Das sei seiner Meinung nach trotzdem machbar.

In anderer Hinsicht sollen sich die Bedingungen hingegen verbessern. Weil die Böschung am künftigen Ausstieg sehr steil ist, wird ein Teil davon entfernt und ein Podest errichtet, dass das Verlassen der Boote bei Niedrigwasser ermöglicht. Schon bei Mittelwasser wird es überflutet, was das Aussteigen noch bequemer macht. Die Anlegestelle wie auch jener Uferbereich, an dem die Boote zurück ins Wasser gesetzt werden und dessen Lage sich nicht verändern soll, werden mit einem Gemisch aus Flusssedimenten und Beton verfestigt. Bisher bestanden sie aus losem Sand, der bei erhöhten Wasserständen mitunter weggespült wurde.

Sind alle Details geklärt, kann die Stadt das Bauvorhaben für die Anlegestellen ausschreiben. Dann würde die Vergabe folgen, danach der Bau. Weil es um die Beseitigung von Flutschäden geht, bezahlt der Freistaat alles.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2015
Pfeifer, Frank

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