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Grimma Vorsicht Pilzsammler! Im Wald wird gearbeitet
Region Grimma Vorsicht Pilzsammler! Im Wald wird gearbeitet
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07:23 06.10.2018
Zurzeit und auch in den nächsten Wochen läuft im Colditzer Forst die Holzabfuhr. Quelle: Sachsenforst
Bad Lausick/Colditz

Wer in diesen Tagen im Colditzer und Glastener Forst auf die Pilzsuche geht, dürfte wenig Glück haben. Die anhaltende Trockenheit des Sommers lasse nur wenige Pilze wachsen, sagt Falkhard Dau, Revierförster der Waldmühle: „Im Gebirge sind die Chancen besser, fündig zu werden, denn da gab es mehr Niederschläge.“ Dennoch strömen Pilzsucher ins Grüne. In einen Wald, in denen Winterstürme Spuren hinterlassen haben. Angestammte Pilzstellen liegen zum Teil meterhoch unter Bruchholz und die maschinelle Aufarbeitung des Windbruchs und die Abfuhr der Stämme schränken die Bewegungsmöglichkeiten der Pilzsammler zusätzlich ein. Nicht zu unterschätzen sei zudem die Gefahr, dass bereits angebrochene Bäume plötzlich umstürzten, so Dau.

„Wir sind mit unserer Technik zurzeit überall unterwegs – auch auf Wiesenwegen, die über Jahre kaum benutzt wurden“, sagt Dau. Das eigene Auto deshalb an Schneisen und Wegrändern abzustellen, wie es aktuell wieder häufig geschehe, „ist strikt untersagt“. Die großen Holz-Laster kämen nicht durch, wenn Einmündungen verstellt würden, und auch der Rettungsdienst brauche immer freie Fahrt. Vor wenigen Tagen erst hätten Notarzt und Rettungswagen in den Forst hineinfahren müssen, um einem Spaziergänger mit Kreislauf-Problemen zu helfen. Wer den Wald besuche, sollte unbedingt die ausgewiesenen Parkplätze nutzen, etwa den an der Waldmühle, den nahe der Parthenquelle oder den großen Pappelparkplatz an der Bundesstraße 176 am Abzweig Schönbach.

Waldbesucher müssen Sperrungen einhalten

Es wird mit einer eher schlechten Pilzsaison gerechnet. Quelle: privat

Von den rund 50 000 Festmetern Sturmholz habe man dank des konzentrierten Harvester-Einsatzes schon mehr als 40 000 Festmeter schneiden können, so der Revierförster: „Bis Ende Oktober/Anfang November wollen wir das geschafft haben. Die Holzrückung und die Abfuhr gehen danach aber weiter.“ Für Waldbesucher heiße das, Sperrungen zu beachten und sich von den Maschinen fernzuhalten. Was, so die Beobachtung der Forstleute, bei weitem nicht jeder respektiert: Manche drängen sich an Lkw vorbei, die gerade beladen würden. Andere hieven ihr Fahrrad über den Graben unmittelbar unter schwebenden Lasten, um doch noch irgendwie durchzukommen. Außerdem: Polterplätze seien keinesfalls Rastplätze.

6000 Festmeter durch Käferbefall betroffen

Wenn das große Beräumen der Sturmschäden demnächst erst einmal endet, müssten etliche weitere Bäume gefällt werden: „Dann müssen wir das Holz aufarbeiten, das von Käfern befallen wurde.“ Dau rechnet mit 6000 Festmetern. Vor allem an Fichte und Lärche taten sich die Schädlinge, begünstigt durch die warme und trockene Witterung, gütlich.

Selbst wer nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto den Wald durchquert, sollte in diesen Herbstwochen achtsam sein: Die Brunft hat begonnen. „Das Damwild ist wieder sehr aktiv, auch tagsüber“, sagt Falkhard Dau, vor dessen Wagen erst kürzlich ein respektabler Hirsch die B 176 überquerte. Nicht nur die Bundesstraße durch den Colditzer Forst sei ein Schwerpunkt – auf der Staatsstraße 11 zwischen Etzoldshain und Kleinbardau habe es in der aktuellen Saison bereits sechs Wildunfälle gegeben. Die Dunkelziffer sei erheblich.

Aufräumen nach Sturmtief Herwart im Colditzer Forst. Forstwirt Hartmut Becker und Azubi Alexander Nagel legen Hand und Säge an. Quelle: Andreas Döring

Von Ekkehard Schulreich

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