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Grimma Wanderung im Dunkeln
Region Grimma Wanderung im Dunkeln
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05:00 11.04.2011
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Bevor Gästeführer Bernd Vogtländer mit der ersten von zwei Gruppen à 30 Mann in die parallel zur Wurzener Straße verlaufende Höhle aufbricht, muss der hauptberufliche Grundstücksmakler etwas richtig stellen: „Gold und Silber wurden hier nie gefunden." Zwar hätten Mönche in einem der Seitenarme des Tiefkellersystems dereinst nach Edelmetallen geschürft. Allerdings blieb es bei dem Versuch. Vielmehr dienten die unterirdischen Gänge als Lager, zunächst für Wein, dann für Bier und schließlich auch für Lebensmittel. Im Dezember des Kriegsjahrs 1943 flüchtete sich zudem der Leipziger Thomanerchor in die Stollen, um Schutz vor Luftangriffen der Alliierten zu suchen.

Bei einer fast gleich bleibenden Temperatur, die das ganze Jahr nicht unter fünf Grad Celsius fällt, herrschen unter dem Berg Klimabedingungen „wie in einem Kühlschrank, also optimal für ein Lager", erläutert Frank Ziegra. In einem Abstand von zehn Minuten folgt der gelernte Koch seinem Kollegen Vogtländer in die Dunkelheit der darüber liegenden Wallanlage, die von den Einheimischen seit je her „Burgberg" genannt wird. Mit gelben Schutzhelmen und Taschenlampen bewaffnet, geht es im Gänsemarsch knapp 700 Meter tief in die Stollen, einfacher Weg. Zum Teil sind die Schächte des weitläufigen Tunnelsystems so eng und schmal, dass man nur gebückt hindurch gelangt. Füße scharren über den feuchten Boden, hin und wieder klappert ein herunter gefallener Helm und Gelächter hallt durch die Gänge.

Die neugierigen Hobby-Höhlenforscher sind guten Mutes, löchern Vogtländer und Ziegra mit Fragen, staunen neugierig die Wände des Stollens entlang. Ob sich hier schon mal jemand verlaufen hat? „Nicht doch", grinst Ziegra, „aber geängstigt durchaus. Hier unten sind schon Tränen geflossen", berichtet der Gästeführer aus dem Fundus seiner unterirdischen Erfahrung.

Der Wendepunkt der Wanderung ist schließlich in einem hallenartigen Raum erreicht. „Wir haben jetzt zwölf Meter Berg über uns", erklärt Ziegra. Eis wurde hier vor allem gelagert, dass die Grimmaer aus der Mulde und den umliegenden Seen schlugen, durch die Tunnel hoch schafften und an den Wänden in Blöcken bis zu 1,70 Meter hoch aufstapelten. Dank der konstanten Kühle verdampfte das Eis nur langsam und hielt sich somit ein ganzes Jahr.

Felix Kretz

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