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Grimma Warten auf den Storch – Grethener bereiten das Nest auf dem Kirchendach vor
Region Grimma Warten auf den Storch – Grethener bereiten das Nest auf dem Kirchendach vor
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00:33 15.03.2018
Grethen - Storchennest: Engagement für Meister Adebar: Silke Apelt schnürte mit Emily (l.), Ben und Davie (r.) Bündel von Trauerweidenästen, aus denen ihr Mann Silvio und Vereinsmitglied Lutz Möller in luftiger Höhe ein neues Storchennest bauten. Quelle: Roger Dietze
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Parthenstein/Grethen

Jetzt heißt es warten und die Daumen drücken. Dafür, dass sich nach langer Zeit wieder einmal ein Storchenpaar auf dem Dach der Grethener Kirche niederlässt, brütet und Nachwuchs aufzieht. „Die Störche sind das Wahrzeichen unseres Ortes, entsprechend sind wir in diesem Bereich sehr stark engagiert und setzen alle Hebel dafür in Bewegung, damit die Tiere bei uns brüten“, erklärt Silke Apelt, die Frau des Heimatvereins-Vorsitzenden Silvio Apelt.

Hand ins Hand: Silke Apelt und Gerd Heumann sorgen per Aufzug für Nachschub für die Nestbauer in Grethen. Quelle: Roger Dietze

Und dieses Engagement der aktuell 18 im Heimatverein mitwirkenden „Grethener Störche“ war am Sonnabend Vormittag einmal mehr nicht zu übersehen. Eine große Hebebühne hatte Silvio Apelt und seine Mitstreiter vor dem altehrwürdigen Grethener Gotteshaus auffahren lassen, um das auf dessen Turm thronende Storchen-Nest wieder auf Vordermann zu bringen.

„Wind und Wetter haben ihm in den vergangenen Jahren seit der letzten Generalüberholung 2011 zugesetzt, die Stürme der jüngsten Vergangenheit den Rest gegeben“, so der 52-Jährige, dem in luftiger Höhe Vereinsmitglied Lutz Möller zur Hand ging.

Am Boden sorgten derweil seine Frau Silke und fleißige Helfer dafür, aus Trauerweiden-Ästen Bündel zu schnüren, die unter Einflechtung von Tannenzweigen und abgestochenen Grasbüscheln in luftiger Höhe zu einer lauschigen Brutstätte für ein Grethener Storchenpaar zusammengefügt wurden.

Möglich, dass sich Meister Adebar in den vergangenen Jahren nicht mehr so recht wohl auf dem Grethener Kirchendach gefühlt hat. Denn zu mehr als einigen Kurzbesuchen konnte er sich laut Silvio Apelt nicht durchringen. Allerdings ist die Grethener Storchen-Geschichte grundsätzlich nicht von Kontinuität geprägt. Ganz im Gegenteil liegt die letzte Brut von Störchen im Parthensteiner Ortsteil schon sehr lange zurück. „Grethen ist eines der ältesten Dörfer im Muldental mit einem Storchennest, aber Ende der 90er Jahre war dann aus unerklärlichen Gründen auf einen Schlag Schluss mit den Storchenbesuchen“, berichtet Silvio Apelt.

Auch der Neubau des 2011 zum ersten und am vergangenen Sonnabend zum zweiten Mal generalüberholten Nestes habe daran nichts ändern können. „Vor drei Jahren waren wir nah dran, aber das Paar war zum einen schon zu spät dran im Jahr und war zudem wahrscheinlich auch noch zu jung“, so der Grethener Heimatvereins-Vorsitzende. „Jetzt können wir nur hoffen, dass das Nest in diesem Jahr bezogen wird.“

Haben Silvio Apelt und seine Mitstreiter darauf nur geringen Einfluss, so auf die Bereicherung des dörflichen Zusammenlebens umso mehr. Und sie machen von diesen ihren Möglichkeiten rege Gebrauch. Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Reihe von Vereinsaktivitäten wie das Drachenfest und den Adventsmarkt geben. Der Startschuss dafür fällt bereits in wenigen Wochen, wenn zu den jüngsten Grethenern traditionell der Osterhase kommen wird. Die älteren Jahrgänge müssen sich demgegenüber in puncto Überraschung noch etwas gedulden. „Auch in diesem Jahr werden unsere Frauen vom Grethener Nähkästchen wieder viele schöne Dingen basteln, die wir dann als Weihnachtsgeschenke zu unseren Senioren und Kranken bringen“, kündigt Silke Apelt an.

Von Roger Dietze

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